#1 Niers-Express: Bahnverbindung Kleve-Nimwegen scheint realisierbar von Alexander Schmitz 17.03.2011 20:07

avatar

Die Zahl der Fahrgäste reicht aus, um zweimal stündlich eine Bahnverbindung zwischen Nimwegen und Kleve anzubieten. Dies ist eines der Ergebnisse der Sondierungsstudie, die die Stadtregion Arnheim Nimwegen und ProRail in Auftrag gegeben hatten. Eine Verbindung zum Airport Weeze wird allerdings aus Kostengründen ausgeschlossen.

Zum Hintergrund: 2010 ließen die Stadtregion Arnheim Nimwegen und ProRail eine Sondierungsstudie zur Wiedereröffnung der Bahnverbindung Nimwegen-Kleve durchführen. Dabei wurden drei Verkehrssysteme untersucht: Straßenbahn, Zugverbindung (Regionalexpress) und ein Hybridsystem(Straßenbahn/Zug). Außerdem wurden die Möglichkeiten für eine neue Verbindung zum Airport Weeze geprüft.

Die Ergebnisse: Sowohl in den Niederlanden, als auch in Deutschland steigt infolge der Migration, der wirtschaftlichen Beziehungen und des Anstiegs der Studierendenzahlen der Bedarf an einer guten öffentlichen Verkehrsverbindung zwischen Nimwegen und Kleve. Tatsächlich überqueren zwischen den beiden Städten täglich etwa 1700 bis 2100 Fahrgäste die Grenze, zwischen Nimwegen und Heijendaal sind es voraussichtlich 4000 bis 4300.

Eine neue Verbindung zum Airport Weeze ist nach den Ergebnissen der Studie nicht realisierbar. Die Kosten der Infrastruktur wären zu hoch und die Zahl der Fahrgäste voraussichtlich zu niedrig. Im Gegenteil: Für den Airport Weeze ist die Erreichbarkeit über die Straße von zentraler Bedeutung. Fluggäste benutzen für den Zubringer- und Anschlussverkehr in rund 95 Prozent der Fälle das Auto.

Aus der Untersuchung ging außerdem hervor, dass sowohl die Straßen- als auch die Zugverbindung Vor- und Nachteile haben. Ein Vorteil der Straßenbahn besteht darin, dass sie besser in die Umgebung einzufügen ist. In Kleve müsste aufgrund der deutschen Vorschriften eine Eisenbahnkreuzung mit der Wiessenstraße planfrei angelegt werden, was im Falle einer Straßenbahnverbindung nicht notwendig wäre. Auch in Groesbeek und auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen Nimwegen CS und Nimwegen Heyendaal hätte eine Eisenbahnverbindung einschneidendere Folgen. Ein Nachteil der Straßenbahn besteht darin, dass sie weniger schnell zu realisieren wäre als eine Eisenbahnverbindung, wahrscheinlich nicht vor 2020. Eine Zugverbindung ließe sich unter anderem deshalb schneller anlegen, weil sie an den Regionalexpress Düsseldorf-Kleve anschließen könnte. Außerdem wären die Investitions- und Betriebskosten bei der Zugverbindung mit schätzungsweise 58 Millionen Euro niedriger als bei der Straßenbahn (64 Millionen Euro). Diese Kostenschätzungen sind jedoch noch sehr allgemein; sie müssen zunächst noch weiter konkretisiert werden.

Alle beteiligten Akteure, mit Ausnahme der Gemeinde Groesbeek, stehen einer Wiedereröffnung der Bahnverbindung Nimwegen-Kleve sehr positiv gegenüber. Die Gemeinde Nimwegen bevorzugt eine Straßenbahnverbindung, da sie an das künftige Straßenbahnnetz in Nimwegen anschließen könnte. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und das Land Nordrhein-Westfalen gehen davon aus, dass eine Weiterführung des Regionalexpress besser realisierbar wäre.

Bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann, müssen beide Alternativen näher ausgearbeitet werden. Dies betrifft insbesondere die Investitions- und Betriebskosten. Darüber hinaus muss auch eine Busverbindung als vollwertige Alternative untersucht werden.

Quelle: Rheinische Post

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz