#1 [SRB/MNE] Teil 4: Auf in die Berge und für ne Pizza nach Kroatien (17B) von Eric Greulich 04.10.2019 15:31

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Hallo,

da Max derzeit auf der Arbeit einiges zu tun hat. Werde ich den nächsten Teil präsentieren. Ich hoffe aber, das Max im "Serbien-Teil" wieder mit dabei ist. Wir hatten da noch einige Stellen in den Bergen offen, unter anderem das "Standartmotiv" von Bioce und weitere Stellen wollten wir uns auch noch angucken, wie man gleich sehen wird, sind die Berge nur schwer zugänglich. Es handelt sich um dünn besiedelte Gegenden und die Bahnhöfe lagen zwar in Sichtweite von der Zivilisation, aber meistens 500 Meter höher. Das bedeutete unbefestigte Bahnhofsstraßen die sich über Kilometer an der Felswand entlanghangelten. Nicht selten stellten wir uns die Frage, wie viele Fahrgäste 5 Kilometer zum Bahnhof laufen. Dazu aber gleich.

20.06.

Standartgemäß stand schon der P6100 auf dem Plan. Diesen hatten wir ja bereits am Vortag schon zwei mal abgelichtet, allerdings wollten wir das eine Motiv nochmal wiederholen, dies schenkten wir uns aber und fuhren an eine kleine Brücke südlich von Podgorica.


Das Wasser vom Fluss war ruhiger als gedacht, so ärgerte man sich etwas über den Busch am Ufer, hätte man noch die Zeit gehabt, hätte man diesen wohl entfernen können, um eine Spiegelung mit dem ganzen Zug zu versuchen. Trotzdem gefiel uns beiden der Zug, der mal wieder mit 461 029 nach Bijelo Polje fuhr.

Kaum war das Foto entstanden, versuchten wir den Zug in die Berge zu verfolgen. Unsere nächste Stelle wäre Bioce gewesen, einem Bahnhof, der wie oben beschrieben, mitten im nix liegt. Auch wenn die ersten Häuser von dem Ort keinen Kilometer Luftlinie entfernt lagen, dürfte der Höhenunterschied und die gut 5 Kilometer lange Schotterpiste die meisten Kunden abschrecken. Trotzdem ist der Bahnhof nach wie vor ein offizieller Halt. Allerdings brauchten wir für die Strecke weitaus länger als der Zug und das Motiv war aufgrund der hohen Berge eh noch im Schatten, also war das ganze nicht so tragisch, da wir eh noch zum eigentlichen Motiv mussten. Dieses lag ungefähr 500 Meter hinter der Einfahrweiche des Bahnhofes. Das Problem bestand nur darin, wie man dort hin kommt. Der Aussage eines bekannten, gibt es nur zwei Wege, der eine Querfeldein über einen gut 200 Meter hohen Berg, oder auf den Gleisen entlang. Da die Gegend als Schlangenverseucht gilt, entschieden wir uns für letzteren. Der Vorteil war, die Züge aus Bijelo Polje sah man schon sieben Minuten vorher auf der anderen Seite des Tales. Der Nachteil, die Züge nach Bijelo Polje kamen ohne große Vorwarnung. Klar könnte man im Zweifel Platz machen, Richtung Osten hin waren ein paar Meter Platz neben den Gleisen, aber auch gerade so, dass man nicht in Gefahr läuft vom Zug erfasst zu werden. Nach Westen hin, hätte man nur einmal flüchten können, weil dort ging es Gnadenlos einige 100 Meter abwärts. Wir erreichten aber eine sichere Stelle am Fotopunkt, nun mussten wir noch einige Meter höher. Aber wir hatten noch Zeit, da die Sonne gerade erst über den Berg hinüberschaute. Dummerweise hörten wir die Schienen "singen" und ich hatte schon etwas Panik, es könnte ein Güterzug sein. Würde jetzt einer kommen, hätten wir wohl die Chance vertan, dass hier überhaupt in den nächsten 2,5h noch einer in unsere Richtung kommt.


Glücklicherweise stellte sich der "Güterzug" als ein Bauwagengedöns dar. Mitgenommen wurde der trotzdem.

Nach dem Foto kletterten wir noch einige Meter höher, kaum angekommen, kam auch schon ein Bahnmitarbeiter aus dem Tunnel. Dem gefiel unser treiben nicht ganz so. Er meckerte irgendwas unverständliches rum und wollte, das wir da abhauen. Das konnte der sowas von vergessen, nachdem wir fast ne halbe Stunde zur Fotostelle brauchten. Irgendwann einigten wir uns darauf, das wir ja nicht über die Gleise zurücklaufen sollen. Das konnte der sowieso mal gepflegt vergessen. Bis auf die beschriebenen Wege gab es nämlich keine Alternative. Hinter uns türmten sich einige 100 Meter hohe Berge, die man so oder so nicht ohne ne Profi-Kletterausrüstung hätte erklimmen können. Nun began das lange warten und hoffen. Eins war jedoch klar, das Motiv sollte mit dem B430 klappen, wenn dieser nicht zu sehr verspätet ist. Von dem Ungeziefer bekamen wir zum Glück nicht viel mit. Es war nur eine Schildkröte in den Steinen unterwegs und diese dicken schwarzen fliegenden "Mistkäfer" die aber relativ agressiv waren. Wir wussten aber nicht genau was es war, aber man könnte meinen, es wäre eine Unterart von Wespen.

Die Zeit verging, aber bis auf der planmäßige Verkehr aus der Gegenrichtung und einem schönen Mischer passierte nix. Wir waren schon etwas angefressen, dass wir seit fast zwei Stunden in der prallen Sonne standen. Ich rechnete mir aber auch nicht mehr aus, dass noch ein Güterzug kommen wird. Der Schnellzug müsste schon in Podgorica ab sein und bis Bioce gibt es keinen Bahnhof mehr und die gesamte Strecke ist auch nur ein Block. Blocksignale gibt es in ganz Montenegro meines Wissens nach nicht. Aber dann hörten wir es in Bioce pfeifen, da müsste wohl der Mischer mit irgendwas gekreuzt haben, aber der Schnellzug bräuchte noch einige Minuten bis dort hin.


Jackpot, 461 030 kam mit einem leeren Autozug nach Bijelo Polje gefahren.


Ca 20 Minuten später folgte der B430 mit 461 035.

Wir waren mehr als zufrieden mit dem Vormittag und heilfroh, dass alles geklappt hat. Den jetzt gewannen langsam aber sicher die Wolken die Oberhand. Wir gingen zurück zum Bahnhof Boice.


Der Bahnhof Bioce.

Wir wurden sogar zu einem Smalltalk mit dem Fdl eingeladen. Zeitlich wäre das jetzt eh egal gewesen, da erstmal nix auf dem Programm stand.

Wir fuhren wieder nach Bioce und nahmen ein frühes Mittagessen in einem Imbiß ein. Der Kellner konnte sogar etwas Deutsch und erzählte uns von den Chinesen, die hier gerne herkamen um Wein zu trinken. Im Hintergrund der Bilder hat man die Autobahnbaustelle gesehen. Die Chinesen klotzen hier richtig ran. So entstandne sogar vorübergehend einige Siedlungen für die Arbeiter.

Den Mittagszug aus Bijelo Polje, den P6103 wollten wir nochmal bei Izvor abpassen.


Dieser kam aber hochlichtig daher. 461 029 hatten wir schonmal ;-) Der Güterzug mit dem Fiat kam in Block hinterher, war aber aufgrund der Lichtverhältnisse nicht so der Brüller. Daher schenken wir uns das mal.

Den restlichen Tag konnte man sich wettertechnisch etwas schenken. Wir fuhren nochmal nach Tuzi, da sah es etwas besser aus, aber im Bahnhof war nix los. Den restlichen tag verbrachten wir mit rumgammeln und Stellen auskundschaften. Ich hatte da noch was in der tiefsten Pampa mit im Nix. Die "Bahnhofsstraße" zum Haltepunkt Kisjelica war einige Kilometer lang und in einem schlechten Zustand, bis auf ein paar Autos im Monat vielleicht dürfte da nix langfahren. Leider war die Fotostelle durch neue Fanggitter ziemlich verhunzt, so das diese Stelle flach viel. Als wir ankamen flüchtete mal wieder eine Schlange vor uns. An dem Tag entstand auch nix gescheites mehr.

21.06.

Wir checkten aus dem Hotel Evropa aus und fuhren einige Meter weiter zur Ausfahrt von Podgorica.


