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#1 [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Konrad R. 14.04.2020 11:59

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The Never Ending Story:
https://rp-online.de/nrw/staedte/moenche...ie_aid-49967373

Letzte Fahrt in Mönchengladbach war 1969 : Über die Rückkehr einer Straßenbahn

Der Bund fördert ab 2021 jährlich mit Milliardenbeträgen den Ausbau des Schienenverkehrs in Städten und Gemeinden. Das gibt Ideen für eine neue Straßenbahn-Linie in Gladbach Auftrieb. Aber die Skepsis ist groß. Von Andreas Gruhn

#2 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Konrad R. 14.04.2020 12:15

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Dto. : WZ: https://www.wz.de/nrw/moenchengladbach/m...hn_aid-50034387

Letzte Fahrt in Mönchengladbach war 1969 : Kehrt die Straßenbahn nach mehr als 50 Jahren zurück?

Mönchengladbach. Viele halten die Abschaffung heute für einen Fehler. Aber auch ein Neubau wird skeptisch beäugt.
Von Andreas Gruhn

Mehr als ein halbes Jahrhundert sind Straßenbahnen aus dem Mönchengladbacher Stadtbild verschwunden. Ideen, dies wieder zu ändern, gibt es immer wieder. Der Masterplan-Verein etwa schrieb eine Route zwischen Gladbach und Rheydt über die Theodor-Heuss-Straße in sein Planwerk. Und zuletzt kündigte der grüne Oberbürgermeister-Kandidat Boris Wolkowski bei seiner Aufstellung an, eine neue Straßenbahnlinie mit Fördermitteln einrichten zu wollen. Eine Entscheidung des Bundes liefert solchen Gedanken zumindest Nahrung: Denn im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz hat Berlin im Januar die Mittel ab 2021 für den Aus- und Neubau von Bahnhöfen und Haltestellen des schienengebundenen Nahverkehrs auf jährlich eine Milliarde Euro angehoben. Das betrifft zwar erstmal nur bestehende Verbindungen, aber eine Ausweitung auf neue Projekte ist nicht ausgeschlossen.

Eine neue Straßenbahn durch Mönchengladbach? „Ich bin weiter dafür, auch wenn so etwas ein teures Infrastrukturprojekt ist“, bekräftigt Wolkowski. Er hält eine Route Gladbach-Rheydt mit Zwischenstopp am Hochschul-Campus oder eine Verbindung in den Nordpark für denkbar. Im Nordpark kann der Verkehr nicht nur bei Borussias Heimspielen eine gewisse Entlastung vertragen. „Eine Straßenbahn ist ohne Frage eines der verlässlichsten Verkehrsmittel“, sagt Felix Heinrichs, SPD-Politiker und Vorsitzender des Aufsichtsrats der NEW mobil und aktiv, die in Mönchengladbach für den Busverkehr zuständig ist. Er mahnt allerdings, dass zum Betrieb einer Straßenbahn mehr gehört, als einen Waggon auf die Straße zu setzen: „Die NEW hat keinerlei Erfahrung mit einer Straßenbahn und müsste das komplett neu aufstellen. Vielleicht wären stattdessen autonom fahrende Busse auf völlig eigenen Busspuren auch eine Alternative.“ Auch CDU-Politiker Frank Boss hält die Idee einer Straßenbahn für interessant. „Aber dann muss doch geklärt werden, wie viel Geld es tatsächlich gibt und wie hoch Betriebskosten nach dem Invest sind. Die Instandhaltungskosten sind ganz andere als bei Bussen.“ Vorher müsse es zudem eine belastbare Konzeption geben. „Alles andere ist unseriös.“

Die Integration der Bahn in den Stadtverkehr wäre kompliziert

So einfach wie noch vor 50 Jahren sind Straßenbahnen auch nicht mehr in den Stadtverkehr zu integrieren. Damals lagen die Schienen in Mönchengladbach auf der Straße, Bahnen und Autos teilten sich den Verkehrsraum. Heute ist das für Neubauten undenkbar. Die Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen legt fest, dass Bahnen einen eigenen „Baukörper“ haben müssen. Das heißt, dass Gleise zwar auf Straßen liegen dürfen, dass sie aber durch Bordsteine, Leitplanken, Hecken oder Baumreihen vom übrigen Verkehr getrennt werden müssen. Das macht die Frage nach Straßenbahnlinien umso komplizierter.

Dass Mönchengladbach die Straßenbahn abgeschafft hat, wird heute für einen Fehler gehalten. „Die Entscheidung würde heute sicherlich anders aussehen“, sagt die städtische Mobilitätsbeauftragte Caprice Mathar. Dennoch erteilt das Rathaus neuen Bahnen eine Absage: „Unter Berücksichtigung der gesetzlichen und finanziellen Bedingungen ist eine Realisierung insbesondere für eine stadtweite Erschließung nicht realisierbar. Um sich attraktiv und nachhaltig in der Stadt fortzubewegen, ist die Straßenbahn somit zwar eine Option, als Stadt gehen wir aber einen anderen Weg“, sagt Mathar und verweist auf die Förderung des Radverkehrs, Elektromobilität und Bevorrechtigung von Bussen. „Nicht außer Acht zu lassen ist die Möglichkeit, beispielsweise Güter über den Luftweg in die Stadt zu transportieren“, sagt Mathar. Über all das haben sich die Mönchengladbacher zum Ende der 1960er Jahre keine Gedanken gemacht. Sie begingen den Abschied von der „Elektrischen“ zu Tausenden entlang der Bahnschienen zwischen dem Alten Markt und der Endstation Lürrip. Die Bahnen trugen damals einen Trauerflor. Man inszenierte die letzte Fahrt augenzwinkernd als Beerdigung.

#3 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Konrad R. 14.04.2020 12:25

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Zitat
Über all das haben sich die Mönchengladbacher zum Ende der 1960er Jahre keine Gedanken gemacht.


