#1 Duisburger Straßenbahnverkehr vor dem aus von Christopher Lambers 03.09.2014 09:22

Duisburg
Schnell handeln, oder es droht das Aus


Duisburg. Die Zukunft des Nahverkehrs auf der Schiene in Duisburg ist in Gefahr, wenn die Erneuerung der Zugsicherung auf absehbare Zeit nicht in Angriff genommen wird.

Hildegard Chudobba
Die CDU-Vertreter im Aufsichtsrat der DVG werden in der nächsten Sitzung das Thema Zugsicherung auf die Tagesordnung bringen. Bekanntlich hat Düsseldorf das Projekt ausgeschrieben, Duisburg aber nicht, weil der Stadt dafür das Geld fehlt. Sie müsste rund 40 Millionen Euro in neue Technik investieren. "Düsseldorf wird wohl im kommenden Jahr mit der Erneuerung beginnen", schätzt Frank Heidenreich, Sprecher der CDU im DVG-Aufsichtsrat. "Für uns wird es dann allerhöchste Zeit, mitzuziehen. Denn sonst fahren irgendwann gar keine Bahnen mehr durch den Tunnel und wir erleben das Ende des schienengebundenen Nahverkehrs."

Bekanntlich arbeitet die Zugsicherung im U-Bahn-Tunnel mit veralteter Technik. Nur noch ein gutes Jahr sieht sich die Herstellerfirma in der Lage, Ersatzteile für die Uralt-Computer zu liefern.

Arbeiten die Düsseldorfer irgendwann mit dem neuen System, ohne dass sich Duisburg "dranhängt", droht die Straßenbahnlinie U 79 an der Stadtgrenze zu enden. Fällt das System in unserem U-Bahn-Tunnel aus, würde gar keine Straßenbahn mehr fahren können. Ähnlich wie es Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzerns, in seinem Gastbeitrag für die RP beschrieben hatte, sieht auch Heidenreich ein Hauptproblem darin, dass für Ersatzinvestitionen im Nahverkehr seitens der öffentlichen Hand zu wenig Geld bereitgestellt wird.

"Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr darf laut Landesgesetz Ersatzmaßnahmen nicht bezuschussen", so Heidenreich, CDU-Fraktionsvorsitzender beim VRR. In dieser Funktion wird er in der kommenden Woche den "Tag des Nahverkehrs" in Berlin besuchen, bei dem mit Bundesverkehrsminister Dobrindt unter anderem über eine bessere Förderung der vorhandenen Infrastruktur im Öffentlichen Nahverkehr geredet wird. "Ich rechne allerdings nicht damit, dass er dort das Portemonnaie aufmacht", so Heidenreich. Zwar gäbe es einen interfraktionellen Beschluss im Bundestag, fünf Milliarden Euro in Verkehrsinfrastruktur zu investieren. "Aber damit ist auch der Auto-, Schiffs- und überregionale Schienenverkehr gemeint. Da ist die Frage, wie viel bundesweit für den Nahverkehr noch übrig bleibt."Im DVG-Aufsichtsrat will die CDU darüber diskutieren, welches Szenario droht, sollte die Stadt das Geld für die Zugsicherung nicht aufbringen können.

"Wir befürchten eine Einstellung des Schienenverkehrs der DVG. Das muss unter allen Umständen verhindert werden." Heidenreich fordert in diesem Zusammenhang, dass die Stadt schleunigst einen Finanzierungsvorschlag unterbreitet, "statt immer nur nach einem Schuldigen dafür zu suchen, warum sie das Geld nicht hat".

Eigentlich hätte sie die Mittel aus dem Cross-Border-Geschäft (bekanntlich hatte Duisburg vor Jahren sein Schienennetz an amerikanische Investmentbanken verleast und nach Vertragsende dafür rund 35 Millionen Euro bekommen) nehmen können.

Das Geld ist für die Verbesserung des Nahverkehrs bestimmt. "Die Millionen fließen jetzt aber in den Ausbau des Individualverkehrs auf dem Karl-Lehr-Brückenzug und sind damit für den Nahverkehr verloren", so Heidenreich.

Quelle: RP

#2 RE: Duisburger Straßenbahnverkehr vor dem aus von Dennis R. 03.09.2014 18:54

Ob der Tram-Tunnel überhaupt gebaut werden sollte, kann man sich streiten.

Aber wenn nichts passiert, es keine Ersatztteile mehr gibt, keine neue Technik da ist und die Uralte Technik ausfällt, die nichtmehr Repariert wird, heißt das auch kein Ruhrtunnel nach Meiderich mehr,...

Und in der Dusiburger Innenstadt wird die Hölle los sein.
Wieso hat man das nicht mit Signalen wie in Essen, Mülheim,... gemacht ?

#3 RE: Duisburger Straßenbahnverkehr vor dem aus von Stefan K 26.02.2015 10:14

Eine gute Nachricht für das westliche Ruhrgebiet! Der VRR übernimmt 80% der Kosten für die neue Zugsicherung der U79 in Duisburg.

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg...id10396867.html

#4 RE: Duisburger Straßenbahnverkehr vor dem aus von Henrik M. 26.02.2015 10:30

Dann sollte die Rheinbahn wohl auch mal schnell Fördermittel beantragen ... Gleiches Recht für Alle.

Einerseits eine gute Nachricht für den Schienenverkehr in DU, aber andererseits werden somit betonierte Fehlentscheidungen und Großmannssucht der Vergangenheit weiter gedeckt. Städte, die wirtschaftlich nachhaltiger gehandelt haben, werden jetzt bestraft, weil die begrenzten Fördermittel für Sünden der Vergangenheit verbraucht werden.

#5 Duisburger Straßenbahnverkehr gerettet von Dennis R. 27.02.2015 14:32

Das ist sehr erfreulich , dass die Duisburger es geschaft haben, Fördermittel für die U Bahn zu bekommen.
So ist das auch mit der Trennung der Linie an der Stadtgrenze vom Tisch. Vielleicht trauen sich die HF6 sich ja nach Duisburg.

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