#1 [SIEMENS] Transrapid auf der Emsland-Teststrecke in Werkstattwagen gefahren von Marcel Hilgers 22.09.2006 15:27

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EMSLAND-TESTSTRECKE
Transrapid rast in Werkstattwagen - viele Tote


Bei einem schweren Unfall auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland sind heute Vormittag bis zu 18 Menschen getötet und etliche verletzt worden. Der Magnetgleiter war mit Tempo 200 auf einen Werkstattwagen geprallt.

Lathen - Bei dem Unglück auf der Transrapidstrecke im Emsland sind nach Behördenangaben vermutlich 18 Personen ums Leben gekommen. Bisher konnte ein Leichnam geborgen werden. Nach Angaben des Nachrichtensenders N24 sagte der Landrat des Emslandkreises, Hermann Bröring, dass man von 18 Todesopfern ausgehen müsse.

Es muss die Hölle für die rund 30 Passagiere gewesen sein. Der führerlose Transrapid beschleunigte gerade, nachdem er gegen 10 Uhr vom Versuchsbahnhof in Lathen losgefahren war. Durch die Panorama-Frontscheiben muss die Besuchergruppe, die meisten von ihnen vermutlich aus Niedersachsen, wahrgenommen haben, wie sie sich mit steigender Geschwindigkeit dem Werkstatt-Wagen näherten.

Dann, so schildert es ein Augenzeuge, der mit Rettungskräften vor Ort sprach, rammte der Magnetgleiter das Hindernis. Der pfeilförmige Waggon soll den Werkstattwagen angehoben und 500 bis 700 Meter über die Strecke geschoben haben. Nachdem die havarierten Fahrzeuge stehen blieben, brachen den Rettern zufolge zwei Feuer aus. Der Vorderteil des Transrapids sei total zerstört.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich äußerst schwierig, weil die Bahn auf einer Trasse in einer Höhe von fünf bis sieben Metern fährt - daher mussten für die Bergung der Opfer Drehleitern der Feuerwehr angefordert werden. Rund 220 Hilfskräfte sind im Einsatz, um die Menschen zu bergen, fünf Rettungshubschrauber bringen die Verletzten in umliegende Krankenhäuser. Nach einem Bericht von N 24 sollen die Opfer Angehörige von Mitarbeitern der Teststrecke sein, die wie viele andere Besuchergruppen eine Fahrt mit dem Transrapid unternommen hatten.

Inzwischen sind die Verletzten mit Rettungshubschraubern und -wagen in Krankenhäuser gebracht worden, so der Augenzeuge. Jetzt würden zwei Autokräne versuchen, den Werkstattwagen vom Vorderteil des Transrapids abzuheben. Dort werden laut den Rettungskräften weitere Opfer vermutet.

Ein Sprecher des Landkreises Emsland sagte, keiner der Beteiligten in den beiden Fahrzeugen sei ohne Blessuren davongekommen. Die Bahn ist den Angaben zufolge aus der Spur gesprungen. "Die Magnetschwebebahn hängt halb herab", sagte der Polizeisprecher. Mehrere Wrackteile seien von der Trasse gefallen.

Zur Unglücksursache gingen die Angaben zunächst weit auseinander. Ob der Besucherzug für den Fahrtzeitpunkt keine Startgenehmigung hatte, oder der Werkstattwagen nicht im Einsatz hätte sein dürfen, blieb zunächst offen.

Der Transrapid wird von einem Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp gebaut. Welche Konsequenzen der Unfall für das Projekt Transrapid haben werde, sei noch völlig unklar, sagte ein Siemens-Sprecher SPIEGEL ONLINE. Mitarbeiter seien aber auf dem Weg und würden vor Ort Ursachenforschung betreiben. "Zuerst ist aber wichtig, dass allen Verletzten geholfen wird." Von der ThyssenKrupp Technologies war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Versuchsstrecke für den Transrapid zwischen Lathen und Dörpen ist 31,8 Kilometer lang und gilt als weltweit größte Testanlage für Magnetschwebefahrzeuge. In Lathen ist die IABG seit 1985 mit dem Betrieb der Transrapid Versuchsanlage Emsland betraut. Im Schnitt kommen mehr als 1000 Gäste am Tag zur Anlage. Das Unternehmen wollte sich zunächst nicht zu dem Unglück äußern.