Das wird zwar immer wieder behauptet, stimmt aber nicht. Die Stadtwerke haben damals eingehend über die Beibehaltung nachgedacht.
Die Gründe für die Einstellung sind interessanterweise auch heute noch aktuell und finden sich teilweise in dem Abschnitt "Die Integration der Bahn in den Stadtverkehr wäre kompliziert" wieder!

#4 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Christian K. 14.04.2020 17:44

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Wenn man sich den Artikel so durchliest kommt man über ein (resignierendes) Schulterzucken nicht hinaus. Die RP greift das Thema Bundesmittel auf und geht auf bunte Stimmensuche. Die drei Zitate beweisen dabei allenfalls die recht große Ahnungslosigkeit der Beteiligten. Getoppt nur noch durch die RP selbst, die auf die vermeintliche Rechtslage der BOStrab hinweist, wonach Neubaustrecken auf unabhängigem Bahnkörper verlaufen müssen. Die Passage möge man mir bitte einmal zeigen...

Wenn hier ernsthaft die Steigerung des Radverkehrs im Modal-Split mit der Frage der Errichtung eines Straßenbahnnetzes gleichsetzt wird oder von unabhängigen Bussen auf separaten Spuren gefaselt wird, muss man die Beteiligten fast in den Arm nehmen und trösten. Selbstverständlich wäre die Rückkehr der Tram in MG möglich, wenngleich sie vermutlich final weder am Geld noch an der Fachkenntnis der NEW scheitern würde, sondern an betroffenen Anwohnern, die gegen vermeintlich quietschende Bahnen, wegfallende PKW-Stellplätze, wegfallende Busverbindungen, Fahrgastunterstände, einzelne Baumfällungen oder was auch immer auf die Barrikaden gehen...

#5 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Simon N. 14.04.2020 21:52

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Ich persönlich denke, dass oben bereits aufgeführte Gründe dazu führen, dass selbst mit einem Grünen OB die Straßenbahn trotzdem wegbleibt....
Hat aber auch echt keinen Vorteil so ein Ding. Ich mein HALLO?! Das Teil braucht ne ganze Spur NUR FÜR SICH! Und die Schienen die gelegt werden müssen....
nenene da lieber mal nichts neues machen. Was passiert überhaupt wenn so ein Ding entgleist? Passiert ja sicherlich jeden Tag tausendfach (iwas werden da besorgte Anwohner schon finden).

#6 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Konrad R. 14.04.2020 22:09

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N' Abend,

Zitat von Christian K. im Beitrag #4
vermeintliche Rechtslage der BOStrab

Das ist so, wie es im Artikel wiedergegeben wird, natürlich Blödsinn.
Wurde vermutlich durcheinander gewürfelt mit den Bedingungen, nach denen eine neue Gleisstrecke ggf. mit öffentlichen Geldern gefördert werden könnte.
In dem Zusammenhang wird (meist!) ein eigener Gleiskörper gefordert. Im Zweifel kommt es dann wohl auf den Einzelfall bzw. die Bewertung anderer (ausgleichender?) Kriterien an.

Gruß
HKR

#7 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Marcel Hilgers 15.04.2020 00:25

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Das Einzige, was meines Wissens laut BOStrab heute als Neubau ausgeschlossen ist, ist die Anlage eingleisig im Straßenraum. Das ist u.A. wohl einer der Gründe, warum die ehemalige OEG (Linie 5 der rnv) im Straßenraum teilweise nach BOStrab und teilweise nach ESBO betrieben wird.

#8 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Kay Joecken 15.04.2020 07:33

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Ist klar, dass unser Rathaus die Gedanken mal wieder abwimmelt und stattdessen lieber massenhaft Dieselbusse durch die Innenstädte jagen. Der Busverkehr auf der Rheydter Stresemannstraße ist inzwischen auch gruselig hoch geworden. Dazu wird es auch nicht mehr lange dauern, dass auch hier der Fahrbahnbelag getauscht werden muss. Auch hier war man im Übrigen vor 20 Jahren so intelligent die Straße zu pflastern (wie die Hindenburgstr. in MG) und merkt jetzt urplötzlich, dass die Busse zu schwer sind.

#9 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Norfried V. 15.04.2020 13:52

Auch für eine Förderung wird übrigens nur überwiegend(!) ein besonderer Bahnkörper oder(!) eine Bevorrechtigung gefordert. Die Förderung ist also auch komplett ohne besonderen Bahnkörper möglich, wenn die Bahn auf dem Großteil der Strecke durch Signale bevorrechtigt ist und es einzelne "klassische" Abschnitte ohne Bevorrechtigung gibt.

#10 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Dennis R. 15.04.2020 23:26

Lustiger Weise wurde das von der das von der Stadt so bestätigt als ich am Tag der Mobilität nachgefragt habe. Ziemlich seltsam. Am besten ist das man sich Gedanken macht wo diese am besten Sinn macht. Sinnvoll wäre eine Erschließung der Gebiete in Rheindahlen Amazon, Nordpark, Alter Markt, Hbf, Hochschule, Rheydt, Schulzentrum Mülfort-Odenkirchen, Odenkirchen, Regiopark. Vorallem in welcher Reihenfolge, Priorität und welche Strecken und welches Modell zum Betreiben man nimmt, muss sorgfältig geprüft werden. Ich sage zum Thema Nordpark nur die Worte ,, Olympia NRW " mit den Hockeypark. Eine Machbarkeitsstudie wäre am besten. Aber der Stadt traue ich es zu, das die es nicht auf die Reihe bekommen. Während in Aachen schon wieder über eine ,, Regiotram " geplant wird. Da müssen wir abwarten.

#11 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Marcel Hilgers 16.04.2020 14:32

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Ist übrigens lustig, dass man seitens der Stadt über Linienführungen nachdenkt, die vor 8 Jahren schon einmal Thema im Forum waren.

[NEW'] Verbesserungen im innerstädtischen Nahverkehr (5)

Baut das doch einfach so. Fertig.

