Seite 1 von 2
#1 Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Rolf Aretz 02.03.2015 00:54

avatar

es scheint doch was zu tun.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moen...g-aid-1.4912593

Bei CDU und SPD mehren sich die Befürworter einer Verlängerung der Regiobahn S 28 vom Kaarster See bis nach Viersen. Von Ausbaukosten soll die Stadt verschont bleiben. Auf Rad- und Wanderwegen müssten Gleise verlegt werden. Von Dieter Weber

Für Dietmar Kornberger ist es eine Art Heimatflughafen: Hier in seinem schmucken Neubau an der Donker Straße 211 kann der Pilot, der seit 30 Jahren wöchentlich durch die ganze Welt jettet, herrlich entspannen. Die Kulisse ist reizvoll: ein kleines Waldstück,
der Euroga-Radweg, in anderer Richtung die Niers. Nur die Autobahn 57 stört die Szenerie - aber die war schon da,
als sich Kornberger mit Partnerin Simone Knobel, Kindern und Haustieren in der Donk niederließ.

Seit kurzem ist es mit ihrer Gelassenheit vorbei: Unmittelbar am Haus des Paares könnte die Regiobahn S 28 vorbeiführen, für deren Verlängerung vom Kaarster See bis nach Viersen sich Politiker im Kreis Viersen stark machen. Bei den Mönchengladbachern stieß das Projekt bislang auf wenig Gegenliebe, weil man von zu hohen Kosten für die Stadt ausging und keine Vorteile in dieser 14,3 Kilometer langen Verlängerung über Schiefbahn, Neersen bis nach Viersen erkannte. Doch diese Ablehnung weicht auf.

Auslöser ist ein Treffen, zu dem der Landrat des Kreises Viersen eingeladen hatte. Er wollte mit den Verwaltungschefs der Kommunen klären, ob es sinnvoll ist, an dem Projekt "Verlängerung S 28" festzuhalten. Auch OB Hans Wilhelm Reiners (CDU) war dabei. Er weigerte sich, eine entsprechende Vereinbarung zu unterschreiben, sicherte jedoch zu, das Thema in der Ratssitzung Ende April auf die Tagesordnung zu bringen. Bis dahin will die Gladbacher Verwaltung den Politikern eine entscheidungsreife Vorlage liefern.

Darin soll zum Beispiel stehen, dass die Regiobahn GmbH - bei der S 28 handelt es sich um eine Privatbahn - der Stadt zusichert, dass ihr keine finanziellen Belastungen bei den Baukosten entstehen, weil sie selbst ohne Haltepunkt bleibt. Denn Gleise liegen auf der vorgesehenen Trasse längst nicht mehr und müssten komplett neu verlegt werden. Von rund 60 Millionen geht das Unternehmen aus, für eine Elektrifizierung steigt die Summe um weitere neun Millionen Euro. Die Regiobahn GmbH will die Summe mit Förderung von Land und Bund aufbringen. An den Betriebskosten würde die Stadt über ihre Einbindung in den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr beteiligt - aber da zahlt die Stadt zum Beispiel auch mit, wenn die S 28 wie jetzt in Richtung Wuppertal verlängert wird.

Die Gesellschaft hat außerdem zugesichert, keinen Güterverkehr über die Strecke zu führen. Selbst das Argument, der Viersener würde beim Einkaufen dann an Gladbach vorbei in Richtung Düsseldorf fahren, ist nach Ansicht von Verkehrsexperten wenig stichhaltig.
Die S 28 wird vornehmlich von Berufspendlern genutzt. In einer Hinsicht hat die Stadt gegenüber der Gesellschaft bereits eine Stoßrichtung deutlich gemacht: Mönchengladbach will eine Verbindung von Düsseldorf über Venlo nach Eindhoven, mit Halt
in Gladbach. Sollte dieses Projekt, das ROCK-Projekt, durch die S 28-Verlängerung gefährdet sein, wird die Stadt dem
Regiobahn-Ansinnen nicht zustimmen.

