#1 Fußballklubs sollen für Randale in Zügen zahlen von Andreas Beeck 20.05.2012 08:39

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Endlich mal ein sinnvoller Vorschlag, der hoffentlich umgesetzt wird...

Zitat von http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/...gen-zahlen.html

Fußballklubs sollen für Randale in Zügen zahlen
Verkehrsminister Peter Ramsauer ist sauer: Fast jedes Wochenende werden Züge von Fußballfans beschädigt. Geht es nach ihm, sollen die Vereine zahlen.

München. Herausgetretene Türen, zerschlagene Fenster, aufgeschlitzte Sitze - gewalttätige Fans demolieren fast an jedem Fußball-Wochenende Züge der Deutschen Bahn. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will nun nach den jüngsten Ausschreitungen auf Bahnhöfen und in Zügen die Fußballvereine bei künftigen Krawallen möglicherweise an den Kosten für Schäden im Bahnverkehr beteiligen.

Den Profiklubs gab der CSU-Politiker nach einem "Focus"-Bericht eine Mitverantwortung. Entweder sie brächten die Randale-Fans zur Räson oder sie müssten für die Schäden mit aufkommen, sagte er dem Nachrichtenmagazin. Vereine, Fanclubs, Bahn und Polizei sollten gemeinsame Schritte für einen friedlicheren Fan-Reiseverkehr vereinbaren, forderte er.

Der Zerstörungswut auf Bahnhöfen und in Zügen müsse Einhalt geboten werden, sagte Ramsauer. "Die Bahn darf nicht zum wehrlosen Objekt wütender Randalierer werden."

Reisende vor Chaoten schützen

Bundespolizei-Präsident Matthias Seeger bezeichnete die Einsatzbelastung seiner Beamten im Fan-Reiseverkehr nicht mehr als akzeptabel. Er sagte, "Beleidigungen, tätliche Angriffe und der Missbrauch von Pyrotechnik nehmen überhand und binden unnötig viele Einsatzkräfte". Er würde die Beamten gern sinnvoller einsetzen. "Stattdessen müssen wir unbeteiligte Reisende, Bahnhöfe und Züge vor diesen Chaoten schützen."

An jedem Fußball-Wochenende sind "Focus" zufolge 100.000 Fans in den Zügen unterwegs. Die Bahn setze pro Saison rund 1000 Fanzüge ein. Fast alle müssten nach einem Fantransport in die Generalreinigung oder zu Reparaturen in die Werkstätten. Allein 2011 beliefen sich demnach die Sachbeschädigungen bei der Deutschen Bahn, die größtenteils durch Fußballfans verursacht werden, auf 29 Millionen Euro.

Gabriel: Klubs müssen sich mehr um Fans kümmern

Der Leiter der Koordinationsstelle "Fanprojekte" bei der Deutschen Sportjugend, Michael Gabriel, rief die Szene auf, sich von radikalen Fans abzugrenzen. Aus der großen Mehrheit der friedliebenden Fans müssten Wortmeldungen kommen, die sich zu den Vorfällen in Düsseldorf und Karlsruhe kritisch äußerten, sagte Gabriel am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

Er appellierte an die Klubs, sich mehr um die friedlichen Fans zu kümmern und diese stärker an sich zu binden. Er verwies auf einen Mangel an Dialogbereitschaft der Vereine, die "sehr instrumentell umgegangen sind mit ihren Fans in den letzten 20, 30 Jahren". Heute bekämen sie die Quittung dafür, dass sie viel mehr Zeit in die Erschließung neuer Geschäftsfelder investiert hätten als in ihre Fans.

Polizei kritisiert schlecht geschulte Ordner

Das Verhalten der Düsseldorfer Fans, die wegen des Aufstiegs ihrer Mannschaft auf den Platz gelaufen seien, sei ein Ausdruck von Freude gewesen. "Das ist, glaube ich, einmalig und sicher nicht strukturell gefährlich für den Fußball", sagte Gabriel. Anders bewertete er das Verhalten der Berliner Fans und der gewalttätigen Karlsruher Fans. In diesen beiden Fällen hätten Fans in der Selbstüberhöhung ihr eigenes Sein und ihre eigene Vorstellung von Ultrakultur über den Fußball gestellt. Das sei gefährlich.

Die Sicherheitsvorkehrungen von Vereinen kritisierte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Frank Richter. Viele Vereine würden Ordner bei den Bundesligaspielen einsetzen, die nicht geschult seien, bemängelte er im Deutschlandfunk. Daher müssten vom Staat finanzierte Polizisten ständig als "Aushilfe" einspringen. Die "meisten Vereine" bezahlten ihre Ordner auch schlecht. So werde versucht, im Bereich der Sicherheit zu sparen. "Hier ist der Profit in erster Linie entscheidend für die Vereine", sagte Richter, der auch GdP-Landeschef von Nordrhein-Westfalen ist.

#2 RE: Fußballklubs sollen für Randale in Zügen zahlen von Michael H. 20.05.2012 12:33

Die Haftung durch die Fußballvereine halte ich für rechtlich problematisch, es sei denn, dass die Vereine die Züge bestellt haben. Aus diesen Gründen hat ja Leverkusen reagiert und hat keine Züge mehr bestellt. Gab hier im Forum auch nen Thread dazu.