#12 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Martin Sch. 25.04.2020 10:46

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Hallo,

mich würde mal Eure Meinung zu einer möglichen Spurweite einer wie auch immer zu realisierenden Strab in MG und Rheydt interessieren, denn da gibt es durchaus zwei ernsthafte Alternativen:

1) Regelspur, also 1435 mm, damit man ähnlich dem Karlsruher Modell später auch auf DB-Netz-Strecken fahren kann, z.B. nach Rheindahlen oder

2) 1000 mm, um z.B. ein "Gesamtznetz" mit Krefeld schaffen zu können. Bevor jetzt einige sofort ausflippen: Mainz hat eine 1000 mm Strab, das auf der anderen Rheinseite liegende Wiesbaden möchte (wieder) eine Art Strab haben, diesmal "City-Bahn" genannt. Spurweite soll 1000 mm sein, um mit Mainz ein einheitliches Netz bilden zu können und die Mainzer Strab-Werkstatt mit nutzen zu können.

Auch Oberhausen erhielt mit dem CentrO (wieder) eine 1000 mm Strab, um die Mülheimer Strab-Infrastruktur mitnutzen zu können. Zudem sollte eine Anbindung an die 1000 mm Strab in Essen erfolgen.
Das hinterwäldleriche Essener Dorfpolitiker und Nimby-Anwohner in Essen & Mülheim die Pläne bis heute verhindern und unfähige Politiker der ältesten deutschen Partei die Strab in Mülheim scheibchenweise vor die Wand fahren, war allerdings 1995 noch nicht absehbar.

Grüße

Martin

#13 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Simon N. 25.04.2020 11:55

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Eine Straßenbahn hat mMn nur den Auftrag der regionalen (in dem Fall städtischen) Verbindung. Sprich außerhalb des Gladbacher Stadtgebiets Anschlüsse an bestehende Straßenbahnnetze zu suchen erachte ich, vor allem weil zwischen Krefeld und Neuss (weiß btw gar nicht ob Neuss Regelspur oder 1000mm hat) vieeeel Platz ist ^^ Wenn allerdings so kleinere Fleckchen Häuser (ich mein zwischen Krefeld und MG ist noch so n Landkreis... ^^) mitziehen würden und eine Straßenbahn bekämmen, sehe das ganze natürlich wieder anders aus. Aber so momentan.... naja... Wenn man sich schon bei einer einzelnen Zuglinie nicht einigen kann, was geht dann erst bei einer regionalen Straßenbahn ab?
Überregionale Verbindung, sprich nach Neuss/Krefeld etc. S-Bahn bzw. RE/RB, was ja prinzipiell ganz gut funktioniert auch wenn die S-8 manchmal... naja nicht ganz ausreichend ist. Insofern würde ich auch eine S 28 Verlängerung begrüßen (gerne auch nicht an den superduper OP Flughafen gekoppelt).

Abschließend halte ich also fest: Mir eher egal, tendiere aber zu 1000mm. Ein Gesamtnetz ist in so weit entfernt, eher wird der ICE durch den Transrapid ersetzt...

PS: Google Maps ist da auf jeden Fall fortschrittlicher. Die haben für mehrere Wochen sämtliche Bushaltestellen in MG, Viersen & Co das Zeichen einer Straßenbahn gegeben :P (Ka villt. immer noch ^^) Wobei man dem natürlich nicht so ganz Glauben schenken darf, immerhin gibt es ja auch angeblich in Viersen eine U-Bahn xP

#14 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Dominik Wendt 25.04.2020 23:49

Zitat von Martin Sch. im Beitrag #12
Hallo,

mich würde mal Eure Meinung zu einer möglichen Spurweite einer wie auch immer zu realisierenden Strab in MG und Rheydt interessieren, denn da gibt es durchaus zwei ernsthafte Alternativen:

1) Regelspur, also 1435 mm, damit man ähnlich dem Karlsruher Modell später auch auf DB-Netz-Strecken fahren kann, z.B. nach Rheindahlen oder

2) 1000 mm, um z.B. ein "Gesamtznetz" mit Krefeld schaffen zu können. Bevor jetzt einige sofort ausflippen: Mainz hat eine 1000 mm Strab, das auf der anderen Rheinseite liegende Wiesbaden möchte (wieder) eine Art Strab haben, diesmal "City-Bahn" genannt. Spurweite soll 1000 mm sein, um mit Mainz ein einheitliches Netz bilden zu können und die Mainzer Strab-Werkstatt mit nutzen zu können.


Für ein reines Stadtnetz reichen die 1000 mm. Der Ansatz, die erste Linie aus Krefeld zu verlängern und als Keimzelle für eine neues Netz in Mönchengladbach zu nutzen, ist absolut nachvollziehbar. Man sollte sich darauf aber nicht verlassen - in Willich kriegt man ja nicht einmal die Verlängerung der 042 nach Alt-Willich/Wekeln hin.

Viel reizvoller finde ich aber tatsächlich die Regelspur, wenn man die potentielle Straßenbahn mit einer Stadt-Umland-Bahn nach dem Karlsruher Modell kombiniert. Nur für Rheindahlen wäre mir das jedoch zu wenig. Wegberg - Roermond, Hückelhoven - Ratheim, Linnich - Jülich oder auch sowas wie Viersen - Süchteln oder MG-Hardt - Waldniel (-Niederkrüchten), wo das Verkehrsaufkommen durchaus hoch ist, wären halt denkbare Strecken (gerade auch mit kleinen Straßenbahnstrecken wie in Bad Wildbad), wo ich mir sowas vorstellen könnte. Damit hätte man den Vorteil, dass mit Hilfe dieser potenziellen Stadt-Umland-Bahnen, die Stadtstrecken in Mönchengladbach stärker ausgelastet werden können und womöglicherweise Strecken erlauben, wo sich eine eigene Straßenbahn nicht lohnen würde.
Diese Variante würde zwar mehr Kosten, hätte dafür aber auch einen Nutzen.