Am Ende wird es von den Politikern abhängen. Die SPD, einst Gegner der S 28-Verlängerung, ist nicht mehr so kritisch, allerdings "sehr skeptisch" (so Fraktionsvorsitzender Felix Heinrichs). Dagegen gilt der CDU-Fraktionschef Hans Peter Schlegelmilch als Anhänger der regionalen Zusammenarbeit zwischen Gladbach und der Region. Schlegelmilch: "Wir brauchen mehr Kooperation.
Bei der Verlängerung der S 28 sind wir in der Fraktion noch in einem Klärungsprozess."

Für die Anwohner wäre eine Zustimmung ein herber Schlag. "Wir haben hier unter anderen Voraussetzungen gebaut.
Das Landschaftsschutzgebiet, in dem sich viele Jogger, Reiter und Spaziergänger bewegen, würde gewaltig leiden",
sagt Dietmar Kornberger.

#2 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Marius D. 02.03.2015 13:03

avatar

Zitat von Rolf Aretz im Beitrag #1


[...] Denn Gleise liegen auf der vorgesehenen Trasse längst nicht mehr und müssten komplett neu verlegt werden. Von rund 60 Millionen geht das Unternehmen aus, für eine Elektrifizierung steigt die Summe um weitere neun Millionen Euro.[...]




Bedeutet das, dass eine Elektrifizierung der S28 in Planung ist oder ist das nur ein Zahlenspiel, um das wünschenswerte Vorhaben bei den Bahnhassern unbeliebt zu machen?

#3 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Simon Dö. 02.03.2015 20:16

avatar

Schön, dass man bei der Regiobahn auch in die andere Richtung vorwärts kommt. Doch hier ist es wichtig, dass sich die Anbindung verbessert! So würde die Regiobahn Schiefbahn ja südlich tangieren und Willich selbst kaum anbinden. Eine Abschaffung der Linien 094 und SB86 darf mit der Verlängerung der S28 nicht einhergehen! Denn sonst würde die Anbindung nur ausgedünnt bzw. durch häufigeres Umsteigen belastet. Was evtl. sinnvoll wäre, wäre höchstens eine Kürzung bis Willich-Schiefbahn Bf. mit Taktverdichtung. Näheres müsste dann halt bei konkreteren Plänen festgestellt werden. Eine Verschlechterung der Anbindung wie in Kaarst sollte jedoch auf jeden Fall vermieden werden, schließlich sollte man ja aus Fehlern lernen.

#4 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Moritz L. 02.03.2015 20:33

avatar

Zitat von Marius D. im Beitrag #2
Bedeutet das, dass eine Elektrifizierung der S28 in Planung ist oder ist das nur ein Zahlenspiel, um das wünschenswerte Vorhaben bei den Bahnhassern unbeliebt zu machen?

Wäre es dir lieber erst mal zu bauen ohne zu wissen was es am Ende kostet? Das sind Dinge die im Vorfeld geklärt werden müssen. Man spielt mit offenen Karten, das ist gut. Interessant wird es am Ende wegen den Fahrzeugen. Da man sich im Moment noch gar nicht so sicher ist, ist eine Ausschreibung auch vergleichsweise schwer. Will man warten bis alles feststeht, schreibt man einen Hybriden aus, kommt eventuell doch ohne wenn und aber der Draht drüber sodass man E-Fahrzeuge bestellen kann? Hier ist noch viel offen.

#5 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Marius D. 02.03.2015 20:46

avatar

Mir geht es ja eher darum zu erfahren ob überhaupt geplant ist zu elektrifizieren. Denn wenn das nicht der Fall ist, wären das ja Kosten, die zwar publiziert werden, so aber nicht anfallen. Eine Elektrifizierung der kompletten S28 ist jedoch schon längst überfällig. Die kurzen Talente sind für ne S-Bahn einfach unhaltbar.

