#1 München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Andreas Beeck 24.07.2012 16:49

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Nicht nur bis zu 5 P-Züge sollen wieder in Betrieb gehen, auch über Ankauf / Ausleihe anderer Gebrauchtfahrzeuge wird nachgedacht.

Zitat von http://www.swm.de/dms/swm/pressemitteilu...g20120724-4.pdf

Variobahnen:
 Hersteller kann Serienschaden noch nicht klären
 MVG fordert Stadler zu Reparatur in Eigenregie auf
 Altbauzüge bleiben länger im Einsatz


Die Lösung des langwierigen Problems mit der endgültigen Zulassung der 14 neuen Variobahnen für die MVG durch die Technische Aufsichtsbehörde bei der Regierung von Oberbayern – diese hatte eine Vielzahl weiterer Nachweise und Gutachten gefordert – schien Anfang dieses Jahres endlich in der Zielgeraden. Dann trat, nicht nur in München, ein Serienschaden in den Rädern der Variobahnen auf: Einzelne Gummielemente in den gummi-gefederten Rädern der neuen Straßenbahnen bekamen Risse. Der Herstel-ler, die Firma Stadler Pankow, wurde aufgefordert, das Problem zu unter-suchen und zu lösen. Die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) wies darauf hin, dass dies Voraussetzung für eine endgültige Zulassung sei, ließ die Münchner Variobahnen weiterhin nur vorläufig und mit Auflagen weiter-fahren. Da sich die Schäden in den Rädern in den folgenden Monaten mehrten, war ein Teil der Variobahnen aufgrund der Auflagen nicht mehr einsetzbar.

Die MVG, die die neuen Züge bestellt hatte, um das Angebot bei der Münchner Tram zu verdichten und die letzten nicht barrierefreien alten Trambahnen auszumustern, musste daher in den letzten Monaten geplante Fahrplanverdichtungen verschieben und auch mehrfach einzelne Züge kurzfristig durch Busse ersetzen. Entsprechend massiv und wiederholt for-derte MVG-Chef Herbert König die Fima Stadler zur schnellen Klärung und Behebung des Problems auf. Bis Ende Juni sollte dies spätestens erfolgen; diese Frist hatte auch die Technische Aufsichtsbehörde gesetzt, damit die bis 31.8.2012 befristete Zulassung in eine endgültige umgewandelt werden könnte.

Zu diesem Termin legte die Fa. Stadler nun ein Sachverständigengutachten vor, das zu dem Schluss kam, dass Fehler in der Mischung und Verarbeitung der Gummielemente die Schadensursache sein könnten. Eine defini-tive Schadensursache enthält das Gutachten aber ebenso wenig wie einen belastbaren Vorschlag zur Schadensbehebung. Der Gutachter schlägt viel-mehr eine Bestückung von zwei Variobahnen mit neuen (veränderten) Gummikörpern und eine längere „Beobachtung“ dieser „Typprüffahrzeuge“
unter Realbedingungen und unterschiedlichen Außentemperaturbedingungen (darunter mindestens eine Winterperiode) vor, um zunächst die Wirksamkeit dieser Maßnahme zu bewerten.

Für die MVG ergeben sich hieraus folgende Konsequenzen:

 Es gibt derzeit offenbar beim Hersteller noch keine Sicherheit über die Schadensursache, somit auch kein definitives Reparaturkonzept. Es ist daher auch keineswegs ausgeschlossen, dass während und nach Abschluss des vorgeschlagenen Tests neuer Gummielemente das Schadensbild erneut auftritt und daher seitens der Fa. Stadler eine erneute zeitaufwändige Ursachensuche einzuleiten ist. Es gibt somit leider auch keine Sicherheit, dass sich das Thema nicht noch länger hinziehen könnte.

 Die TAB kann und wird daher entsprechend ihren früheren Vorgaben bis auf weiteres noch keine endgültige Zulassung für die Variobahn erteilen. Ob und unter welchen Bedingungen die vorläufige Zulassung über den 31.8.2012 hinaus verlängert wird, ist derzeit noch unklar.

 Selbst bei Erteilung weiterer befristeter Einsatzgenehmigungen unter Auflagen besteht für die MVG bis auf weiteres noch keinerlei Einsatzsicherheit, weil es kein dauerhaft wirksames Reparaturkonzept gibt und den Fahrzeugen jederzeit, insbesondere beim erneuten Auftreten von Schäden an den Gummielementen, die Einsatzfähigkeit entzogen werden kann.

Die von der Fa. Stadler als Hersteller zu vertretende Situation und der hiermit verbundene temporäre Fahrzeugmangel könnte leider weiter Auswirkungen auf das Fahrplanangebot der MVG haben. Im laufenden Jahr würde dies allerdings erst voraussichtlich ab 24.11. spürbar, da bis dahin infolge diverse Gleisbaumaßnahmen ein vorübergehend reduzierter Tram-Fahrzeugbedarf besteht.
In welchem Umfang und ab wann die geplanten Taktverdichtungen möglich sind, hängt natürlich ebenfalls von der Fahrzeugverfügbarkeit ab und muss für den ab Dezember gültigen Fahrplan spätestens Ende August entschieden werden. Die MVG wird bis dahin unterschiedliche Stufenkonzepte in Abhängigkeit von der verfügbaren Fahrzeugzahl erarbeiten.

Um die negativen Auswirkungen der Nichtverfügbarkeit der Variobahnen ab 24.11. und dann ggf. ab Fahrplanwechsel im Dezember so weit wie möglich zu reduzieren, wurden und werden seitens der MVG aktuell folgende Maßnahmen getroffen:

 Die vorhandenen (nicht barrierefreien) Altbauzüge vom Typ P (vsl. 5 Züge) werden ab sofort unter Inkaufnahme eines erheblichen Mittel-bedarfs aufgearbeitet, um ihre weitere Einsetzbarkeit trotz ihres hohen Alters (rund 45 Jahre) sicherzustellen.

 Durch veränderte Arbeitszeiten und Schichteinteilungen (in Abstimmung mit dem Betriebsrat) sowie Personalzuschaltung in den Werkstätten wollen SWM/MVG versuchen, Reparaturzeiten für den vorhandenen Fahrzeugbestand nochmals zu verkürzen, um damit die Häufigkeit von schadens-, insbesondere unfallbedingten Fahrzeugausfällen zu reduzieren.

 Da deshalb alle Werkstattkapazitäten von SWM/MVG auf die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der vorhandenen übrigen Tramfahrzeuge zu konzentrieren sind, wird die Übernahme von Arbeiten zum Austausch von Gummikörpern an Variobahnen im Auftrag der Fa. Stadler ab sofort eingestellt.

 Die Fa. Stadler wurde von MVG-Chef König aufgefordert, in eigener Verantwortung schnellstmöglich eine dauerhafte Reparatur der Fahr-zeuge und die Herstellung eines zulassungsfähigen Zustands vorzuneh-men. Die Fa. Stadler wurde ferner aufgefordert, hierfür einen Zeitplan vorzulegen, damit der Zeitpunkt für die belastbare Wiedereinsetzbarkeit der Fahrzeuge für die MVG kalkulierbar wird.

Der eventuelle Einsatz gebrauchter Straßenbahnen wird parallel hierzu weiterverfolgt. Allerdings wäre dafür Voraussetzung, dass bei deren Zu-lassung durch die TAB für das Münchner Netz deren in Deutschland bereits bestehende Zulassung andernorts mitberücksichtigt und nicht die heutige Normenlage zum Maßstab gemacht wird. Normen haben sich natürlich in den letzten Jahrzehnten geändert, gebrauchte Fahrzeuge sind logischer-weise nach älteren Normen gebaut. Hierzu werden weitere Gespräche mit der Aufsichtsbehörde geführt.
Eine Anmerkung noch zur Behauptung, die MVG hätte vorschnell Altbau-fahrzeuge nach Rumänien abgegeben: Die Abgabe erfolgte in den Jahren 1998 bis 2004. Die Fahrzeuge wurden aus technischen Gründen ausge-mustert; sie waren aufgrund ihres Zustands in Deutschland nicht mehr einsetzbar und wurden bereits durch die in den Jahren 2000-2001 beschafften Neubauzüge (Typ R 3.3) ersetzt. Die durch die Variobahnen zu ersetzenden restlichen Altbauzüge stehen hingegen nach wie vor in München zur Verfügung und werden jetzt, wie oben dargestellt, auch länger eingesetzt.