Zitat von Simon N. im Beitrag #13
Eine Straßenbahn hat mMn nur den Auftrag der regionalen (in dem Fall städtischen) Verbindung. Sprich außerhalb des Gladbacher Stadtgebiets Anschlüsse an bestehende Straßenbahnnetze zu suchen erachte ich, vor allem weil zwischen Krefeld und Neuss (weiß btw gar nicht ob Neuss Regelspur oder 1000mm hat) vieeeel Platz ist ^^ Wenn allerdings so kleinere Fleckchen Häuser (ich mein zwischen Krefeld und MG ist noch so n Landkreis... ^^) mitziehen würden und eine Straßenbahn bekämmen, sehe das ganze natürlich wieder anders aus. Aber so momentan.... naja... Wenn man sich schon bei einer einzelnen Zuglinie nicht einigen kann, was geht dann erst bei einer regionalen Straßenbahn ab?
Überregionale Verbindung, sprich nach Neuss/Krefeld etc. S-Bahn bzw. RE/RB, was ja prinzipiell ganz gut funktioniert auch wenn die S-8 manchmal... naja nicht ganz ausreichend ist. Insofern würde ich auch eine S 28 Verlängerung begrüßen (gerne auch nicht an den superduper OP Flughafen gekoppelt).


Nur blöd, wenn zwischen diesen „Fleckchen Häuser“ teilweise genauso viel oder sogar mehr Busverkehr stattfindet als auf vielen Stadtbusachsen in Gladbach (und leider auch Duisburg). Zur morgendlichen HVZ hat man von der Fahrtenanzahl her zwischen Schiefbahn und Alt-Willich einen 10-Minuten-Takt (tagsüber rein rechnerisch immer noch 15er-Takt) - auch wenn die Linien teils unterschiedliche Aufgaben haben...

Desweiteren schon mal nachgedacht, dass sich gerade wegen solcher Überlandbahnen diverse Gebiete erst einen Entwicklungsschub erhalten haben? Da würde ich definitiv der Straßenbahn nicht nur geringen städtischen bzw. lokalen Entwicklungen zuschreiben - zumindest, was den Raum Willich/Krefeld angeht -. Nach Neuss sehe ich tatsächlich keine halbwegs realistische Optionen bez. zusätzlicher Schienenwege. Durchaus würde aber eine Stärkung des Busverkehrs nicht schaden (siehe Kreis Borken)...

PS: Neuss hat als Anhängsel des Düsseldorfer Netzes die Regelspur.

#15 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Lukas Gremer 26.04.2020 00:46

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Guten Abend,

persönlich würde ich mich wahrscheinlich für die Meterspur entscheiden, da einerseits in meiner Heimatstadt Gelsenkirchen die Straßenbahn ebenfalls in Meterspur fährt, andererseits, da der Gedanke eines fahrfähigen Tw 26 mein Pufferküsserherz höher schlagen lässt. Bei solchen Entscheidungen dürften aber nicht Emotionen sondern wirtschaftlicher Sachverstand gefordert sein und da macht wahrscheinlich eher die Normalspur Sinn, auch ohne Karlsruher Modell.

Ich glaube es ist auch sinnlos, die Krefelder Straßenbahn als Planungsgrundlage zu nehmen und von Tönisvorst, Fischeln, Tackheide oder sonst wo her in Richtung Mönchengladbach fahren zu lassen, diese dann aber erstmal (=provisorisch) mitten auf dem Land enden zu lassen. So liefert man Tram-Gegnern ungewollt eine Steilvorlage, da bis zur Durchbindung nach MG, die Jahre auf sich warten lassen wird, die Fahrgastnachfrage nur sehr gering sein wird.
Ein neues Netz sollte eher von der Mönchengladbacher Innenstadt ausgehend geplant werden, bspw. Richtung Rheydt und MG-Flughafen. Von letzterem ausgehend könnte dann eine Verlängerung über Willich weiter nach Neuss, Meerbusch oder Krefeld erfolgen.
Gerade in Neuss gab es ja vor längerer Zeit die Überlegung, wieder einen eigenen Straßenbahnbetrieb nach Neusserfurth einzuführen, was eigentlich auch Sinn machen würde.
Und selbst wenn es in Richtung Krefeld gehen sollte, so kann die Neubaustrecke genauso gut an die normalspurige Strecke der U76 angeschlossen werden, wobei dann doppelte Bahnsteige (Hochflur/Niederflur) auf dem betroffenen Abschnitt notwendig würden, oder man baut die bestehenden Hochbahnsteige kurzerhand ab und verzichtet auf die Barrierefreiheit bei der U76, wie es auch in D-Eller bei der U75 geschehen wird.

Sicherlich gibt es auch einige Argumente für die Meterspur, wie z.B. möglicherweise engen Kurven in der Innenstadt sowie dass die Straßenbahn früher schon in der Spurweite verkehrte und der aktuell in Restaurierung befindliche Tw 26 (www.tw26.de) dann original fahrfähig wäre als Museumswagen. Auch ein Tram-Train nach dem Karlsruher Modell wäre mit Dreischienengleisen weiterhin möglich, wie man am Beispiel der Aartalbahn sehen kann, welche in das Wiesbadener City-Bahn-Projekt mit einbezogen werden soll. Allerdings würden im Fall Mönchengladbach so nur die Baukosten ohne Not steigen, während es in Wiesbaden gute Gründe für Dreischeinengleise bei EBO gibt.

Generell finde ich sind Oberhausen und Wiesbaden auch schlechte Vergleichsstädte, da die Rahmenbedingungen unterschiedlich sind: In Oberhausen war die Wiedereinführung der Straßenbahn im Prinzip nichts weiter als die Verlängerung der SL 112 von der Stadtgrenze (Landwehr) über OB-Hbf nach Sterkrade. Allerdings grenzt Oberhausener Stadtgebiet unmittelbar an Mülheimer Stadtgebiet, ohne dass dort eine große Lücke in der Bebauung ist. Auch Mainz und Wiesbaden bilden im Wesentlichen ein zusammenhängendes Stadtgebiet, lediglich der Rhein trennt beide Städte. Zwischen Mönchengladbach und Krefeld hingegen ist eine größere Lücke vorhanden, auch wenn es dort immer kleinere und größere Siedlungen gibt, welche ein gewisses Fahrgastpotenzial aufweisen.