Wie sollte es auch anders sein. P6100 nach Bijelo Polje mit 461 029.

Das nächste Ziel lag in den Bergen bei Klopot.


461 043 zog den P6101 von Bijelo Polje nach Bar.

Der erhoffte Güterzug den wir am Vortag gesehen hatten, kam leider Lz daher. Da das Wetter in den Bergen wieder schlechter wurde, fuhren wir spaßeshalber mal Richtung Kroatien. Wir wollten uns dort auch nochmal mit Bargeld eindecken, da wir die vermutung hatten, das es sonst mit den Kreditkarten eng werden könnte. So lernten wir auch neue Orte in Montenegro kennen. Besonders die Straße von Cetenje (alte Hauptstadt) nach Budvar war echt sehenswert. Eigentlich wollte ich vor Budvar mal anhalten für ein Foto, aber bei dem Gedanken gab es einen lauten Knall hinter uns. Ich bin vor schreck erstmal in die Eisen, weil ich dachte wir hätten den Kofferraum verloren. Dem war zum Glück nicht so, aber der Grund für den Krach war ebensof besorgniserregend. Drei Fahrzeuge hinter uns sind zwei Autos frontal ineinander und das Trümmerfeld war auf gut 100 Metern verteilt. Den Fahrern ging es den Umständen entsprechend gut. Ansprechbar, einer ein gebrochenes Bein und beide ne Kopfplatzwunde. Da aber genug Leute vor Ort waren und wir die Sprache nicht sprachen, fuhren wir weiter. Wir erreichten bald die Toursitenstädte Budvar und Tivat. Hinter Tivat folgten wir noch ein wenig der Straße und steuerten auf den Fähre zu. Diese ersparte uns locker 1,5h Fahrzeit und kostete irgendwas zwischen 3 und 7 Euro für die Überfahrt.


Bucht von Kotor.


Auf der Fähre.


Man merkte auch, das wir uns der Grenze näherten. Pipi wird überwiegend in Kroatien vertrieben. Die Ausreise dauerte auch nur wenige Minuten. In Herceg Novi (Ehemals zu Herzegowina gehörend), war bis 1967 mit der Dalmatinerbahn verbunden (ging bis Zelenika). Einige reste der Strecke konnte man dort noch ausmachen. Den ersten Ort in Kroatien den wir erreichten war Konvale. Dort gab es einen Geldautomaten und eine Pizzaria. Dort wurde dann erstmal Mittag gegessen.


Für den kleinen Ort (Dieser hatte auch mal einen Bahnhof) gab es aber eine recht große Feuerwehr. Netterweise standen wohl alle Fahrzeuge draußen.

Auf dem Rückweg hatte ich etwas gepennt gehabt, so bin ich mit gut 80 Sachen durch einen 50er-Bereich kurz hinter der Grenze gefahren und bekam vom örtlichen Sheriff die Kelle. Er sah sich unsere Papiere an und wünschte uns noch einen schönen Tag :-D


Nochmals auf der Fähre.

Wir steuerten nochmal das Viadukt bei Sutomore an für den abendlichen P6104.


Da hatten wir einfach mal die andere Brücke getestet gehabt ;-)


461 039 auf dem Weg nach Bijelo Polje.


Eines der letzten Motive lag auf dem Skutarisee auf der verlassenen Burg. 461 029 zog dem B432 von Bar nach Belgrad.


Die Burg.

Das war´s auch erstmal von mir ;-)

#2 RE: [SRB/MNE] Teil 4: Auf in die Berge und für ne Pizza nach Kroatien (17B) von Kay Joecken 06.10.2019 23:00

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Auch hier ein schöner Bilderbogen!

Wie ihr mit Mietwagen umgeht, ist mir allerdings schleierhaft, denn irgendwer muss am Ende für die Kosten aufkommen und wenn es am Ende der kleine Subunternehmer einer größeren Verleihgesellschaft ist. Das mit den zwei Balken als Wegquerung ist so ein Beispiel für Leichtsinn.

#3 RE: [SRB/MNE] Teil 4: Auf in die Berge und für ne Pizza nach Kroatien (17B) von Sven Mathes 09.10.2019 03:10

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Vollkaskoversicherung, die man vorher ja sicherlich abgeschlossen hat, regelt. Leider sind dort die Wege so. Straßen sind es ja net.

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