#2 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Alexander Schmitz 24.07.2012 16:54

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Zumindest die Inbetriebnahme von Gebrauchtfahrzeugen in München scheint schon länger gehandelt zu werden. Ich könnte mit da beispielsweise sehr gut ein paar der Duisburger GT10NC-DU vorstellen, Auslandserfahrung haben die ja ;-)

#3 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Julian Zimmermann 24.07.2012 17:01

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Hab gehört in Poznan verweilen derzeit schöööne Fahrzeuge, mit 8 Achsen, sogar in Zweirichtungsausführung, in Rot-weiß, mit Boschhorn :D^^

#4 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Daniel Wottringer 24.07.2012 17:21

GT10dingskisten wären wohl das schlimmste, was München passieren könnte. Zumindest in dem Zustand, in dem sie sich gerade befinden.

#5 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Alexander Schmitz 24.07.2012 17:31

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Die würden aber trotz Jacobsdrehgestellen wegen ihrer geringen Breite wohl recht gut ins Netz passen und böten sogar Niederflurkomfort...

#6 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Marcel Hilgers 24.07.2012 19:33

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Ui...dafür, dass der P-/p-Wagen-Einsatz vor dem Aus stand, ist die Aufarbeitung von wahrscheinlich 5 Fahrzeugen doch eine sehr erfreuliche Nachricht.

#7 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Marcel Hilgers 24.07.2012 22:53

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Wie ich auf einer anderen Homepage lesen konnte, sollen wohl auch die beiden Partywagen wieder für Linienfahrten umgerüstet werden. Eine kleine Übersicht der noch in München vorhandenen Fahrzeuge:

P-Wagen:
2005 (seit Ende Dezember 2011 abgestellt -> Wird angeblich gerade Hauptuntersucht)
2006 (aktiv, Sonderfahrten)
2009 (abgestellt im MVG-Museum)
2010 (aktiv -> Wird angeblich gerade Hauptuntersucht)
2021 (aktiv und frisch hauptuntersucht)
2028 (30. September Fristablauf -> Wird Hauptuntersucht)
2031 (aktiv, Partywagen mit eingebauter Bar)

p-Wagen:
3004 (aktiv)
3005 (aktiv)
3014 (aktiv)
3037 (abgestellt -> Wird angeblich gerade Hauptuntersucht)
3039 (aktiv, Partywagen)

#8 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Christian Kapteina 25.07.2012 14:31

Könnte man nicht b.a.W. die Varios mit den langen NFs der VAG Nürnberg tauschen? In Nürnberg laufen die Varios ja mittlerweile, oder gibts da in den optisch gleichen Bahnen irgendwelche gravierenden Unterschiede?

#9 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Andreas Beeck 25.07.2012 21:47

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Bring die nicht auf dumme Ideen... *Hochflur fahren will*

#10 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Marcel Hilgers 11.10.2012 09:42

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https://www.facebook.com/photo.php?fbid=...1&type=1&ref=nf

Zitat von MVG Münchner Verkehrsgesellschaft mbH
Nicht nur um neue Fahrzeuge kümmern wir uns: Derzeit noch in der Tramwerkstätte, bald fit für eine weitere Runde im Tramnetz - unsere P-Wagen aus den 60er-Jahren sollten eigentlich um diese Zeit in Ruhestand gehen. Stattdessen werden sie jetzt von unseren Fachleuten noch mal aufwendig aufbereitet – von oben, innen und unten. Die Nostalgiker unter den Trambahnnutzern wird’s freuen… Der Hintergrund ist: Mit den Variobahnen kann derzeit noch nicht verlässlich geplant werden, aber wir benötigen jeden Zug – schließlich wollen wir zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember wieder einige Verbesserungen im Bereich Tram umsetzen.