Gruß,
Lukas

#16 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Norfried V. 27.04.2020 19:48

Ich sehe nicht wirklich, auf welchen Eisenbahnstrecken eine Stadtbahn nach Karlsruher Modell in Mönchengladbach fahren sollte. Die Hauptstrecke ist ohnehin nahe 100% Auslastung, generell liegen die Gleise in MG eher oben auf dem Damm und wären für Fahrgäste schlecht erreichbar. Ein vorhandenes Nebenbahn-Streckennetz im Umland gibt es ja nicht wirklich. Die Strecke nach Dalheim wäre eine Option, doch dann fährt die Stadtbahn über die Felder statt dort, wo die Menschen ein- und aussteigen wollen. Abgebaute Strecken wie Krefeld-Eicken oder MG Hbf-Odenkirchen kann man bei einer Wiederherstellung auch in Meterspur ausführen.
Die Entscheidung für eine Spurweite müsste sicherlich auf Basis eines Konzepts erfolgen: Braucht man enge Kurven oder baut man ggf. aufwendiger inkl. Grundstückserwerb und Abrissarbeiten? Will man abschnittsweise 70 oder 80 fahren und legt Wert auf die größere Laufruhe der Regelspur oder betrifft das sowieso nur einen kurzen Abschnitt, dass man diese Geschwindigkeit keine Minute lang fährt? Benachbarte Netze oder ein Museumstriebwagen sollten da keine Rolle spielen.

#17 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Lukas Gremer 28.04.2020 02:03

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Zitat von H. Norfried V. im Beitrag #16
Ich sehe nicht wirklich, auf welchen Eisenbahnstrecken eine Stadtbahn nach Karlsruher Modell in Mönchengladbach fahren sollte. Die Hauptstrecke ist ohnehin nahe 100% Auslastung, generell liegen die Gleise in MG eher oben auf dem Damm und wären für Fahrgäste schlecht erreichbar. Ein vorhandenes Nebenbahn-Streckennetz im Umland gibt es ja nicht wirklich. Die Strecke nach Dalheim wäre eine Option, doch dann fährt die Stadtbahn über die Felder statt dort, wo die Menschen ein- und aussteigen wollen. [...]



Also das die Gleise auf dem Damm liegen, sehe ich grundsätzlich nicht als Hindernis. Man kann an geeigneter Stelle eine Rampe bauen, die dann auf den Bahndamm führt.
(Ähnlich ist es ja auch in Heilbronn, wo die Eisenbahnstrecke ebenfalls überwiegend auf Dämmen angelegt sind. Die S41 und S42 unterqueren die Hohenlohebahn im Heilbronner Stadtgebiet)

Die Strecke nach Dalheim sehe ich aber als eine sehr interessante Option:

In Mönchengladbach könnte die Stadtbahn dann bis zum Bahnhof Rheindahlen als Straßenbahn nach BOStrab fahren. Ab da könnte man dann weiter auf DB-Gleisen bis Dalheim fahren. Von Vorteil ist bei dieser Strecke, dass sie noch nicht elektrifiziert ist. Die Elektrifizierung könnte also auch anstatt den DB-üblichen 15 kV AC auch mit 750 V DC erfolgen, sodass man sich die Kosten für Zweisystemtechnik mit Transformator und Gleichrichter sparen kann. Auf diese Weise wurden auch Albtalbahn, Rheinuferbahn, Vorgebirgsbahn & Lossetalbahn elektrifiziert. Die Möglichkeit des Gütervekehrs (mit Dieselloks) bliebe weiterhin bestehen.

Viele S-Bahn-Linien in Karlsruhe verlaufen ja auch viel über Wald und Wiesen, dank der direkten Anbindung der Karlsruher Innenstadt konnte aber die Fahrgastnachfrage im Vergleich zu den vormals verkehrenden Regionalzügen gesteigert werden. Das ist eigentlich der Erfolgsrezept der Karlsruher Stadtbahn.

Das die Hauptbahnen um Mönchengladbach nahezu 100% ausgelastet sind und eine Nutzung als Zweisystemstadtbahn nur schwer umsetzbar wäre ist mir schon klar. Allerdings muss man dabei immer im Hinterkopf behalten, die Stadtbahn ersetzt in den meisten Fällen auch vormals verkehrende Regionalzüge. Bei der Strecke MG <-> Dalheim würde vsl. das Fahrtenangebot der heutigen RB34 reduziert werden.

Zitat von H. Norfried V. im Beitrag #16

[...] Abgebaute Strecken wie Krefeld-Eicken oder MG Hbf-Odenkirchen kann man bei einer Wiederherstellung auch in Meterspur ausführen. Die Entscheidung für eine Spurweite müsste sicherlich auf Basis eines Konzepts erfolgen: Braucht man enge Kurven oder baut man ggf. aufwendiger inkl. Grundstückserwerb und Abrissarbeiten? Will man abschnittsweise 70 oder 80 fahren und legt Wert auf die größere Laufruhe der Regelspur oder betrifft das sowieso nur einen kurzen Abschnitt, dass man diese Geschwindigkeit keine Minute lang fährt? Benachbarte Netze oder ein Museumstriebwagen sollten da keine Rolle spielen.