Oftmals sind es halt Züge, die die entsprechenden Verkehrsverbände zusätzlich bestellen. Hier einfach einem Fußballfan die Fahrt zu untersagen, halt ich für rechtlich nicht möglich. Sinnvoller wäre da in meinen Augen ein Alkolholverbot bzw. die Weigerung alkoholisierte Fahrgäste aus Sicherheitsgründen nicht mitzunehmen. Das dürfte rechtlich wohl durchsetzbar sein.

Das Schlimme an der Sache ist, dass die Kosten durch die Schäden auf die Allgemeinheit umgelegt werden.

#3 RE: Fußballklubs sollen für Randale in Zügen zahlen von Stefan Weiskopff 20.05.2012 14:59

Ob mehr oder weniger Verbote ist doch eigentlich relative egal , viel wichtiger ist doch erst mal die vorhandenen Vorschriften durchsetzen . Und solange es reichlich Züge ohne Zugbegleiter gibt und selbst wenn er genau weis die Bundespolizei kommt wenn überhaupt erst wo alles schon eine halbe Stunde lang vorbei ist helfen 1000 neue Verbote nix .

#4 RE: Fußballklubs sollen für Randale in Zügen zahlen von Christian Kapteina 20.05.2012 16:51

Und was bitte sollen die Vereine da machen? Im Endeffekt hilft gegen das negativ auffallende Volk doch nix, und wenn das Polizeiaufgebot doch so hoch ist, dann vielleicht einfach mal die entsprechenden Randalierer dingfest machen und da abkassieren? Den schwarzen Peter andernorts hin und her zu schieben, bringt keinem was, solang die Schuldigen immer ungeschoren davon kommen! Und teilweise werden ja die Regelzüge sogar von der Polizei begleitet, aber da passiert auch nie irgendwas, außer dass die Züge weegn Überfüllung noch zusätzlich Verspätung machen.
Und was beispielsweise in Berlin passierte (In Spandau wurde die Notbremse gezogen, so dass die Chaoten hier das Weite suchten), war doch absehbar, wenn der Zug auf der Hinfahrt beschädigt wurde und auf der Rückfahrt aus gleichem Grund nen Wagen aussetzen musste. Da hilfts dann nix, wenn 500 Beamte am Hauptbahnhof stehen...
Und nachdem man dann die Züge von randalierenden und grölenden Fußballfans gereinigt hat, werden dann im nächsten Schritt bitte auch die allowochenendlichen Junggesellenabschiede aus den Zügen und Bahnhöfen entfernt? Da wächst zumeist auch erstmal kein Gras mehr... Oder soll da dann der Bräutigam Schaden und Reinigung bezahlen?

#5 RE: Fußballklubs sollen für Randale in Zügen zahlen von Christian Karwelies 11.07.2012 09:35

Ich kann mich erinnern. Zum evangelischen Kirchentag wurde auch mal ein Sonderzug eingesetzt. Man verwendete nagelneue Bombadier Doppelstockwagen. Es blieb alles heil. Es kann auch so gehen.

#6 RE: Fußballklubs sollen für Randale in Zügen zahlen von Stefan Weiskopff 11.07.2012 09:59

Sorry aber wenn ich diese Aussagen lese , weis ich was ich von so manchen Politiker halten soll ... nix bis überhaupt nix .. Das die grosse Gruppe Fußballfans eine perfekte Deckung für Straftaten abgibt ist leider Richtig und in den Stadien sind die Medien eine perfekte Bühne aber wollen wir die Aussage vom hochbezahltem Herrn Ramsauer mal beleuchten "Herausgetretene Türen, zerschlagene Fenster, aufgeschlitzte Sitze " !! Für mich sind das Straftatten egal ob von Fußballfans , Punks , besoffenen oder oder oder , und hier gibt es nur einen der dagegen Vorgehen kann und das ist der Staat mit seinen Rechtsaeinrichtungen ( Justiz und Polizei ) der mit gerade aus dem Geldtopf " Bundesliga " eine Menge Steuergelder bekommt . Oder müssen die Farbfirmen demnächst auch für die Grafitieschäden bezahlen ?? Würde sofort noch mehr Arbeitslose bedeuten ..
Nur wenn man die Aufklärungsrate der Straftaten nahe 100 % ( Ok ein Traum ) hat hört das auf . Und jeder der öfters mal Zug fährt oder sich einfach nur so manchen Bahnhof anschaut weis das sind nicht nur die Fußballfans sondern vieles wird leider als ganz normal angesehen . Sehe das bei unseren Strassenbahnen nur mal so als Vergleich und egal ob Fußball oder nicht . Sicher sollten die Vereine ihre Ordner besser auswählen aber auch hier bleibt da man ja selbst sagt das Abrennen von Feuerwerksartikel ist eine Straftat muß hier der Staat eingreifen und diese Straftaten unterbinden .
Nur leider gerade in den Zügen sieht es doch so aus das so manch ein Zugbegleiter lieber mal in eine andere Richtung schaut , weil er genau weis ich bin jetzt weit weg von einer Großstadt und bis die Polizei zu meinem Zug kommt sind die Leute lachend Meilenweit weg ...

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