#6 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Christian Kapteina 02.03.2015 20:54

Naja, eine Änderung der Fahrzeuglänge liegt weniger an der Oberleitung als an den im Regiobahnbereich zu kurzen Bahnsteigen. Gibt auch längere Dieseltriebzüge.
Wobei ein 420 in Regiobahn-Lack hätte was :-D

#7 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Marius D. 02.03.2015 21:19

avatar

Zitat von Christian Kapteina im Beitrag #6
Naja, eine Änderung der Fahrzeuglänge liegt weniger an der Oberleitung als an den im Regiobahnbereich zu kurzen Bahnsteigen. Gibt auch längere Dieseltriebzüge.
Wobei ein 420 in Regiobahn-Lack hätte was :-D


Ich meinte halt beides. Zum einen ist die S28 zu kurz aber wird vor allem mit ziemlich lauten, stickenden und langsamen Dieseltreckern bedient.
Ja das wäre wirklich interessant! Ne Einfachtraktion würde sogar ausreichen fürs erste ...

#8 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Markus J. 07.03.2015 11:36

An den Geschwindigkeiten an sich dürfte sich durch Elektrifizierung nicht viel ändern, auch wenn ich zumindest auf dem Ost-Ast eine Erhöhung auf 100km/h (statt 80) für sinnvoll halte, um auch ggü. der S8 eine Alternative zu sein auf dem Weg zwischen Düsseldorf und Wuppertal.
Die 2-teiligen Talente sind ja insofern eine Sonderbaureihe, weil sie mit Getrieben ausgerüstet sind, die zwar nur noch 100km/h, dafür aber eine deutlich höhere Beschleunigung erlauben - und die ist wieder absolut beeindruckend für Dieseltraktion.
Deswegen und wegen der Bahnsteiglängen kann man dort auch nicht einfach schmerzfrei 3-teilige Talente (BR643 und BR644) oder 2-Teiler der NWB oder Euregiobahn einsetzen.

Eine Elektrifizierung ist dem Vernehmen nach wohl bis zur nächsten Ausschreibung der Betriebsleistungen vorgesehen, wobei ich mir nicht sicher bin, wie lang der derzeitige Vertrag mit der RBE noch läuft.

#9 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Marius D. 07.03.2015 12:28

avatar

Zitat von Markus J. im Beitrag #8
An den Geschwindigkeiten an sich dürfte sich durch Elektrifizierung nicht viel ändern, auch wenn ich zumindest auf dem Ost-Ast eine Erhöhung auf 100km/h (statt 80) für sinnvoll halte, um auch ggü. der S8 eine Alternative zu sein auf dem Weg zwischen Düsseldorf und Wuppertal.
Die 2-teiligen Talente sind ja insofern eine Sonderbaureihe, weil sie mit Getrieben ausgerüstet sind, die zwar nur noch 100km/h, dafür aber eine deutlich höhere Beschleunigung erlauben - und die ist wieder absolut beeindruckend für Dieseltraktion.
Deswegen und wegen der Bahnsteiglängen kann man dort auch nicht einfach schmerzfrei 3-teilige Talente (BR643 und BR644) oder 2-Teiler der NWB oder Euregiobahn einsetzen.

Eine Elektrifizierung ist dem Vernehmen nach wohl bis zur nächsten Ausschreibung der Betriebsleistungen vorgesehen, wobei ich mir nicht sicher bin, wie lang der derzeitige Vertrag mit der RBE noch läuft.


Wird in Richtung Mettmann nicht schon 100km/h gefahren? Ansonsten finde ich hast du recht, was die Beschleunigung der Fremdfahrzeuge angeht. Und wegen den Bahnsteiglängen habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, wie die sich das vorstellen. Aber wenn man sich die Bahnsteige anschaut, haben die oft die Möglichkeit verlängert zu werden. Wenn dann demnächst mit dem Bau vom S-Bahn Halt Morgensternsheide und dem 2-Gleisigen Ausbau zwischen Karst und Neuss begonnen wird, ergibt sich ja die Möglichkeit, schonmal BR 430 Fähige Bahnsteige zu installieren.