Natürlich kann man abgebaute Strecken in Meterspur wiederaufbauen. Man kann auch bestehende Strecken mit einem Dreischienengleis nachrüsten, wie es vsl. auf der Aartalbahn zwischen Wiesbaden und Bad Schwalbach geschehen wird. Allerdings sollte man beides nicht tun, es sei denn es gibt triftige Gründe dafür. Wird die Strecke in Regelspur ausgeführt, können durch potenzielle Güterverkehrskunden zusätzliche Einnahmen generiert werden, was die Wirtschaftlichkeit des gesamten Projektes und damit die Chancen auf Fördergelder steigert. Bei der Meterspur entfällt diese Möglichkeit aber! In Meterspur können zwar kleinere Kurvenradien befahren werden, aber bei heutigen Neubaustrecken wird von dieser Möglichkeit eigentlich kaum noch Gebrauch gemacht. Außerdem gibt es auch in Normalspur-Betrieben enge Kurven, siehe z.B. DU-Ruhrort.

Die Faustformel, dass es auf die Regelspur eine größere Laufruhe gibt, stammte aus einer Zeit, da waren Hochflurwagen noch der Stand der Technik! Vieles kommt darauf an, dass man den "richtigen" Fahrzeugtyp wählt. Die Essener Flexitys (1000mm) sind beispielsweise aufgrund ihrer Drehgestellbauweise deutlich angenehmer als Combinos, Variobahnen oder andere Niederflur-Experimente.

Gruß,
Lukas

Achso, nochwas: Geschwindigkeiten über 70 km/h dürfen bei nach BOStrab nur mit Zugsicherung gefahren werden, für EBO-Strecken ist sogar ab 50 km/h Zugsicherung vorgeschrieben. Und selbst da wo Zugsicherungen vorhanden sind (Stadtbahntunnel), wird meistens nur mit maxmal 70 km/h gefahren. Um 80 km/h zu fahren bräuchte man also eine Zugsicherung, die viel Geld kostet. M. E. zu viel Geld, um auf einem kleinen Teilstück 10 km/h schneller zu fahren.

#18 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Norfried V. 30.04.2020 14:04

Zitat von Lukas Gremer im Beitrag #17
Also das die Gleise auf dem Damm liegen, sehe ich grundsätzlich nicht als Hindernis. Man kann an geeigneter Stelle eine Rampe bauen, die dann auf den Bahndamm führt.
(Ähnlich ist es ja auch in Heilbronn, wo die Eisenbahnstrecke ebenfalls überwiegend auf Dämmen angelegt sind. Die S41 und S42 unterqueren die Hohenlohebahn im Heilbronner Stadtgebiet)

Rampe, Rolltreppe, Aufzüge, das ändert alles nichts an der schlechteren Zügänglichkeit durch die erhöhte Lage. Die genannten Linien in Heilbronn haben an den Bahnstrecken auch eher die typischen S-Bahn-Haltestellenabstände, im Straßenbereich passt es eher zu einer Stadtbahn. Ich sehe in MG dafür echt nicht das Potenzial. Bei einer Kapazitätsausweitung der Hauptstrecke MG-RY sollte der neue Spielraum eher für S-Bahnen genutzt werden. Nördlich und östlich des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs geht es mehr oder weniger durchs Niemandsland mit Industrie und Brachland. Eine Stadt- oder Straßenbahn sollte etwa gerade nicht auf der Bahnstrecke um Eicken herum, sondern mitten hindurch fahren. Eine Straßen- oder Stadtbahn, die oben auf einem Damm um die Wohngebiete herum fährt, halte ich einfach nicht für attraktiv. Als S-Bahn mit weniger Stationen okay, aber für den innerstädtischen Verkehr...


Zitat von Lukas Gremer im Beitrag #17
Die Strecke nach Dalheim sehe ich aber als eine sehr interessante Option:

In Mönchengladbach könnte die Stadtbahn dann bis zum Bahnhof Rheindahlen als Straßenbahn nach BOStrab fahren. Ab da könnte man dann weiter auf DB-Gleisen bis Dalheim fahren. Von Vorteil ist bei dieser Strecke, dass sie noch nicht elektrifiziert ist. Die Elektrifizierung könnte also auch anstatt den DB-üblichen 15 kV AC auch mit 750 V DC erfolgen, sodass man sich die Kosten für Zweisystemtechnik mit Transformator und Gleichrichter sparen kann. Auf diese Weise wurden auch Albtalbahn, Rheinuferbahn, Vorgebirgsbahn & Lossetalbahn elektrifiziert. Die Möglichkeit des Gütervekehrs (mit Dieselloks) bliebe weiterhin bestehen.

Was wollen wir mit einer Stadtbahn nach Dalheim? Wenn es bis nach Roermond ginge, okay. Aber ins Zonenrandgebiet? Eine Elektrifizierung mit 750 V Gleichstrom hätte auch den Nachteil, dass die große Bahn da immer noch dieseln muss, wenn sie z.B. zum Prüfcenter Wildenrath will. Zunächst sollte es doch um ein Verkehrsmittel für die Stadt Mönchengladbach gehen. Dass eine Stadtbahn nach Dalheim wesentlich mehr Fahrgäste auf die dortige Strecke zieht, kann ich mir nicht vorstellen. Sie führt ebenfalls um die Wohngebiete Hocksteins herum durch die Felder. Eine Mitnutzung wäre allenfalls zwischen Stadtwaldstraße und Rheindahlen sinnvoll, wenn man keine neue Trasse schaffen will. Dringender wäre für den Anfang aber wohl eine Strecke von Gladbach nach Rheindahlen mitsamt Stadionanbindung. Hinter Rheindahlen sehe ich mittelfristig nicht den Bedarf, Konzepte sollten sich wie zunächst auf die Stadt konzentrieren, die das System tragen will und deren Bürger dem zustimmen müssten.

Zitat von Lukas Gremer im Beitrag #17
Viele S-Bahn-Linien in Karlsruhe verlaufen ja auch viel über Wald und Wiesen, dank der direkten Anbindung der Karlsruher Innenstadt konnte aber die Fahrgastnachfrage im Vergleich zu den vormals verkehrenden Regionalzügen gesteigert werden. Das ist eigentlich der Erfolgsrezept der Karlsruher Stadtbahn.

