#1 Berlin... BVG bekommt neue Doppeldecker... bzw die neue Generation ist in Planung von Raimund R. 28.12.2016 19:11

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Wie ein ZEitungsbericht nun aufdeckt bekommt die BVG Berlin in nächster Zeit neue Doppeldecker Busse.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/ve...rbusse-25380236


Mehr Fahrgäste Berlin bekommt neue Doppeldeckerbusse

Ein grün leuchtendes Quadrat bedeutet: Dieser Sitzplatz auf dem Oberdeck ist noch frei. Rot heißt: Besetzt! Hier sitzt schon jemand. So informiert die elektronische Anzeige die Fahrgäste, ob es sich lohnt, im Doppeldeckerbus nach oben zu gehen.

In einem Fahrzeug, das die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im vergangenen Jahr erprobt haben, wurde dieser Service getestet – mit Erfolg. Jetzt steht fest: „Die neuen Busse werden ebenfalls eine solche Anzeige haben“, sagt BVG-Vorstandschefin Sigrid Evelyn Nikutta. Das Landesunternehmen plant die nächste Doppeldecker-Generation.

Seit vielen Jahren gehören doppelstöckige Fahrzeuge zum Berliner Nahverkehr. Schon bald nachdem die Berliner Omnibus-Compagnie 1846 auf fünf Pferdebuslinien den Betrieb aufgenommen hatte, rollten Wagen mit Ober- und Unterdeck durch die Stadt. Frauen durften allerdings erst 1896 nach oben – aus Gründen der „Schicklichkeit“.

Die Obrigkeit befürchtete, dass Männer unter die Röcke schauen. Die ersten Berliner Motorbusse hatten 1905 ebenfalls zwei Etagen, wobei die obere anfangs ohne Dach war. Seit 1925 fahren Doppeldeckerbusse mit geschlossenem Oberdeck durch Berlin. Bis heute prägt dieser Fahrzeugtyp das Berliner Stadtbild.


Bis zu 60 Liter auf 100 Kilometer

Die BVG hat mehr als 410 Doppeldecker. Doch die Dreiachser vom Typ Neoman A 39 sind im harten Berliner Alltag rasch in die Jahre gekommen, berichtet die BVG-Chefin.

„Die jüngste Doppeldeckergeneration ist zwar erst etwas mehr als zehn Jahre alt, aber man muss sich vor Augen führen, welche langen Strecken auch diese Busse zurücklegen – in der Regel pro Bus mehr als 70.000 Kilometer pro Jahr“, sagt Nikutta. „Derzeit sind wir in einer intensiven Diskussion, wie die neuen Berliner Doppeldecker aussehen sollen.“ Um Anhaltspunkte zu gewinnen, hat das Landesunternehmen im vergangenen Jahr drei Doppeldeckerbusse im Alltag erprobt.

Zwei davon, zweiachsige Fahrzeuge von VDL und Scania, waren deutlich kleiner als die „Großen Gelben“ der BVG. Nicht mal hundert Menschen hatten darin Platz – die jetzigen BVG-Doppeldecker können dagegen 113 Fahrgäste befördern. Der dritte Test-Bus, ein Fahrzeug des britischen Herstellers Alexander Dennis, hatte nur eine Treppe zum Oberdeck – nicht zwei Treppen wie bisher in Berlin üblich.


Kleine Busse kommen nicht gut an

Warum die BVG kleine Busse erprobte, war klar: Das Unternehmen erhoffte sich nicht nur niedrigere Kaufpreise, sondern auch geringe Betriebskosten. Die großen Dreiachser, die leer mehr als 17 Tonnen wiegen, verbrauchen auf hundert Kilometer bis zu 60 Liter Dieselkraftstoff – das geht ins Geld.

Doch inzwischen wurde entschieden: „Wir werden wieder große Doppeldecker beschaffen“, sagt Nikutta. „Sie passen auch besser zur wachsenden Stadt.“ Berlin wächst, auch die Zahl der BVG-Fahrgäste nimmt zu – da käme es schlecht an wenn das Unternehmen kleinere Busse beschaffen würde. Der Senat machte deutlich, dass dies schlecht zum Trend passen würde. Und der Berliner Fahrgastverband IGEB warnte: Kleinere Busse könnten „keinesfalls“ ein Ersatz für die heutigen großen Doppeldecker sein.

„Wir wollten herausfinden, ob Doppeldecker von der Stange, die anderswo bereits im Einsatz sind, in Berlin akzeptiert werden. Ergebnis unserer Umfragen war, dass kleine Varianten mit nur zwei Achsen und nur einer Treppe bei den Fahrgästen nicht so gut ankommen“, berichtet die BVG-Chefin. „Die Berliner haben sich an die großen Doppeldeckern mit drei Achsen und zwei Treppen zum Oberdeck gewöhnt. Alles andere würden unsere Kunden als Rückschritt betrachten. Das müssen wir akzeptieren.“

Auch der Anteil der großen Busse werde sich nicht verändern, so Nikutta – zumindest nach dem jetzigen Stand. „Unser Grundsatzentscheidung ist, dass rund ein Drittel unserer Busflotte aus Doppeldeckerbussen besteht. Dabei wird es vorerst bleiben.“

Bis allerdings die ersten neuen Fahrzeuge im Einsatz sind, werden noch Jahre vergehen. „Wir gehen davon aus, dass die ersten neuen Doppeldecker 2021 oder 2022 durch Berlin fahren werden“, sagt Nikutta. Damit die jetzigen Fahrzeuge solange durchhalten, müssen sie nun nach und nach in die Werkstatt. „Wir haben exzellente Teams, die in der Lage sind, auch ältere Fahrzeuge instand zu halten. Das ist auch erforderlich, vor allem bei unseren Doppeldeckerbussen. Um sie auf Vordermann zu bringen und für weitere Einsatzjahre fit zu machen, stellen wir jetzt 22 Millionen Euro bereit.“


Mehr als 1,02 Milliarden Fahrgäste

Die aktuellen Fahrgastzahlen zeigen, dass Berlin in der Tat große und nicht kleine Doppeldecker braucht. „Normalerweise rechnen wir konservativ. Zuletzt sind wir davon ausgegangen, dass die BVG in jedem Jahr rund zehn Millionen Fahrgäste hinzugewinnt. Doch mittlerweile zeichnet sich ab, dass die Zunahme in diesem Jahr erheblich größer sein wird“, berichtet die BVG-Chefin.

2015 hatte die BVG 1,01 Milliarden Fahrgäste. „2016 wird die Zahl deutlich mehr als 1,02 Milliarden betragen. Wir werden unsere Prognose nach bisheriger Rechnung ganz klar überschreiten. So wird es wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren weitergehen.“

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