Bereits im August hatte es einen Transrapid-Unfall gegeben. Die Magnetschnellbahn in Schanghai hatte während der Fahrt Feuer gefangen. Die Feuerwehr konnte den Brand nach kurzer Zeit löschen, verletzt wurde niemand.

Die 30 Kilometer lange Trasse zwischen der Innenstadt der chinesischen Metropole und dem internationalen Flughafen ist die weltweit erste kommerzielle Transrapid-Strecke. Die Schnellbahn kann eine Höchstgeschwindigkeit von rund 450 Stundenkilometern erreichen.

Ein zurzeit noch aktuelles, kommerzielles Transrapid-Projekt in Bayern könnte an einer Finanzierungslücke scheitern. In München soll die Magnetschwebebahn den Flughafen Franz-Josef Strauß mit der Innenstadt verbinden.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat wegen des Unfalls seine China-Reise abgebrochen. Der Minister sei "tief besorgt" und habe sofort entschieden, alle weiteren Termine in Peking abzusagen und so schnell wie möglich nach Deutschland zurückzufliegen, sagte sein Sprecher Dirk Inger der Nachrichtenagentur dpa.

Tiefensee wolle sich vor Ort im Emsland ein Bild von dem Unglück machen. Die Nachricht habe den Minister während eines Gesprächs mit dem chinesischen Eisenbahnminister in Peking ereilt. Tiefensee wollte eigentlich bis Sonntag bleiben.

rüd/jto/AP/AFP/reuters/dpa

(Zitat von http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,438640,00.html )

Mittlerweile steht wohl fest, dass (nur) eine Person tot ist, 10 Personen außer Lebensgefahr im Krankenhaus und noch 18 Personen vermisst werden, die wohl beim Aufprall auf den Werkstattwagen herausgeschleudert wurden.


Mit freundlichen Grüßen
Marcel Hilgers
(Admin)
#2 RE: Transrapid auf der Emsland-Teststrecke in Werkstattwagen gefahren von Daniel Reubold 22.09.2006 15:53

...mein Beileid für die Angehörigen des Opfers...
#3 RE: Transrapid auf der Emsland-Teststrecke in Werkstattwagen gefahren von Marcel Hilgers 22.09.2006 16:28

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Ich denke mal, dass es nicht nur bei dem einem Opfer bleiben wird. Aktuell sind dort wohl im Wald Rettungsmannschaften mit Hundestaffeln im Einsatz, um die noch Vermissten Personen zu finden, die wohl bei 200 km/h rausgeschleudert wurden. Ich denke, man kann froh sein, dass der Zug nicht Spitzengeschwindigkeit fuhr...


Mit freundlichen Grüßen
Marcel Hilgers
(Admin)

#4 RE: Transrapid auf der Emsland-Teststrecke in Werkstattwagen gefahren von Ehemaliger User 22.09.2006 16:42

Fastsimulator wünscht viel Erfolg beim Suchen nach Überlebenden... die Gasexplosion in Ansbach soll man auch nicht vergessen..

LG Kay

#5 RE: Transrapid auf der Emsland-Teststrecke in Werkstattwagen gefahren von Marcel Hilgers 22.09.2006 19:18

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Mittlerweile sind 10 Tote geborgen, einige sind wohl noch im Wrack eingeklemmt. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat alle Termine für heute abgesagt und ist auf dem Weg ins Emsland...


Mit freundlichen Grüßen
Marcel Hilgers
(Admin)

#6 RE: Transrapid auf der Emsland-Teststrecke in Werkstattwagen gefahren von Ehemaliger User 22.09.2006 22:41

Also es ist zwar schlimm was da passiert ist: Aktuell wurden 22 Tote gemeldet, aber wen interessiert Frau Merkel?

LG Kay

#7 RE: Transrapid auf der Emsland-Teststrecke in Werkstattwagen gefahren von Marcel Hilgers 23.09.2006 13:08

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In der heutigen Zeitung ist von endgülig 23 Toten die Rede. Sie wurden aufgrund von Platzmangel beim Leichenhaus in ein nahes Lebensmittelkühlhaus gebracht. Die werte Kanzlerin war gestern vor Ort und ist heute schon wieder in Russland...

Der erste Triebkopf hat sich mit 200 Sachen unter den Werkstattwagen geschoben, dabei wurde der Triebkopf total zerstört.


Mit freundlichen Grüßen
Marcel Hilgers
(Admin)

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