Die ist allerdings auch nicht aus dem Nichts aufgebaut worden. Karlsruhe hatte schon eine Straßenbahn und mit der AVG auch Überlandstrecken. Der Karlsruher Hauptbahnhof liegt im Gegensatz zu denen Mönchengladbachs auch peripher. Vom zentral gelegenen Gladbacher Hauptbahnhof ist es im Gegensatz dazu ein Katzensprung zur Hindenburgstraße.

Zitat von Lukas Gremer im Beitrag #17
Das die Hauptbahnen um Mönchengladbach nahezu 100% ausgelastet sind und eine Nutzung als Zweisystemstadtbahn nur schwer umsetzbar wäre ist mir schon klar. Allerdings muss man dabei immer im Hinterkopf behalten, die Stadtbahn ersetzt in den meisten Fällen auch vormals verkehrende Regionalzüge. Bei der Strecke MG <-> Dalheim würde vsl. das Fahrtenangebot der heutigen RB34 reduziert werden.

Verstehe ich nicht: Wenn man dort eine Stadtbahn fahren lässt, dann wird die RB komplett wegfallen. Es gäbe keine Rechtfertigung mehr, sie parallel weiter zu betreiben.

Zitat von Lukas Gremer im Beitrag #17
Natürlich kann man abgebaute Strecken in Meterspur wiederaufbauen. Man kann auch bestehende Strecken mit einem Dreischienengleis nachrüsten, wie es vsl. auf der Aartalbahn zwischen Wiesbaden und Bad Schwalbach geschehen wird. Allerdings sollte man beides nicht tun, es sei denn es gibt triftige Gründe dafür. Wird die Strecke in Regelspur ausgeführt, können durch potenzielle Güterverkehrskunden zusätzliche Einnahmen generiert werden, was die Wirtschaftlichkeit des gesamten Projektes und damit die Chancen auf Fördergelder steigert. Bei der Meterspur entfällt diese Möglichkeit aber! In Meterspur können zwar kleinere Kurvenradien befahren werden, aber bei heutigen Neubaustrecken wird von dieser Möglichkeit eigentlich kaum noch Gebrauch gemacht. Außerdem gibt es auch in Normalspur-Betrieben enge Kurven, siehe z.B. DU-Ruhrort.

Wo siehst du in Mönchengladbach potenzielle Güterverkehrskunden, deretwegen man sich auf eine Spurweite (und sicherlich dann auch einen kostenträchtigeren Oberbau für schwere Lasten?) festlegen sollte? Ich habe das Gefühl, du siehst eher eine regionale Stadtbahn, während ich es für essentiell halte, dass die Stadt eine innerstädtische Bahn bekommt. Du schreibst dagegen mehr von Verbindungen ins Umland. Dafür sehe ich bei uns die S-Bahn als prädestiniertes Verkehrsmittel. Keimzelle wären aus meiner Sicht im die heutigen Buslinien 001/002 und 007/017 (im Detail natürlich mit möglichen Abweichungen, z.B. sollte die Verbindung nach Rheindahlen durch die Hindenburgstraße und über den Alten Markt führen). Güterverkehrskunden wären da vorranging im Regiopark und im Nordpark denkbar, doch die wollen ihr Zeug dann ja auch nicht in die Innenstadt bringen. Am Regiopark führt die Bahnstrecke direkt vorbei, sodass Gleisanschlüsse eigentlich kein Problem darstellen würden, gäbe es dafür Bedarf. Auch zum Nordpark gibt es von Rheindahlen bereits die Trasse des alten Anschlusses, die man wiederverwenden könnte. Dass beides nicht geschehen ist (trotz großer Logistiker mit reichlich Transportaufkommen im Regiopark), zeigt auch, dass die Unternehmen unter den aktuellen Bedingungen voll auf den Lkw setzen. Damit ein Güterverkehr einen Beitrag zur Finanzierung des Personenverkehrssystems leisten kann, müsste sich das zuerst einmal ändern.

#19 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von Lukas Gremer 30.04.2020 18:50

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Zitat von H. Norfried V. im Beitrag #18

Rampe, Rolltreppe, Aufzüge, das ändert alles nichts an der schlechteren Zügänglichkeit durch die erhöhte Lage. Die genannten Linien in Heilbronn haben an den Bahnstrecken auch eher die typischen S-Bahn-Haltestellenabstände, im Straßenbereich passt es eher zu einer Stadtbahn. Ich sehe in MG dafür echt nicht das Potenzial. Bei einer Kapazitätsausweitung der Hauptstrecke MG-RY sollte der neue Spielraum eher für S-Bahnen genutzt werden. Nördlich und östlich des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs geht es mehr oder weniger durchs Niemandsland mit Industrie und Brachland. Eine Stadt- oder Straßenbahn sollte etwa gerade nicht auf der Bahnstrecke um Eicken herum, sondern mitten hindurch fahren. Eine Straßen- oder Stadtbahn, die oben auf einem Damm um die Wohngebiete herum fährt, halte ich einfach nicht für attraktiv. Als S-Bahn mit weniger Stationen okay, aber für den innerstädtischen Verkehr...


Diese Logik kann ich nicht nachvollziehen. Demnach hätte auch die Wehrhahnlinie in Düsseldorf oder der hochbahnartige Abschnitt der U79 nicht gebaut werden dürfen, weil Sie nicht in der 0-Ebene liegen, oder wie?! Vielmehr ist es doch so, dass die unabhängige Trassierung dafür sorgt das man nicht alle 500m an einer Ampel Zeit verplempert und so ein zügiges Vorrankommen sichert.