3037 ist einer der Beiwagen und gerade recht offensichtlich in der Hauptuntersuchung...

Hier noch der aktuell gefahrene Kurs: http://www.tramgeschichten.de/2012/10/01...-17/#more-10967

#11 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Marcel Hilgers 11.10.2012 21:05

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Mal eine aktualisierte Wagenliste...grüne Nummern werden reaktiviert/hauptuntersucht/zurückgebaut!

P-Wagen:
2005 (seit Ende Dezember 2011 abgestellt -> wird hauptuntersucht)
2006 (aktiv, Sonderfahrten -> wird für den Linienverkehr zurückgebaut)
2009 (abgestellt im MVG-Museum)
2010 (aktiv -> wird hauptuntersucht)
2021 (aktiv und frisch hauptuntersucht)
2028 (30. September Fristablauf -> Wird Hauptuntersucht)
2031 (aktiv, Partywagen mit eingebauter Bar -> wird für den Linienverkehr zurückgebaut)

p-Wagen:
3004 (aktiv)
3005 (aktiv)
3014 (aktiv)
3037 (abgestellt -> wird hauptuntersucht)
3039 (aktiv, Partywagen -> wird für den Linienverkehr zurückgebaut)

#12 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Raimund R. 12.10.2012 15:19

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Tja die Varios scheinen ja große Probleme zu machen. Nach langem ach und Krach fahren nun in Potsdam auch die ersten 9 von mindestens 10 Varios. Auch hier musste Stadler einiges nachbessern und es hat sehr lange gedauert bis die Bahnen zugelassen wurden. Und das geniale ist: JEDE einzelne Bahn muss einzeln zugelassen werden. Nicht mehr wie früher ein Fahrzeug für die Abnahme und alle dürfen laufen!!! So scheint es ja wohl auch in München und Nürnberg zu sein, oder? Wer mehr dazu weiss kann mich ja bitte mal per PN informieren. Aber so der bringer sind die Variobahnen nicht!

Denn sie fallen auch in Potsdam immer wieder mal regelmäßig aus. Zwar laufen sie besser als zu beginn, aber immer noch mit Krankheiten!

#13 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Marcel Hilgers 18.11.2012 12:45

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Die ehemaligen Partywagen 2031/3039 sind seit wenigen Tagen wieder im Liniendienst anzutreffen...aktuell werden somit 2 Umläufe auf der Linie 17 (Kurs 3 und 5) mit P-/p-Wagen-Verbänden gefahren.

http://www.tramgeschichten.de/2012/11/14...m-liniendienst/

#14 RE: München - unklare Schäden an den Variobahnen // P-Wagen kehren in den Liniendienst zurück von Marcel Hilgers 23.12.2012 20:31

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Sie vermehren sich...viel fehlt nicht mehr...


Eine aktuelle Übersicht:
P-Wagen:
2005 (In Hauptuntersuchung)
2006 (aktiv im Liniendienst)
2009 (abgestellt im MVG-Museum)
2010 (In Hauptuntersuchung)
2021 (aktiv im Liniendienst)
2028 (aktiv im Liniendienst)
2031 (aktiv im Liniendienst)

p-Wagen:
3004 (aktiv im Liniendienst)
3005 (In Hauptuntersuchung)
3014 (aktiv im Liniendienst)
3037 (In Hauptuntersuchung)
3039 (aktiv im Liniendienst)

Gefahren werden folgende Kurse:
17-03 (Amalienburgstraße - Schwanseestraße, Montag-Freitag)
17-06 (Amalienburgstraße - Schwanseestraße, Montag-Freitag)
17-08 (Amalienburgstraße - Schwanseestraße, Montag-Freitag)
17-10 (Amalienburgstraße - Schwanseestraße, Montag-Freitag)
27-32 (Sendlinger Tor - Petuelring, Montag-Freitag)

Quelle: http://www.tramgeschichten.de/

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