#1 Bahnfahren auf der Siegstrecke schlimm wie nie zuvor von Marcel Hilgers 22.10.2012 18:54

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Zitat von http://www.ak-kurier.de/akkurier/www/art...m-wie-nie-zuvor
Bahnfahren auf der Siegstrecke schlimm wie nie zuvor
Die neuen Talent-2-Züge der Deutschen Bahn AG wurden vollmundig als fahrgastfreundlich und bequem sowie pünktlich angepriesen. Nichts davon ist eingetreten, die Kritik der Bahnkunden auf der Siegstrecke nimmt deutlich zu. Die SPD-Politiker MdB Sabine Bätzing-Lichtenthäler und MdL Thorsten Wehner berichten von steigenden Beschwerden, vor allem der Platzmangel mache den Reisenden in den Spitzenzeiten zu schaffen. Beide Politiker sehen Handlungsbedarf.


Kreisgebiet. Geradezu überschwänglich waren die Ankündigungen der Deutschen Bahn bei Unterzeichnung des Rahmenvertrags über die Lieferung der neuen Talent 2-Züge durch den Hersteller Bombardier Transportation. Bequem, fahrgastfreundlich und vor allem schnell und damit pünktlicher sollten sie sein. Und entsprechend hoch waren auch die Erwartungen, als die DB Regio NRW GmbH als Betreiberin des Rhein-Sieg-Expresses ankündigte, auf der Regionalexpresslinie RE 9 die alten Doppelstockzüge schrittweise durch die Elektrotriebwagen der Baureihe ET 442 – so die offizielle Typenbezeichnung – zu ersetzen.

Doch schon die Einführungsphase war von einer Pannenserie begleitet gewesen. Bereits im Dezember 2010 sollten die neuen Züge fahren, erhielten aber zunächst keine Betriebszulassung vom Eisenbahn-Bundesamt. Seit Juni dieses Jahres verkehren die Elektrotriebwagen auf der Siegstrecke - mit kurzer Unterbrechung wegen defekter Türen. Aber wenig hat sich seitdem offenbar für die Fahrgäste im Regionalexpress verbessert. Darauf lassen zumindest die Beschwerden von Bahnkunden schließen, die sich in jüngster Zeit vermehrt an die Wahlkreisbüros der Bundestagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler sowie des Landtagsabgeordneten Thorsten Wehner wenden und dort ihrem Ärger Luft machen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht dabei das aus Sicht der Petenten unzureichende Sitzplatzangebot in den Talent 2-Zügen. Ein herkömmlicher Doppelstockwagen 2. Klasse verfügt je nach Ausstattung über bis zu 139 Sitzplätze pro Wagen. Mit einem 1. Klasse-Abteil immerhin noch 81 Plätze in der 2. Klasse. Ein fünfteiliger ET 442 komme insgesamt auf gerade einmal 285 Plätze in der 2. Klasse.

„Gerade im Schüler- und Berufsverkehr ist das viel zu wenig“, so die übereinstimmende Meinung der Reisenden, die von völlig überfüllten Zügen zu Hauptverkehrszeiten sprechen. Zwar würden weiterhin in Spitzenzeiten Doppelstockzüge eingesetzt, dies betreffe aber nur einzelne Verbindungen.
Die SPD-Politiker erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass durch die DB Regio NRW insgesamt 15 Einheiten bestellt wurden. Davon sind drei Einheiten dreiteilig, zehn vierteilig und zwei fünfteilig. Rein rechnerisch müsste ein Talent 2-Triebzug mindestens siebenteilig fahren, um annähernd die gleiche Sitzplatzkapazität anbieten zu können wie ein fünfteiliger Zug mit Doppelstockwagen.

