#1 auf der suche nach neuen straßenbahnstrecken von Rolf Aretz 13.08.2021 23:27

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da der artikel nur für registriete leser freigeschaltet ist, habe ich ihn unten als zitat
eingefügt.

https://rp-online.de/nrw/staedte/duessel...en_aid-61851789

Zitat
Düsseldorf Die Alternativen zum Auto sollen in Düsseldorf gestärkt werden.
Zwei neue Tangenten könnten quer durch die Stadt verlaufen.
Wo neue Strecken geplant sind und wie lange es dauert.



Das Straßenbahnnetz soll wachsen – die Politik berät derzeit über 17 konkrete Ideen
für neue Strecken. Die Fraktionen sollen sich darüber jetzt eine Meinung bilden, zugleich
analysieren Fachleute von Stadt und Rheinbahn, ob die Routen attraktiv für den Gewinn
neuer Fahrgäste sind. Im kommenden Jahr sollen die verbliebenen Ideen festgeschrieben
werden – und möglicherweise in den nächsten Jahren umgesetzt.

Der Prozess wurde eingeleitet, weil der Nahverkehr politisch enorm an Bedeutung
gewonnen hat. Während viele Kommunen über Jahrzehnte ihre Straßenbahnnetze
verkleinert haben, sollen die Alternativen zum Auto nun wieder gestärkt werden.
Düsseldorf hofft auf ein Drittel mehr Fahrgäste schon bis 2030.

Die längsten neuen Strecken in der Ideenliste betreffen sogenannte Tangentialverbind-
ungen. Dabei handelt es sich um Routen zwischen Außenstadtteilen, die anders als die
meisten bestehenden Linien nicht durch die Innenstadt führen. Eine Nordtangente
könnte vom Gewerbegebiet Seestern in Lörick über die Theodor-Heuss-Brücke führen
und weiter bis zum Staufenplatz in Grafenberg oder sogar bis zur Bergischen Kaserne
und dann nach Mettmann.

Ähnlich ambitioniert wäre die Osttangente. Sie würde von Benrath über den Reisholzer
S-Bahnhof und Hassels zur Haltestelle Vennhauser Allee verlaufen. Von dort würde die
Trasse über die Vennhauser Allee zum Gerresheimer S-Bahnhof weitergeführt. Von dort
gibt es bereits eine Strecke zum Staufenplatz, nach der die Strecke bis zum Flughafen
geführt werden könnte.

Diskutiert werden unter anderem auch eine bessere Anbindung des Medienhafens,
ein Abzweig von Wittlaer nach Angermund und eine Verlängerung vom Südpark zur Uni.

Nicht alle Ideen sind neu. Ein Vorschlag ist etwa eine Strecke durch das untere
Gerresheim, die über Cranachstraße und Hellweg (Flingern) und weiter über
Dreherstraße und Torfbruchstraße geführt werden könnte. Das Ampelbündnis
aus SPD, Grünen und FDP hatte diese Idee bereits prüfen lassen,
damals galt sie als nicht förderfähig.

Grünen-Verkehrspolitiker Norbert Czerwinski hofft darauf, dass die aus seiner Sicht
veralteten Förderkriterien von der neuen Bundesregierung angepasst werden,
um die Realisierungschancen zu verbessern. An dieser Strecke würden sich die
Neubaugebiete Quellenbusch und Glasmacherviertel befinden,
entsprechend hoch könnte die Nachfrage sein.

Bis zu einem möglichen Bau von Strecken müssen noch viele Schritte folgen.
Eine Realisierung könnte teilweise erst in mehr als zehn Jahren erfolgen.
Die Vorarbeiten sollen aber Zeit sparen und ermöglichen, dass sich Düsseldorf
schon um Fördermittel bewerben kann.
Die neuen Verbindungen, die nach den ersten Betrachtungen übrig bleiben,
sollen in den Nahverkehrsplan eingetragen werden. Das soll im Frühjahr erfolgen.
Bevor Strecken umgesetzt werden, soll auch der wirtschaftliche Nutzen
errechnet werden, da der Betrieb von Bahnen relativ teuer ist.

Neben den nun neu diskutierten Strecken gibt es solche, die bereits länger vorbereitet
werden – und in einem Fall sogar bereits gebaut. Für die neue Linie U81 wird derzeit
eine Strecke zwischen Freiligrathplatz und Flughafen gebaut. Der zweite Bauabschnitt
soll das Linksrheinische an den Flughafen anbinden, dafür muss der Rhein überquert
werden. Nach der Empfehlung von Experten rückt der Bau eines Tunnels näher.

Der Tunnel soll auf Höhe der Arena unter dem Rhein ins Linksrheinische und dort unter
Alt-Lörick entlang führen. Zu seinen Vorzügen gehören geringere Fahrzeit, weniger
Eingriffe in die Landschaft und ein geringeres Klagerisiko als bei einer Brücke.
Daneben steht die Messeumfahrung mit der Linie U80 im Raum und hat
Rückhalt beim Ratsbündnis aus CDU und Grünen. Dabei würde eine neue,
unterirdische Strecke zwischen Reeser Platz und Arena mit der Station
Messe-Süd gebaut, außerdem soll der Tunnel unter
dem Kennedydamm bis Reeser Platz verlängert werden.

Für das Glasmacherviertel soll derweil die Strecke der U73 vom S-Bahnhof Gerresheim
bis zu der neuen Stration „Nach den Mauresköthen“ verlängert werden,
außerdem steht im Raum, die Wehrhahn-Linie bis zur Uni-Klinik zu verlängern.

Nicht zuletzt wegen langer Bauzeit und hoher Kosten für die Schienenwege betont die
Stadt allerdings auch, dass für eine Verkehrswende zusätzlich andere Technologien
betrachtet werden sollen. Auch Seilbahn, Wassertaxi oder
Lufttaxi könnten zum Einsatz kommen.

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