#1 [Kreis Steinfurt]Tecklenburger Nordbahn steht auf der Kippe von Dominik Wendt 29.01.2012 15:28

Zitat
Nach Westerkappeln will auch Lotte nicht mehr zahlen
Todesstoß für die Nordbahn?

Lotte/Kreis Steinfurt - Ist das der Todesstoß für die Tecklenburger Nordbahn? Westerkappeln ist schon ausgetreten, jetzt erwägt auch die Gemeinde Lotte den Austritt aus der „Zuschussgemeinschaft“ für die Nordbahn. Die anteilige jährliche Verlustabdeckung in Höhe von 4200 Euro erscheint der Gemeinde zu hoch angesichts der Tatsache, das „seit langem kein Anschlussnehmer in Lotte mehr bedient wird“ und in Zukunft „noch höhere Verluste als in den letzten Jahren“ erwartet werden, wie es in einer Unterlage für den Hauptausschuss heißt.

Der hatte eigentlich schon am Donnerstagabend über den Vorschlag der Verwaltung entscheiden sollen. Doch am Ende, so sagte gestern der Lotter Hauptamtsleiter Werner Borchelt auf Nachfrage, habe sich der Ausschuss auf eine dringende Bitte des RVM-Geschäftsführers André Pieperjohanns dazu entschieden, die Entscheidung zu verschieben.


Denn auch wenn es zunächst nur um die geringe Summe von 4200 Euro geht, könnte ein Lotter „Ausstieg“ weitreichende Folgen haben, ja sogar das endgültige „Aus“ für die Nordbahn bedeuten und für die Pläne, die Strecke zwischen Recke und Osnabrück für den Personenverkehr zu reaktivieren. Kreis-Baudezernent Franz Niederau sagte gestern auf Anfrage, eigentlich sei gültige Beschlusslage, dass nach dem Ausstieg Westerkappelns die nächste Kündigung der Zuschussverträge automatisch zu einem Stilllegungsbeschluss für die Nordbahn führen würde. Insofern habe die Ankündigung Lottes „symbolischen Charakter“, der weit über die Summe von 4200 Euro hinausgehe. Sollte die Bahnstrecke, auf der momentan nur noch Güterverkehr zu der Firma „Beton Reekers“ stattfindet, wirklich stillgelegt werden, würde auch die Reaktivierung für den Personenverkehr in weite Ferne rücken, meinte Niederau: „Wenn die Strecke erst einmal eingestellt ist, wird es schwer.“ Genau deshalb versuche ja der Kreis gemeinsam mit den Anliegergemeinden, die Strecke in Betrieb zu halten. Derzeit betrage die jährliche Verlustabdeckung 200000 Euro, wovon der Kreis 50 Prozent übernehme. Seiner Ansicht nach, so Niederau, sei auch eine 100prozentige Kosten-Übernahme durch den Kreis gerechtfertigt, da dieser die Aufgabe habe, die Verkehrs-Infrastruktur zu erhalten. Aber die Politik sehe das nun einmal anders, so dass die Kosten zwischen Kreis und Kommunen geteilt würden. Dabei sei der 200 000-Euro-Zuschuss eigentlich noch zu niedrig, um die Strecke in Schuss zu halten; irgendwann würde mehr Geld gebraucht.

Mit einem möglichen Ausstieg Lottes drohe ein „Schneeballeffekt“. Den wolle der Kreis aber unbedingt vermeiden, denn: „Unser Ziel ist, die Tecklenburger Nordbahn auf jeden Fall zu erhalten.“ Wenn nun aber „einer nach dem anderen von der Fahne geht, haben wir wirklich ein Problem“, so Niederau weiter.

Seit einem Jahr ist die Reaktivierung der Nordbahn für den Personenverkehr im den ersten Nahverkehrsplan Westfalen-Lippe des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe enthalten - Voraussetzung für eine Förderung der Reaktivierung durch das Land. Die könnte, so ein Gutachten, rund 29 Millionen Euro kosten.

VON ACHIM GIERSBERG, STEINFURT



QUELLE: http://www.ahlener-zeitung.de/aktuelles/...e_Nordbahn.html

Es ist schon ziemlich interessant,wie schnell hier in Deutschland Bahnstrecken gefährdet sind,obwohl sie ein hohes Potential haben...

#2 RE: [Kreis Steinfurt]Tecklenburger Nordbahn steht auf der Kippe von Alexander Schmitz 29.01.2012 19:19

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Bahnstrecken können nur dort für den SPNV reaktiviert werden, wo auch eine ausreichend große Lobby in der Lokalpolitik für die Schiene vorhanden ist.

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