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#21 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Marcel Hilgers 04.01.2011 07:05

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Jopp. In Belgien sind die Bahnhöfe von größeren Ortschaften auch alle gleich von der Höhe her, in den Provinzkäffern hat man dann ab und zu niedrigere Bahnsteige. Allerdings ist das bei den Fahrzeugen, die da zum Einsatz kommen auch generell vorgesehen und die Belgier sind beim Bahnfahren nicht so dämlich, wie die Deutschen.

Die EBO ist da leider auch extremst schwammig formuliert. Vorgeschrieben sind Bahnsteighöhen zwischen 380 mm und 960 mm über Schienenoberkante.

Zitat von EBO, §13 - Bahnsteige und Rampen, Absatz 1
Bei Neubauten oder umfassenden Umbauten von Personenbahnsteigen sollen in der Regel die Bahnsteigkanten auf eine Höhe von 0,76 m über Schienenoberkante gelegt werden; Höhen von unter 0,38 m und über 0,96 m sind unzulässig. Bahnsteige, an denen ausschließlich Stadtschnellbahnen halten, sollen auf eine Höhe von 0,96 m über Schienenoberkante gelegt werden. In Gleisbogen ist auf die Überhöhung Rücksicht zu nehmen.



Daraus folgen eigentlich ganze 2 Bahnsteighöhen, die in Deutschland vorhanden sein sollen:
Reine S-Bahn-Bahnsteige -> 960 mm
Regional- und Fernverkehr -> 760 mm

Die Realität sieht natürlich anders aus...

Nach der TSI-Norm für Europa sind Bahnsteige für Fernverkehrszüge übrigens mindestens 400 Meter lang und haben eine einheitliche Höhe von 550 oder 760 mm (3 cm Tolleranz).

Die Niederländer haben im kompletten Land eine einheitliche Bahnsteighöhe von 840 mm, die allerdings (wie in Österreich, Dänemark (jeweils min. 320 m Länge, 550 mm), Irland und Großbritannien (jeweils min. 300 m Länge, 840 mm) in einer Ausnahme in der TSI festgelegt ist.



Man müsste vor Spaß mal in Odenkirchen die Bahnsteighöhe messen. Laut DB-Datenbank sind das 38 cm, in der Realität schätze ich Gleis 6 auf vielleicht 15 cm und Gleis 7 auf +/- 0 cm Höhe...Ein- und Ausstieg zusätzlich durch Außenbogen behindert. Meines Erachtens wäre der Bahnsteig gar nicht nach EBO zugelassen, genießt aber anscheinend Bestandsschutz.

#22 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Marius Gerads 04.01.2011 21:47

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Wickrath ist der Mittelbahnsteig wohl auch nicht besser, und das mit dem 400m für Fernzüge... Herzogenrath? *hust*

#23 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Marcel Hilgers 05.01.2011 07:01

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Ok...man muss dazu sagen, dass Bestandanlagen wahrscheinlich von der TSI-Regelung ausgenommen wurden...

#24 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Andreas Beeck 05.01.2011 07:38

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Nein, in Deutschland auch neue Anlagen...^^
Oder hast du schonmal irgendwo am Niederrhein beim Bahnsteigneubau nen 400 Meter-Bahnsteig gesichtet?!?

#25 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Marcel Hilgers 05.01.2011 07:40

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Andi...erstmal lesen...denn:

Zitat von Marcel Hilgers
Nach der TSI-Norm für Europa sind Bahnsteige für Fernverkehrszüge übrigens mindestens 400 Meter lang und haben eine einheitliche Höhe von 550 oder 760 mm (3 cm Tolleranz).



[18]

#26 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Andreas Beeck 05.01.2011 07:47

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*erstmal zu Koffeein greif, um wach zu werden*
Sorry, gerade erst aufgestanden...