Aber auch die Pünktlichkeit sei deutlich hinter den Erwartungen geblieben, so die Meinung der Bahnkunden. Einerseits verfügten die Talent 2-Züge über höhere Beschleunigungs- und Bremswerte. Andererseits hätten sich die Haltezeiten an den Bahnhöfen bei hohem Andrang spürbar verlängert. Hierbei wird auf die schmaleren Einstiege und eine „überempfindliche“ Technik hingewiesen, wodurch sich Türen nicht nur zögerlicher öffnen würden, sondern des Öfteren auch durch stehende Fahrgäste in den Türbereichen beim Schließen blockieren könnten.
„Was die Züge auf der Strecke an Zeit einsparen, geht beim Ein- und Aussteigen wieder verloren“, berichtete ein Bahnkunde, der darüber hinaus keine nennenswerte Qualitätsverbesserung beim Sitzplatzkomfort erkennen kann.
„So schlimm wie im Moment waren die Zustände in den Zügen noch nie“, fasst ein Berufspendler, der nach eigenen Angaben seit 35 Jahren auf der Siegstrecke unterwegs ist, die aktuelle Situation zusammen und verlangt direkt die komplette Abschaffung der Elektrotriebwagen und die Rückkehr zu den Doppelstockzügen.

Einer solch radikalen Forderung wollen sich Bätzing-Lichtenthäler und Wehner zwar nicht anschließen. Gleichwohl sehen die SPD-Politiker Handlungsbedarf. „Der Zustand, so wie er jetzt ist, kann nicht andauern. Es muss eine möglichst kurzfristige Lösung im Interesse der betroffenen Fahrgäste gefunden werden“, erklären die Abgeordneten.
In einem gemeinsamen Schreiben habe man sich sowohl an die DB Regio NRW GmbH als Betreiberin der Linie als auch an die für den Schienenpersonennahverkehr zuständigen Zweckverbände in Koblenz und Siegen gewandt und um Stellungnahme gebeten.



Passenderweise ist die Tage der erste 5-Teiler als HVZ-Zug von Siegen gen Köln gefahren...mit dem Resultat, dass es Fahrgäste gab, die auf den nächsten Zug warten durften, weil keine Zeitung mehr reinpasste.

#2 RE: Bahnfahren auf der Siegstrecke schlimm wie nie zuvor von Michael H. 22.10.2012 19:27

Schon komisch, dass die Platzproblematik in diesem Forum schon vor weit über einem Jahr diskutiert wurde. Und wann kapieren die Politiker endlich mal, dass nicht das EVU für die Kapazitäten verantwortlich ist, sondern der Verkehrsverbund? (Kurzfristige) Lösungen wird es nicht geben können, weil diese Geld kosten würden und die Verkehrsverbünde chronisch pleite sind.

#3 RE: Bahnfahren auf der Siegstrecke schlimm wie nie zuvor von Marcel Hilgers 22.10.2012 19:29

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Doch, kurzfristige Lösungen kann es geben. Nennt sich 111 + Doppelstockwagen...

#4 RE: Bahnfahren auf der Siegstrecke schlimm wie nie zuvor von Andreas Beeck 22.10.2012 21:22

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Die Vernunft hat in diesem Land hat in letzter Zeit halt leider nicht mehr jeden Entscheidungsträger befallen.
Ich glaube vor Jahren bei Bekanntwerden der Vergabe und der geplanten Fahrzeuge wurde hier schon diskutiert, dass die einstöckigen Fahrzeuge so lang sein müssten, dass jeder Bahnsteig zu kurz wird oder es wird rappelvoll.
Und wie die Vernunft es eben sagt, ist es genau so eingetreten. Hauptsache billig eben...

#5 RE: Bahnfahren auf der Siegstrecke schlimm wie nie zuvor von Yasin Erik 22.10.2012 21:22

Letzten Samstag wurde nur ein 5-Teiliger Triebwagen für die Fahrt um 18:47 in Köln nach Aachen eingesetzt. Das Resultat war, dass der Hamster auf beiden Backen voll war, und kein Fahrgast mehr reinpasste.

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