Zitat von H. Norfried V. im Beitrag #18

Was wollen wir mit einer Stadtbahn nach Dalheim? Wenn es bis nach Roermond ginge, okay. Aber ins Zonenrandgebiet? Eine Elektrifizierung mit 750 V Gleichstrom hätte auch den Nachteil, dass die große Bahn da immer noch dieseln muss, wenn sie z.B. zum Prüfcenter Wildenrath will. Zunächst sollte es doch um ein Verkehrsmittel für die Stadt Mönchengladbach gehen. Dass eine Stadtbahn nach Dalheim wesentlich mehr Fahrgäste auf die dortige Strecke zieht, kann ich mir nicht vorstellen. Sie führt ebenfalls um die Wohngebiete Hocksteins herum durch die Felder. Eine Mitnutzung wäre allenfalls zwischen Stadtwaldstraße und Rheindahlen sinnvoll, wenn man keine neue Trasse schaffen will. Dringender wäre für den Anfang aber wohl eine Strecke von Gladbach nach Rheindahlen mitsamt Stadionanbindung. Hinter Rheindahlen sehe ich mittelfristig nicht den Bedarf, Konzepte sollten sich wie zunächst auf die Stadt konzentrieren, die das System tragen will und deren Bürger dem zustimmen müssten.


Ja, okay, bis Dalheim alleine bringt die Strecke tatsächlich kaum etwas, da wäre eine Durchbindung nach Roermond viel effizienter.

Da eine Reaktivierung des Eisenen Rheins für den Güterverkehr allerdings auf absehbare Zeit nicht erfolgen wird, halte ich es für unproblematisch, wenn die Strecke mit Gleichstrom elektrifiziert wird. Wenn die Firma SIEMENS eine Elektrifizierung wünschte, hätte sie das schon längst kundgetan.

Zitat von H. Norfried V. im Beitrag #18
Verstehe ich nicht: Wenn man dort eine Stadtbahn fahren lässt, dann wird die RB komplett wegfallen. Es gäbe keine Rechtfertigung mehr, sie parallel weiter zu betreiben.


Damit meinte ich einzelne Expressfahrten zur HVZ, wie es auch mit der S7 nach Düsseldorf praktiziert wird, hätte ich eventuell deutlicher formulieren sollen.

Zitat von H. Norfried V. im Beitrag #18

Wo siehst du in Mönchengladbach potenzielle Güterverkehrskunden, deretwegen man sich auf eine Spurweite (und sicherlich dann auch einen kostenträchtigeren Oberbau für schwere Lasten?) festlegen sollte? Ich habe das Gefühl, du siehst eher eine regionale Stadtbahn, während ich es für essentiell halte, dass die Stadt eine innerstädtische Bahn bekommt. Du schreibst dagegen mehr von Verbindungen ins Umland. Dafür sehe ich bei uns die S-Bahn als prädestiniertes Verkehrsmittel. [...]


Natürlich sollte die Auswahl einer Spurweite nicht bloß aufgrund eines potenziellen Güterverkehrskunden erfolgen. Aber wenn man sich mal im Ausland anschaut, in welcher Spurweite neue Straßenbahnbetriebe eröffnet werden, wird man feststellen, dass die Wahl i.d.R. zugunsten der Normalspur ausfällt. Man muss auch nicht zwingend mit einem Tram-Train-System anfangen, da gebe ich dir Recht. Aber man sollte sich diese Option zumindest für die Dalheimer bzw. Roermonder Strecke offenlassen: Wenn die RB34 irgendwann erstmal bis nach Roermond verlängert wird, reichen die Kapazitäten an Wochenenden bald schon nicht mehr aus. Eine Voll-S-Bahn ist aber auf der Strecke unverhältnismäßig teuer, da die Strecke werktags aber eher mäßig ausgelastet wäre, weil der Fahrgastmagnet, das FOC in Roermond, unter der Woche nicht so stark frequentiert wird. Zudem darf man nicht vergessen, dass die Mönchengladbacher S-Bahn immer ein Anhängsel der S-Bahn Rhein-Ruhr bzw. S-Bahn Köln bleiben wird.

Eine Verlängerung nach Krefeld irgendwann mal ist natürlich potenziell immer noch möglich, dann wird der entsprechende Abschnitt eben mit Dreischienengleis versehen.
Anders herum wird die DB nicht sonderlich Happy sein, wenn man den Eisernen Rhein zwischen Rheindahlen und Roermond auf Dreischienengleis umrüsten würde. Auch wenn die Reaktivierung für Internationalen Güterverkehr auf absehbare Zeit nicht erfolgen wird, heißt es nicht das es nicht doch irgendwann dazu kommt.

Zudem darf man nicht vergessen, das es vor nicht allzu langer Zeit aus dem Verkehrsministerium wüste Pläne gab, das "Spurbreiten-Chaos" bei den NRW-Verkehrsbetrieben zu entzerren. Dementsprechend unerfreut wird man auch in Düsseldorf sein, wenn man Pläne für ein komplett neues Netz in Meterspur präsentiert.

Und: Derzeit mag ja noch der meiste Güterverkehr über die Straße abgewickelt werden, aber der Druck auf die politisch Verantwortlichen wächst spürbar. Nicht umsonst hat man nach jahrelangen Forderungen von Oppositionsparteien die MwSt. für Bahnfahrten von 19 auf 7 % gesenkt. Das Problem ist bisher vielerorts die Unzuverlässigkeit des Schienengüterverkehrs: Bei Verspätungen von Personenzügen haben diese immer Vorrang, der Güterzug muss warten und kommt später an sein Ziel. Das war schon immer so, und zu Bundesbahnzeiten auch kein Problem, weil es im Zweifelsfall genügend Umleitungsstrecken gab. Erst mit dem Gleisabbau nach der "Bahnreform" wurde dieses Problem spürbar, da ein einzelner verspäteter Zug an Knotenpunkten in unglücklichen Fällen ein Dominoeffekt auslösen kann.

Wenn die CSU erstmal aus dem Verkehrsministerium rausfliegt und eine fähige Partei mit fähigen Leuten das VM leitet, kommt sicherlich auch etwas mehr Bewegung in Sachen Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene.

Gruß,
Lukas

#20 RE: [MG] Über die Rückkehr einer Straßenbahn von H. Konrad R. 03.05.2020 21:44

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Aktuell bei niederrheinbus.de:

Editorial zu Straßenbahn-Gedanken
in Mönchengladbach ... http://niederrheinbus.de/editorial.htm

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