#10 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Markus J. 07.03.2015 14:23

Die Höchstgeschwindigkeit auf der Regiobahn-Infrastruktur von Gerresheim bis Mettmann und Neuss Hbf - Kaarster See beträgt 80km/h. Viel mehr als 100 macht zwar nicht unbedingt Sinn, diese Stufe auf 100 würde aber gerade in den etwas längeren Abschnitten ohne Halt noch einiges bringen.

Die BR430 wird wohl im S-Bahn-Netz nicht zum Zuge kommen, ich denke eher an 440, 442 oder 1428, da ja die S-Bahn-Rhein-Ruhr eher eine Mischung aus RB und S-Bahn darstellt - das würde ich auch bei der S28 so sehen zwischen Vohwinkel und Gerresheim, sowie Neuss und dann ggf. Viersen. Trotzdem würden m.E. dann 120-150m-Bahnsteige Sinn machen. Auf Dauer werden die Fahrgäste nicht weniger und bei Elektrifizierung + ggf. 100km/h dürften auch Qualitätssprünge drin sein, díe nochmal deutliche Fahrgastzahlensteigerungen bringen.

Ich träume ja immernoch davon, dass eines Tages die S28 von Vohwinkel über die Nordbahn nach Wichlinghausen verlängert wird. Die dortige Nachfrage-Prognose ging Ende der 90er von 7000 Fahrgästen pro Tag aus, auf dem Rest der Strecke nur von 3000...
Trotz des Radweges sollte man sich das ggf. bei Erhöhung der Regionalisierungsmittel langfristig nochmal überlegen, denn die Trasse war früher 2-gleisig und auch ein 1-gleisiger Betrieb mit ausreichend Ausweichmöglichkeiten gerade in den Bahnhöfen Varresbeck, Loh, Mirke, Heubruch und Wichlinghausen lassen vmtl. sogar einen 20-Min-Takt, definitiv aber einen 30-Min-Takt (ggf. ab Vohwinkel, zugeschnitten auf RE4+RE11) zu und für die Anbindung des Neubaugebietes auf dem Wichlinghausener Bahnhof sowie des dortigen Schulzentrums wäre das sicher auch ein Traum.

#11 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Moritz L. 07.03.2015 19:13

avatar

Zitat von Markus J. im Beitrag #8
Deswegen und wegen der Bahnsteiglängen kann man dort auch nicht einfach schmerzfrei 3-teilige Talente (BR643 und BR644) oder 2-Teiler der NWB oder Euregiobahn einsetzen.

Ich glaube dass der Dreiteiler mit dem Fahrgastaufkommen auch recht gut zurecht kommt. Und zur Zeit ist ja immer noch ein 643 der NordWestBahn im Einsatz. Die Beschleunigung ist in der Tat nicht das Gelbe vom Ei, jedoch kann er die Fahrzeiten einhalten. Verlorene Zeit wieder rausholen wird schwer, aber einhalten. Vom Fahrzeug her wäre die Regiobahn vielleicht besser mit zwei Zweiteilern bedient (diese ziehen auch besser als ein normaler 643), aber die sind ja alle verplant und können noch weniger verliehen werden als der Leihwagen jetzt schon.

#12 RE: Regiobahn S 28 auf Euroga-Radweg ? von Rolf Aretz 17.03.2015 21:48

avatar

in RP heute:

Von Mettmann bis Viersen herrscht Einigkeit darüber, dass die Regiobahn außerordentlich erfolgreich ist und verlängert werden sollte. Nur in Mönchengladbach ist die politische Willensbildung unübersichtlich und schwer einzuschätzen.

Alle Augen richten sich nun auf die Stadt Mönchengladbach: Wird der Rat am 29. 4. die "gemeinsame Absichtserklärung" zur Verlängerung der Regiobahn von Kaarst bis Viersen billigen?
Während andere Städte und Kreise das Vorhaben unterstützen, tut sich Mönchengladbach schwer mit einer
Zustimmung zu dem Projekt. Lehnt die Stadt die Pläne ab, blockiert sie dadurch eine ganze Region.

Für den Kreis Viersen ist die Regiobahn keine Frage mehr. Er hat alles unternommen, um die ganze
Region für die Verlängerung zu gewinnen. Dafür ging er auch über die Grenze nach Venlo. Doch das Ziel,
die S 28 (Regiobahn) bis dort zu verlängern, ist vorerst aus Kostengründen gekippt worden - sehr zur
Enttäuschung der Niederländer übrigens.
Die heute am Kaarster See endende Bahn soll zunächst nur bis Viersen durchgezogen werden -
mit Haltepunkten in Schiefbahn und Neersen. Die Trasse ist vorhanden, auch wenn keine Schienen mehr liegen.
Die Strecke wurde nie entwidmet. Sie kann also jederzeit wieder in Betrieb genommen werden.
Ein kurzer Abschnitt läuft über Mönchengladbacher Stadtgebiet.

Im Kreis Viersen (und Regio Venlo) gibt es starke Pendlerbeziehungen nach Düsseldorf. Mit der S 28 könnten
sie im 20 Minuten-Takt auf direktem Weg in die Landeshauptstadt fahren. Nach einer Machbarkeitsstudie
entschied sich der Kreis für die Variante, die S 28 durchzuziehen und den RE 13 (Venlo-Hamm) über Mönchen-
gladbach keinesfalls einzuschränken.
Die Pläne einer schnellen IC-Verbindung von Eindhoven über Mönchengladbach nach Düsseldorf sollen
ebenfalls nicht gefährdet werden.

Damit Fördermittel des Landes abgerufen werden können, strebte der Kreis Viersen den regionalen Konsens an.
Ende 2013 stimmte die Initiative Metropolregion einhellig einer Vorhabenliste der Arbeitsgruppe Landesverkehrs-
projekte zu. Darin enthalten sind auch Bau und Betrieb der Regiobahn. Mit einer gemeinsamen Absichtserklärung
(Letter of Intent) soll diese Absicht noch untermauert werden. Der Kreis Mettmann und die Landeshauptstadt
befürworten die Verlängerung. Die Zustimmung des Kreises Viersen ist sicher, auch der Rhein-Kreis Neuss hat
keine Bedenken geäußert. Beteiligt sind noch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, die Regiobahn GmbH, die Regiobahn
Fahrbetriebsgesellschaft - und Mönchengladbach. Die Stadt wird, weil es keine Haltepunkte auf ihrem Gebiet gibt,
nicht gesondert an Kosten beteiligt, sondern nur über die übliche VRR-Umlage. Der Norden der Stadt würde am
Haltepunkt Neersen frei Haus bedient.

Befürworter sehen in der Verlängerung der Regiobahn entscheidende Vorteile für den Kreis Viersen und
Mönchengladbach. Wer hier wohnt, kann per Bahn Arbeitsplätze und Freizeitziele in Düsseldorf und
Umgebung staufrei im schnellen Takt erreichen. Davon profitieren außerdem Studierende und in ihrer
Mobilität eingeschränkte Auszubildende sowie auf Dauer die älter werdende Gesellschaft.

Der Nutzen der Regiobahn war im Raum Mettmann seinerzeit erheblich angezweifelt worden.
Die DB gab die Strecke dort Ende der 1990er-Jahre auf, weil täglich nur noch 200 Fahrgäste mitfuhren.
Die kommunal aufgebaute Regiobahn befördert heute täglich 23 000 Kunden. Sie wird bis 2017 bis
Wuppertal verlängert. Bei einem Besuch dort unterstrich vor wenigen Tagen der grüne Europa-
abgeordnete Michael Cramer, dass EU-Politiker die Strecke lieber heute als morgen bis Venlo
verlängern ließen. Am Geld solle es nicht scheitern, den weiteren Ausbau voranzutreiben.

#13 Regiobahn wird Elektrifiziert von Dennis Rusicke 18.03.2015 17:49

Da auf die Beiträge in diesen Thema passen, habe ich kein neues aufgemacht.

Zitat
Wenn alles so läuft, wie es sich die Verantwortlichen der Regiobahn vorstellen, müssten die Fahrer schon in fünf Jahren morgens nicht mehr den Motor warm laufenlassen. Das Verkehrsunternehmen plant langfristig, die komplette Strecke zwischen Kaarst und Mettmann zu elektrifizieren. Die Fahrgäste werden künftig mit modernen elektrisch betriebenen Bahnen befördert. Die Züge sind nicht nur wesentlich leistungsstärker, sondern sparen auch 30 Prozent Energie gegenüber den Diesel-Modellen ein.

Anschaffung neuer Züge für bis zu 35 Millionen Euro nötig

Die derzeit zwölf bislang mit Dieselmotoren angetriebenen Wagen könnten dann verkauft werden. „Wir haben bereits im vergangenen Jahr im Aufsichtsrat einen Beschluss gefasst, nachdem wir uns grundsätzlich für die Elektrifizierung der Strecke entschieden haben“, sagt Ulrich Bergmann, Geschäftsführer der Fahrbetriebsgesellschaft. Allerdings hat die Regiobahn diesen Beschluss bislang nicht öffentlich gemacht, arbeitet im Hintergrund aber schon eifrig an den Plänen. Denn bis die Oberleitungsmasten gesetzt werden können, braucht es Plan- und Baurecht. Auch die neuen Züge müssen in den Etat eingeplant werden. Eine mit Diesel betriebene Regiobahn kostet in der Anschaffung etwa vier bis fünf Millionen Euro. „Ich rechne damit, dass die Elektrofahrzeuge etwas günstiger werden“, sagte Bergmann. Möglicherweise braucht die Regiobahn dann auch nicht mehr wie bislang zwölf Wagen, sondern nur noch acht oder zehn. Macht eine Summe von etwa 30 bis 35 Millionen Euro, die investiert werden müssen.

Bei der Neuanschaffung könne man größere Wagen bestellen und auf die bislang gebräuchliche Doppel-Traktion von zwei aneinandergekoppelten Zügen verzichten. „Bislang konnte einmal die Stunde nur ein Wagen fahren, das wäre dann vorbei. Wir hätten mehr Kapazität“, sagt Bergmann.

Vorrangig will die Regiobahn jetzt den Ausbau der Oberleitung auf der Neubaustrecke nach Wuppertal vorantreiben. „Auf dem Stück bauen wir eh gerade, da bietet sich das geradezu an“, sagt Bergmann. Doch der Zeitplan ist offenbar recht straff. In fünf bis sechs Jahren soll die gesamte Flotte umgestellt sein.

Taktung bleibt durch Modernisierung erhalten

Aufgefallen ist die geplante Elektrifizierung der Strecke jetzt nicht etwa, weil die Regiobahn das von sich aus bekannt gemacht hat. Bei einer Sitzung des Mettmanner Kreisausschusses ging es um eine mögliche Taktumstellung innerhalb des Verkehrsverbundes. Der VRR hatte ursprünglich vor, dass einmal pro Stunde die Regiobahn nicht am Bahnhof Erkrath-Nord sowie am Bahnhof Hahnenfurth-Düssel hält. „Das wäre ein wahrer Schildbürgerstreich“, sagte Kreisdirektor Martin Richter. Man baut für 44 Millionen Euro eine neue Strecke in Richtung Wuppertal und einmal pro Stunde könnten die Fahrgäste einen Zug an sich vorbeirauschen sehen. Doch offenbar ist dieses Problem so gut wie vom Tisch.

Denn durch die Elektrifizierung erhalten die Regiobahn „spurtstarke Fahrzeuge“. Offenbar ist es so möglich, die beiden Haltstellen weiterhin im 20-Minuten Takt zu bedienen. Fahrgäste der S9, die in Wülfrath-Aprath zusteigen, müssen sich aber aller Voraussicht nach künftig auf einen 30-Minuten-Takt einstellen.



Auf jeden Fall sind das erfreuliche Nachrichten, dass diese Strecke elektifiziert wird.
Dann muss die S8 nicht mehr die zuspäten Dieseltriebwagen hinterherfahren. Ich hoffe, dass S Bahn Fahrzeuge wie der 430 oder die 420 eingesetzt werden.
http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-...otive-1.1890891
Hoffen wir, das da nichts dazwischen kommt.

#14 RE: Regiobahn wird Elektrifiziert von Marcel Hilgers 18.03.2015 18:28

avatar

Zitat von Dennis Rusicke im Beitrag #13
Ich hoffe, dass S Bahn Fahrzeuge wie der 430 oder die 420 eingesetzt werden.




Da werden eher neue Stadler Flirt oder Ähnliches angeschafft...

#15 RE: Regiobahn - Verkehrsvertrag von Knut R. 18.03.2015 19:26

avatar

Zitat von Markus J. im Beitrag #8
Eine Elektrifizierung ist dem Vernehmen nach wohl bis zur nächsten Ausschreibung der Betriebsleistungen vorgesehen, wobei ich mir nicht sicher bin, wie lang der derzeitige Vertrag mit der RBE noch läuft.


Der aktuelle Verkehrsvertrag läuft bis Dezember 2021 (Gesamtdauer: Dezember 2011 – Dezember 2021; 10 Jahre).
Bisher wurden die Verkehre auch nie öffentlich ausgeschrieben, sondern immer Direkt/ Inhouse vergeben.

#16 RE: Regiobahn wird Elektrifiziert von Simon Dö. 19.03.2015 14:51

avatar

Sind Flirts denn so sprintstark? Also ich würde auch wegen der Länge und des Strecken"formats" eher auf Talent 2 tippen. 420 oder 430 können wir uns aber eher abschminken, wären auch zu viele Türen für die Regiobahn und vllt. auch zu lang? Wäre interessant, wenn da mal Abmessungen hätte.

#17 RE: Regiobahn wird Elektrifiziert von Fabian K. 19.03.2015 15:07

avatar

Ich glaub das hat weniger mit der Länge der Bahnen zu tun, sondern eher mit dem Alter...

#18 RE: Regiobahn wird Elektrifiziert von Simon Dö. 19.03.2015 15:16

avatar

@ Fabian: Was meinst du genau? I.wie verstehe ich deinen Beitrag nicht so richtig. Also ich meinte, die Bahnsteige in Kaarst sind ja teilweise sehr kurz, deshalb war ich mir nicht sicher, ob Flirtsda dran passen. Wobei man die ja auch 3- oder 4-teilig bestellen kann oder wie auch immer. Außerdem sind das ja doch eher Regionalzüge und durch die Verlängerung(en), Elektrifizierung und einen möglichen(?) Ausbau zur 2-Gleisigkeit wird die S28 ja doch mehr und mehr zu einer echten, vollwertigen S-Bahn.

#19 RE: Regiobahn wird Elektrifiziert von Dennis Rusicke 19.03.2015 17:57

Zitat
420 oder 430 können wir uns aber eher abschminken, wären auch zu viele Türen für die Regiobahn und vllt. auch zu lang?


1. Die Bahnsteige sind lang genug dafür, weil ja 60m lange Doppelstraktionen fahren. Die 430 sind über Kupplung 68m lang, müsste also hinhauen.
2. Die vielen Türen können zu einen erneuten Fahrgastanstieg führen und vermeiden unnötig lange Umsteigezeiten wie z.B. in Düsseldorf Hbf/Bilk.
3. Die 430/420 haben die richtige Bodenhöhe für die S28. Oder ist ein Umbau auf 76cm geplant?

#20 RE: Regiobahn wird Elektrifiziert von Simon Dö. 19.03.2015 20:11

avatar

Punkt 1: Ok, das war ja meine Frage.
Punkt 2: Glaubst du, dass die so denken? Eine Erhöhung von 2 auf 12(?) Türen pro Seite ist schon überdimensioniert.
Punkt 3: Andere Fahrzeuge kann man ja sowohl für 76 als auch für 96 cm Bahnsteighöhe bestellen, daran solls wohl nicht scheitern..
Letztlich wissen wir noch nicht, was in ein paar Jahren auf dem Markt ist, von daher können es auch ganz neue Fahrzeuge werden.

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz