#1 „Da können wir nichts machen“ von Justus P. 02.02.2011 13:10

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Ein Bahnkunde soll 548 Euro nachzahlen – und das, obwohl er eine Netzkarte besitzt. Das Problem, das eigentlich keines sein sollte, ist weit von einer Lösung entfernt.

Bergisch Gladbach - Er ist das, was man bei der Bahn einen „Premium-Kunden“ nennt. Seit zehn Jahren bezieht Professor Ralf Zimmermann aus Bergisch Gladbach eine „Bahncard 100 First“. Die kostete zuletzt 6400 Euro im Jahr. In zehn Jahren sind da also ungefähr 60 000 Euro zusammengekommen. Vielfahrer Zimmermann hat locker ein kleines Stellwerk finanziert - zumindest ohne die Technik. Trotzdem ist die Bahn im Moment nicht gut auf ihn zu sprechen. Und er nicht auf die Bahn. Denn es gibt da ein Problem, das sich immer weiter von einer Lösung entfernt.

Ralf Zimmermann ist Universitäts-Professor und pendelt ständig zwischen Bergisch Gladbach, Rostock und München. Bei einer Dienstreise in die USA hat er im Sommer 2010 seine Bahncard 100 verloren. Das ist die Karte, mit der man - wenn man sie einmal gekauft hat - ein Jahr lang quer durch die Republik reisen kann, ohne weitere Fahrkarten lösen zu müssen. Zimmermann meldet den Verlust und bekommt auch eine Ersatzkarte. Doch in dem Zeitraum dazwischen sind drei Zugfahrten angefallen, für die der Kunde notgedrungen keine Bahncard vorweisen kann.

Die Bahn stellt in solchen Fällen „Fahrpreisnacherhebungsbögen“ aus. Zimmermann muss seine Personalien angeben und die Fahrtkosten nachträglich überweisen. Eine Kopie seiner verlorenen Bahncard erkennt der Schaffner nicht an. Zimmermann legt Protest gegen die Rechnungen ein, kann zwischenzeitlich auch die Ersatzkarte vorweisen, und die Sache lässt sich regeln. Zumindest für zwei dieser drei Fahrten.

Doch Rechnung Nummer 3 hat es in sich. Sie verlangt eigentlich nur 141,80 Euro vom Kunden, hat sich aber mittlerweile auf 548,61 Euro hochgeschaukelt. Denn die Bahn hat eine Inkasso-Firma und einen Rechtsanwalt aus Baden-Baden eingeschaltet, die „Kontoführungskosten“, „Inkassokosten“, „Mahnauslagen“ und „Verzugszinsen“ verlangen. Eine Gehaltspfändung wird angedroht. „Der Kunde hat versäumt, gegen die dritte Rechnung rechtzeitig Einspruch einzulegen“, sagt ein Bahnsprecher in Düsseldorf. Da könne man auch mit Kulanz nichts mehr regeln, „weil der Firma und dem Anwalt ja Kosten entstanden sind.“

Also: Zahlen! Doch Ralf Zimmermann will nicht. Er habe rechtzeitig gegen Rechnung 3 protestiert. An einem DB-Fahrkartenschalter. Dort habe man ihm nach einem Telefonat mit der DB Vertrieb GmbH erklärt, dass „alles erledigt ist“. Doch nichts ist erledigt. Der Bahnsprecher: „Der Kunde hätte beim Absender der Rechnung Protest einlegen müssen und nicht an irgendeinem Bahnschalter. So ist die Sache zwangsläufig bei der Inkassofirma und beim Rechtsanwalt gelandet. Da können wir als Bahn jetzt nichts mehr machen.“

„Mir platzt nun endgültig der Kragen“, sagt Zimmermann. Die „kafkaesk anmutende Angelegenheit“ sage viel über den Zustand der Bahn AG aus. In einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube meint er: „Ich gehe davon aus, dass es vor allem in Ihrem Interesse ist, diese Sache endlich aus der Welt zu schaffen.“

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1296481645033.shtml

#2 RE: „Da können wir nichts machen“ von Dennis M. 02.02.2011 15:47

Zitat von Justus P.
Ein Bahnkunde soll 548 Euro nachzahlen – und das, obwohl er eine Netzkarte besitzt. Das Problem, das eigentlich keines sein sollte, ist weit von einer Lösung entfernt.


„Mir platzt nun endgültig der Kragen“, sagt Zimmermann. Die „kafkaesk anmutende Angelegenheit“ sage viel über den Zustand der Bahn AG aus. In einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube meint er: „Ich gehe davon aus, dass es vor allem in Ihrem Interesse ist, diese Sache endlich aus der Welt zu schaffen.“

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1296481645033.shtml



Ansonsten bleibt wohl nur der Gang zum Rechtsanwalt und damit zwangsläufig zum Gericht.
Hoffe er traut sich diesen Weg zu gehen und der Richter gibt ihm Recht. Ich bezahle etwas fürs ganze Jahr und soll dann nur weil ich meine Karte verloren habe nachzahlen????
Die DB mal wieder. Allerdings kann man sich für sowas auch eine Pappkarte ausstellen lassen, die dann als Nachweis anerkannt werden muss. Einfach eine Kopie seines Fahrausweises wie es der Herr Zimmermann gemacht hat, sollte aber eigtl. auch schon reichen. Immerhin stehen dort ebenfalls alle Daten drauf.

Die DB mal wieder :(

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