#1 Bonn-Bad Godesberg: Bahnhofsumbau nicht vor 2014 von Justus P. 04.01.2011 15:13

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Bad Godesberg. Hinter der seit mehr als zehn Jahren geplanten Modernisierung des Bad Godesberger Bahnhofs steht wieder ein dickes Fragezeichen. Voraussichtlich wird die dringend notwendige Sanierung nicht vor 2014 beginnen.

Das will der Bürgerbund Bonn (BBB) aus bahninternen Kreisen erfahren haben. Bisher war vorgesehen, dass zumindest mit dem Einbau der behindertengerechten Aufzüge Ende 2011 begonnen werden soll. Die Bahn hat diese abermalige Verzögerung weder bestätigt noch dementiert. "Wir werden erst Mitte Januar Näheres mitteilen", sagte Bahnhofsmanager Bernhard Christ auf Nachfrage des General-Anzeigers.

Der Bad Godesberger BBB-Stadtverordnete Marcel Schmitt bekräftigte hingegen: "Dass die überfällige Modernisierung jetzt erst weit nach 2014 abgeschlossen sein soll, halten wir für nicht hinnehmbar." Bei einem Treffen zwischen der Bahn und der Stadt Bonn sei das Thema Bad Godesberger Bahnhof kurz vor Weihnachten besprochen worden. Die Bahn habe angekündigt, dass der Einbau der Aufzuganlage nunmehr nicht mehr vorgezogen wird, sondern erst bei der Generalüberholung des Bahnhofs im Zeitraum 2014 bis 2016 geplant sei.

Christ erklärte dazu: "Wir werden uns in zwei Wochen nochmals mit der Stadt zusammensetzen und erst dann zu einem endgültigen Ergebnis kommen."

Er bestätigte, dass die Ergebnisse der im März gezogenen Gesteinsproben in der Unterführung ergeben haben, dass die Sanierung doch problematischer sei als ursprünglich angenommen. Die Untersuchung sollte Aufschluss darüber geben, ob die statischen Voraussetzungen für den geplanten Einbau von Aufzügen gegeben sind.

Bereits seit 2003 stehen - wie berichtet - die erforderlichen Mittel für den Einbau der Aufzüge zum Abruf bereit. Noch im Dezember 2008 teilte die Bahn mit, dass die Fertigstellung für 2010 geplant sei. Ein Jahr später war davon nicht mehr die Rede, sondern von einem neuen Zeitziel Ende 2011. "Und nun ist der Zeitraum 2014 bis 2016 im Gespräch, weil sich nach Statikuntersuchungen herausgestellt hat, dass die Unterführung vor dem Einbau der drei Fahrstühle saniert werden muss. Das ganze ist ein Trauerspiel", sagt Schmitt.

Wenn erst elf Jahre, nachdem das Geld für den Umbau bereitgestellt wurde, mit dem Beginn der Arbeiten gerechnet werden könne, sei das entweder mit Dilettantismus zu erklären oder schlimmer noch: "Es zeigt, dass der Bad Godesberger Bahnhof von Seiten der Bahnverantwortlichen als Provinzhaltestelle angesehen wird, die erst dann saniert wird, wenn andernorts nichts mehr zu tun ist." Mit Blick auf den erbärmlichen Zustand des Bahnhofs sei das vollkommen unverständlich und nicht hinnehmbar.

Auch bei der notwendigen Sanierung des Turms der Godesburg oder bei der Sicherstellung des weiteren Betriebs von Redoute und Redüttchen vermisst der BBB seit langem das dringend notwendige Engagement der Stadtspitze. Schmitt: "Für Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch liegt Bad Godesberg am Rande des Interesses."

Zwei andere Baustellen am Godesberger Bahnhof sind die undichten Dächer auf den Bahnsteigen und die defekte Fahrgast-Informations-Anlage, die erst im Frühjahr - finanziert aus Mitteln des Konjunkturpakets - neu installiert wurde. Hier befindet sich die Bahn noch in Regress-Verhandlungen mit dem Hersteller. Über die Lifte, von denen einer neben der Treppe auf der Seite der Klangstation angebracht wird und zwei weitere den Zugang zu den Gleisen sicherstellen, sollen Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen ohne Probleme ihren Zug erwischen können.

Bereits seit mehr als einem Jahr besteht übrigens Baurecht für die barrierefreie Umgestaltung des 1908 eingeweihten Bad Godesberger Bahnhofs. Seitdem erarbeitet die Bahn nach eigenen Angaben die Baupläne.


Quelle: General-Anzeiger-Bonn [ Fotos auch vorhanden ]

Edit durch Alexander: Betreff leicht angepasst

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