#27 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Marcel Hilgers 05.01.2011 08:11

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Jou, kein Problem...^^

EDIT würde einen Bahnsteigneubau nach Andi's Prinzip in Mönchengladbach-Genhausen lustig finden. 400 Meter Bahnsteig auf 76 cm Höhe für ein 24,8 Meter langes Fahrzeug mit 53 cm Fußbodenhöhe...[6]

#28 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Andreas Beeck 06.01.2011 21:43

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Zitat von http://mittelhessen.de/lokales/top_news_...n_in_Tokio.html

Flirt-Skandal: "Wie in der U-Bahn in Tokio"

Seit die Hessische Landesbahn die Strecke zwischen Siegen und Frankfurt bedient, klagen viele Fahrgäste über überfüllte Züge

Dillenburg. "Häufigere umsteigefreie Verbindungen und fabrikneue Fahrzeuge" hatte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) für die Strecke zwischen Siegen und Frankfurt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember versprochen. Jetzt beschweren sich viele Pendler über heillos überfüllte Waggons. Die Hessische Landesbahn (HLB) sagt, sie leiste, was bestellt wurde. Der RMV gibt zu, bewusst geringere Kapazitäten geordert zu haben. Der Fahrgastverband Pro Bahn spricht von einem Skandal.

Seit 12. Dezember bedient die Hessische Landesbahn mit einem Zug des Modells "Flirt" und nicht mehr die Deutsche bahn das Main-Lahn-Sieg-Netz. Der RMV hat außerdem weniger Kapazitäten bestellt. Viele Pendler beschweren sich nun.

Andreas Franz hatte ganz schön gestaunt, als er zum Weihnachtsurlaub zurück nach Herborn kam. Der in Berlin stationierte Zeitsoldat erlebte, wie die Hälfte der Fahrgäste, die in Herborn in die Regionalbahn nach Frankfurt zusteigen wollten, gar nicht mehr in den Zug passten. In der Bahn hätten sich die Menschen aneinander festgehalten, weil zu den Haltegriffen kein Durchkommen mehr war. "Ich dachte, so etwas gibt es nur in der U-Bahn in Tokio", sagt der 26-Jährige. "Die Zugfahrt", sagt er, "war eine Extremsituation".

Stefan Schumacher, passionierter Bahnfahrer aus Dillenburg, nennt die Zustände eine "Frechheit". Was bei der Deutschen Bahn schon nicht gut war, sei durch die Übernahme der Strecke durch die HLB noch schlechter geworden. Die Züge des Typs "Flirt" (das steht für "Flinker-Leichter-Innovativer-Regional-Triebzug") hätten weniger und engere Sitze, als die Doppelstockzüge der Deutschen Bahn, die noch bis Dezember auf der Strecke verkehrten. "Und die große Bewährungsprobe kommt erst noch", befürchtet Schumacher. "Nächste Woche enden die Weihnachtsferien".

Der HLB ist das Problem bekannt. Geschäftsführer Veit Salzmann sagt: "Wir leisten aber das, was der RMV bei uns bestellt hat."

Auch beim RMV weiß man von den überfüllten Zügen. Sie werden dort darauf zurückgeführt, dass dem neuen Fahrplan noch der nötige "Feinschliff" fehle. Aufgrund des harten Winters führen außerdem mehr Personen mit der Bahn als üblich. "Vielleicht haben die neuen Verbindungen das Bahnfahren auch für manch einen erst interessant gemacht", sagt Peter Vollmer, Pressesprecher beim RMV. Schießlich wurden zusätzliche Verbindungen nach Frankfurt und Siegen geschaffen. Außerdem verfüge der "Flirt" über Überwachungskameras, sei schneller und barrierefrei.

Über das Jahr gerechnet würden die bei der HLB bestellten Transportkapazitäten ausreichen. Ende des Monats will man aber die Fahrgäste zählen und wenn nötig nachbessern. "Nach einer Fahrplanumstellung verteilen sich Fahrgäste auch immer noch auf andere Verbindungen", sagt Vollmer. Seitens der HLB kann man sich hingegen vorstellen, dass weitere Züge angeschafft werden müssen.

260 Sitzplätze weniger als zuvor

Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn glaubt das nicht. "Der RMV hat sich im Odenberg-Netz schon einmal so etwas geleistet", sagt er. Auch dort hatte der RMV offenbar aus Kostengründen zu wenig Züge bestellt.

Der Deutschen Bahn wirft er vor, für die derzeitige Situation mitverantwortlich zu sein. Dem Konkurrenten HLB habe man die Fahrgastzahlen vorenthalten.

"Völliger Quatsch", heißt es seitens der Deutschen Bahn. Dem RMV hätten die Zahlen vorgelegen, als man sich dafür entschied, den Betrieb des Main-Lahn-Sieg-Netzes ab Dezember 2010 an die HLB und eben nicht an die Deutsche Bahn zu vergeben. Was dieser Entscheidung zugrunde lag, will der RMV-Sprecher mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Ausschreibung nicht verraten. "Nur soviel: Die Planung war kein Schuss ins Blaue", sagt Vollmer.

Bahnfahrer Stefan Schumacher bringt die Geheimniskrämerei auf die Palme. Er hat die in den Stoßzeiten zur Verfügung stehenden Sitzplätze vor und nach dem Fahrplanwechsel gezählt: "Die Doppelstockzüge hatten insgesamt 762, die drei- beziehungsweise fünfteiligen Triebwagen der Marke ,Flirt kommen selbst nach Zusammenschluss in Gießen nur auf 500 Sitzplätze."

RMV-Sprecher Vollmer sieht darin keinen Widerspruch. "Es geht ja nicht darum wieviele Sitzplätze zur Verfügung stehen, sondern wieviele davon besetzt sind." Rund 260 Plätze mehr anzubieten müsse nicht unbedingt nötig gewesen sein, so Vollmer.

Sollte die Fahrgastzählung Ende des Monats einen Nachbesserungsbedarf ergeben, will der RMV aber zeitnah reagieren. Zusätzliche Züge sollen aber erst angeschafft werden, wenn eine Umverteilung der bestehenden Kapazitäten und der Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge nicht zur Entspannung beitragen sollten.

Naumann vom Fahrgastverband sieht für diesen Fall schwarz: "Es wird zwei Jahre dauern, bis neue Triebwagen kommen. Die Fabriken der Firma Stadler , die den Flirt produziert, sind heillos überlastet."



Quelle: mittelhessen.de

#29 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Moritz L. 06.01.2011 21:48

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Man ersetzt auch 5 Doppelstockwagen (so eigene Erfahrungen/Sichtungen) durch 5teilige FLIRTs. Dass das früher oder später in die Hose geht war klar.

#30 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Andreas Beeck 06.01.2011 21:48

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Joa, die Bestllervorgaben muss man bei vielen Ausschreibungen nicht mehr verstehen...^^

#31 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Alexander Schmitz 07.01.2011 08:40

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Aber gerade der RMV ist dafür ja bekannt. Was sagte man noch kurz nach der Übernahme im Odenwald zu ähnlichen Zuständen? Im Berufsverkehr seien ja im Schnitt nicht einmal 50 % aller Stehplätze ausgelastet...

#32 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Marcel Hilgers 07.01.2011 09:32

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Jopp. Das Problem ist für die EVUs, dass die noch nicht mal etwas dafür können aber voll in die Verantwortung genommen werden. Ich warte ja nur noch drauf, dass irgendein EVU einen Besteller aufgrund der Rufschädigung auf die Mehrleistung verklagt...

#33 RE: Neue Flirts stehen in der Kritik-Fahrgastverband Pro Bahn fordert Nachrüstung! von Jan S. 15.01.2011 21:55

Das ist doch mittlerweile leider überall so, dass die Verkehrsverbünde zu wenig Kapazitäten bestellen. Bis sie mal reagieren, vergehen unzählige Jahre. Ist doch beim VRR genau so. Die Linie RE1 ist seit mind. 10 Jahre überlastet. Jetzt kommt man auf die Idee, einen Wagen mehr dran zu hängen. Hätte man das nicht schon vor 5 Jharen oder noch eher machen können?
Auch bei der Eurobahn ist das nicht anders. Man kürz das Platzangebot um 40% und verkauft den Fahrgästen das als Verbeserung. UNd auch auf dem RE4 wird das mit sicherheit genauso kommen. Statt 5 Dostos fährt dann wahrscheinlich ein 5 teiliger Flirt oder sowas. Ich fahre dann lieber mit 30 Jahre alten, modernisierten n- Wagen, bekomme aber wenigstens immer einen Sitzplatz, ohne mir mit meinem Gegenüber auf dem Fuß zu stehen, bzw. zu stehen.

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