#1 [Köln] ICE-Trassenausbau - Massive Eingriffe ins Stadtbild von Andreas Beeck 20.05.2011 07:40

avatar

Zitat von http://www.ksta.de/html/artikel/1305651201861.shtml

ICE-Trassenausbau - Massive Eingriffe ins Stadtbild

Die Bahn erweitert für die ICE-Strecke Köln - Frankfurt ihre Trasse im Rechtsrheinischen von vier auf sechs Gleise. Die Gießener Straße ist davon besonders stark betroffen: Eventuell muss sogar eine Häuserreihe für den Ausbau weichen.

HUMBOLDT-GREMBERG - „Der Inhalt der Mitteilung über den weiteren Ausbau der ICE-Trasse hat uns überrascht“, sagte Oliver Krems, der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Kalker Bezirksvertretung. „Bislang war nicht bekannt, dass die Erweiterung der ICE-Trasse so gravierende Folgen im Bereich der Gießener Straße haben könnte.“ Dort müsse möglicherweise gar eine ganze Häuserzeile abgebrochen werden.
Seit Mitte der 90er Jahre hat die Bahn den Ausbau der ICE-Strecke zwischen dem Bereich Köln und der Rhein-Main-Region geplant. Inzwischen ist die Erweiterung der Gleis-Trasse vom Bahnhof Mülheim über den Bahnhof Messe/Deutz bis zur Gummersbacher Straße fertiggestellt. Nun hat die Bahn die Verwaltung darüber informiert, dass in den kommenden Jahren derweitere Streckenausbau über die Trimbornstraße, den ehemaligen Kalker Bahnhof und den Vingster Ring bis hin zum Abzweig Flughafen Köln/Bonn ansteht. Die Arbeiten sollen in Höhe des Stadthauses in Deutz beginnen, bis zur Gottfried-Hagen-Straße fortgesetzt werden und später weiter bis zur Querung von Gremberger Ring undVingster Ring.

Ziel der Planung sei, so teilte die Bahn der Verwaltung mit, auf einer Strecke von rund 5,3 Kilometern die Kapazität von derzeit vier auf sechs Gleise auszuweiten. „Für die ICE-Strecke Köln-Frankfurt wird eine eigene Trasse geschaffen“, heißt es. Hierfür müssen auch mehr als 15 Kilometer bereits bestehender Gleise umgebaut werden. Die gesamte Erweiterung kann jedoch nach Angaben der Bahn nur südlich der bestehenden Trasse erfolgen. Zudem sind für die Erweiterung der ICE-Trasse unter anderem zwölf Stützwände, eine Straßenüberführung, zwei Kreuzungsbauwerke und 15 neue Eisenbahnüberführungen vorgesehen. Diese sollen an der Deutz-Kalker Straße, an Trimbornstraße, Rolshover Straße und Homarstraße sowie am Vingster Ring gebaut werden. An der Gummersbacher Straße wird die vor zwei Jahren gebaute Überführung ergänzt.

Die Ausbaupläne der Bahn werden von der Stadtverwaltung grundsätzlich begrüßt. „So wird der Eisenbahn-Knotenpunkt Köln entflochten“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger. „Dadurch wird der gesamte Schienenverkehr in der Region gestärkt und verbessert.“

Allerdings hat der Ausbau des Schienennetzes auch Auswirkungen auf das Straßenbild. So muss die Roddergasse im Bereich des Gremberger Wäldchens verlegt werden. Auch die Straßenüberführung im südlichen Bereich des Vingster Rings soll für die geplanten neuen Gleise abgebrochen und an anderer Stelle neu gebaut werden. Zudem muss der Fuß- und Radweg über den Vingster Ring den künftigen Gleis-Trasse angepasst werden.

Stärker wird der Bereich um die Gießener Straße von den Bauarbeiten betroffen sein. Dort muss die Bahn für den Ausbau gar öffentliches Straßenland in Anspruch nehmen. „Das führt zu erheblichen Problemen“, sagt Streitberger. Denn die Gießener Straße verläuft heute zwischen den südlich gelegenen Gebäuden und dem Bahndamm auf nördlicher Seite. Der Bau der beiden zusätzlichen Gleise sowie der zugehörigen Lärmschutzwand zu den Wohnhäusern hin führt, so Streitberger, vor allem in dem Teil zwischen Trimbornstraße und Rolshover Straße zu einer gravierenden Verengung des bestehenden Straßenquerschnitts. „Hieraus ergeben sich städtebauliche Missstände für die direkt angrenzenden Wohnsiedlung“, sagt Streitberger.

Als langfristige Lösung bringt der Dezernent „eine Zurückverlegung der Baulinie“ in die Diskussion. „Dies würde einen Abbruch der bestehenden Bebauung erfordern.“ Diese Problemewill die Verwaltung mit der Bahn schon im Vorfeld der kommenden Bürgerbeteiligung ansprechen. „Hierbei müssen auch alle möglichen Alternativen ausführlich diskutiert werden“, fordert Krems. „Es gilt die Belange der Stadt und der Anwohner zu beachten.“ Noch in diesem Jahr will die Bahn eine detaillierte Planung vorlegen. DerAusbau der ICE-Strecke – es wird mit einer Bauzeit von drei Jahren kalkuliert – könne, wenn die Finanzierung gesichert ist, frühestens im Jahr 2017 beginnen.



Quelle: Kölner Stadtanzeiger

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz