#1 [HAM] Breitenbach vs. Stadtwerke bzgl. Konzessionen von Dominik Wendt 03.08.2016 00:13

Zitat
Breitenbach konkurriert mit Stadtwerken um Buslinien

Hamm – Den Verkehrsbetrieben Hamm droht möglicherweise das Aus. Denn nach WA-Informationen soll sich auch der direkte Konkurrent vor Ort, das private Unternehmen Breitenbach, um die Konzession der Stadtwerke-Linien bewerben.

180 Arbeitsplätze der Verkehrsbetriebe stehen dann auf dem Spiel. Sollte die Bezirksregierung in Arnsberg die Konzession für die 80 Stadtwerke-Linien in Hamm zum 1. Januar 2018 an einen Mitbewerber vergeben, müssten die Stadtwerke den Mitarbeitern in ihrem Tochterunternehmen wohl kündigen und die Verkehrsbetriebe auflösen, war am Montag die Einschätzung von Nahverkehrsexperten. Die Konzession wäre dann nämlich für zehn Jahre weg.

Nach WA-Informationen soll es sich bei dem Mitbewerber um die Konzession der Stadtwerke-Linien um das private Unternehmen Breitenbach handeln. Breitenbach bedient bereits ein Viertel der Hammer Buslinien. Das Unternehmen nahm am Montag das Angebot zu einer Stellungnahme nicht an.

Nach dem Gesetz für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist die Betrauung befristet auf zehn Jahre und muss dann jeweils neu beantragt werden. Der Rat der Stadt Hamm hatte bereits im Vorfeld beschlossen, die Verkehrsbetriebe erneut für zehn Jahre mit der Durchführung des Linienverkehrs in Hamm zu betrauen. Das sollte im Wege einer „marktorientierten Direktvergabe“ geschehen. Dazu ist eine Veröffentlichung im EU-Amtsblatt erforderlich. Während der dreimonatigen Veröffentlichungsfrist, die am 19. Juli endete, konnten sich auch andere Verkehrsunternehmen bewerben. Bedingung war aber ein so genanntes eigenwirtschaftliches Angebot. Der oder die Bewerber müssen den Linienverkehr ganz ohne Zuschüsse betreiben können. Die Verkehrsbetriebe machen bislang jährlich Verluste in Höhe von 5,5 bis 6 Millionen Euro.

Nahverkehrsexperten gehen davon aus, dass der eigenwirtschaftliche Betrieb nur durch Qualitätseinbußen möglich wäre. Auch sei zu befürchten, dass die Löhne der Beschäftigten deutlich unter dem Niveau der Verkehrsbetriebe liegen dürften.

Das private Unternehmen Breitenbach muss der Bezirksregierung darlegen, wie das möglich sein soll. Auch die Stadtwerke werden ihre Wirtschaftlichkeitsberechnung vorlegen müssen.


Quelle: http://www.wa.de/hamm/breitenbach-verkeh...on-6628163.html
Nur kurz zur Info: Breitenbach ist ein größeres privates Verkehrsunternehmen, die sowohl eigene konzessionierte Linien (insb. im Bereich Werl und im Bereich Ahlen (Westf.) als auch Linien im Auftragsverkehr für die Stadtwerke Hamm, VKU, DSW21 und ggf. weitere Verkehrsunternehmen..

Diese Sache erinnert sehr stark an die Leverkuser Sache (in diesem Fall: Wupsi vs. Wiedenhoff). Solche Entwicklungen sehe ich sehr kritisch, bin mal gespannt ob es bei den "Fällen" Pforzheim, Hildesheim, Wupsi (Leverkusen/Rheinisch-Bergischer-Kreis) und Hamm bleibt...

#2 RE: [HAM] Breitenbach vs. Stadtwerke bzgl. Konzessionen von Marius D. 03.08.2016 00:49

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Pforzheim ist doch DB. Einziges Problem dabei war die Mtarbeiterübernahme oder konsequente Feuerung dieser. Da man das versäumt hat, machen die Pforzheim nun zu einer Autostadt... Fänd es topp, wenn der BVR auf einen Schlag die VG äähh swn übernehme würde jedoch so einen Quatsch wie Stadtbusdesign in Dormagen u.v.m. unterlässt. Einfach normale BVR Gelenk- und Solobusse und fertig.

Und du hast Oldenburg (Oldenburg) vergessen. Bei solch komplett eigenwirtschaftlichen Angeboten bei dieser Art von Unternehmen sehe ich das schon wieder ganz anders. Da ist das nicht wie beim DB Konzern, wo ein seriöses Unternehmen die Linien übernimmt und dieses halt den Konzern als Rückendeckung hat. Wenns Breitenbach finanziell mal schlecht geht siehts schnell zappenduster aus in Hamm oder sonstwo.

#3 RE: [HAM] Breitenbach vs. Stadtwerke bzgl. Konzessionen von H. Norfried V. 04.08.2016 10:47

Da geht es doch nicht um eine Übernahme der Unternehmen, sondern der Konzessionen. Deswegen muss der jeweilige städtische Betrieb dann auch schließen, denn er hat dann nichts mehr zu tun. Die Mitarbeiter können sehen, wo sie bleiben. Beim neuen Konzessionsinhaber werden sie sicherlich nicht zu den gleichen Konditionen oder gar besseren unterkommen, denn der muss den Verkehr ja ohne Zuschüsse betreiben. Dass vernünftiger, umweltgerechter und attraktiver Nahverkehr ohne Zuschüsse nicht machbar ist, ist eigentlich Konsens. Folglich wird es über die Qualität und ganz besonders wie in den letzten 20 Jahren üblich über Lohndrückerei laufen. Da ist es egal, ob es sich um eine DB-Tochter handelt oder um einen Breitenbach.

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