#1 München: S-Bahn-Fahrgast stirbt nach brutaler Attacke von Kay J. 13.09.2009 00:47

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Er ging dazwischen, als zwei Jugendliche in der S-Bahn Altergenossen bedrohten und wurde von ihnen brutal zusammengeschlagen: Ein 50-Jähriger aus München erlag am Samstagabend den schweren Kopfverletzungen, die er bei dem Angriff erlitt.

München - Bei einem brutalen Angriff an einer Münchner S-Bahn-Station ist ein 50-jähriger Fahrgast am Samstag getötet worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte der Mann noch in der S-Bahn versucht, eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Jugendlichen zu schlichten.

Nachdem alle Beteiligten am S- Bahnhof Solln ausgestiegen waren, hätten zwei der Jugendlichen im Alter von 17 und 18 Jahren den Mann angegriffen und ihn zu Boden geschlagen, sagte Polizeisprecher Andreas Ruch. Dabei sei das Opfer aufgeschlagen und "hat sich nicht mehr gerührt", sagte Ruch. Laut tz-online.de sollen Zeugen beobachtet haben, wie die Angreifer noch auf den am Boden liegenden Mann eintraten. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er am Abend seinen schweren Kopfverletzungen erlag.

Gegen die beiden festgenommenen Schläger wird wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Über die Einzelheiten wollen der Leiter der Mordkommission und der zuständige Staatsanwaltschaft an diesem Sonntag im Polizeipräsidium München berichten.

Der Mann war dazwischen gegangen, als die beiden Schläger andere Jugendliche bedrohten und Geld von ihnen forderten. Nach der Attacke auf den Mann an dem S-Bahnhof versteckten sich die beiden Angreifer in einem Gebüsch in der Nähe, da ihnen der Fluchtweg durch einen Zaun versperrt war. Zeugen beobachteten die Schlägerei und verständigten die Polizei. Während Rettungskräfte den Bewusstlosen zu reanimieren versuchten, entdeckte die Bundespolizei die beiden mutmaßlichen Täter in ihrem Versteck.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach brutale Übergriffe in der Münchner U-Bahn gegeben. Vor allem die Attacke auf einen Rentner, der im Jahr 2007 wegen seines Hinweises auf das Rauchverbot in der U-Bahn lebensgefährlich verletzt worden war, hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Im vergangenen Dezember hatten sechs Jugendliche einen 24 Jahre alten Mann und seinen drei Jahre jüngeren Bruder brutal niedergeschlagen und schwer verletzt.



Quelle: Spiegel Online

#2 RE: München: S-Bahn-Fahrgast stirbt nach brutaler Attacke von Sven Zallmann 13.09.2009 01:34

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Tja, manche lernen's nie und Andere noch später... *kopfschuettel*

#3 RE: München: S-Bahn-Fahrgast stirbt nach brutaler Attacke von Alexander Schmitz 15.09.2009 19:28

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Nach tödlichem Übergriff in München: So sicher sind Fahrgäste in NRW

Nach dem tödlichen Übergriff auf einen Münchener S-Bahn-Fahrer fordern Politiker, Bahnhöfe und Züge besser zu überwachen. In NRW versuchen Verkehrsbetriebe und Städte gemeinsam, die zunehmende Gewalt in den Griff zu bekommen.

Es ist ihr erster Job seit langem, den sieben Duisburger heute bei der örtlichen Verkehrsgesellschaft DVG antreten. Ein Jahr lang werden sie von DVG-Mitarbeitern darin geschult, Bahn-Passagiere zu beraten, ihnen in den Zügen zur Hand zu gehen, bei Konflikten zu schlichten und notfalls die Polizei zu alarmieren. Danach werden die sieben, wenn alles gut läuft, dauerhaft zu den 46 Sicherheitskräften stoßen, die schon jetzt für die DVG arbeiten.

Jobs zu schaffen ist das eine Ziel des Duisburger Projekts, das seit zweieinhalb Jahren läuft. Ein anderes lautet: die Sicherheit in den Bahnen zu erhöhen. Anlass für solche Projekte geben nicht nur Gewalttaten wie der tödliche Übergriff auf einen S-Bahn-Fahrer in München.

Auch in NRW stellt die Bundespolizei einen kontinuierlichen Anstieg der Gewaltkriminalität in Zügen und auf Bahnhöfen fest. Lag die Zahl der Körperverletzungsdelikte 2006 bei 1855, waren es 2007 schon 1900, im vergangenen Jahr sogar 2053 Fälle. Und der Trend scheint sich fortzusetzen. Im Bereich der Inspektion Düsseldorf, der Region zwischen Mönchengladbach und Oberhausen, stieg die Zahl der Delikte vom 1. Januar bis zum 31. August von 375 auf 449 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Bundespolizeisprecher Jens Flören bezeichnet die Situation dennoch als "nicht besorgniserregend". Der Anstieg könnte eine erhöhte Anzeigebereitschaft oder die Zunahme von Fällen einfacher Körperverletzung dokumentieren. Jörg Radek, der bei der Polizeigewerkschaft GdP für die Belange der Bundespolizei zuständig ist, verweist zudem darauf, dass es "in NRW eine Reihe vorbildlicher Sicherheitsprojekte auf Bahnhöfen gibt".

In Düsseldorf zum Beispiel werden laut Rheinbahn sämtliche 17 U-Bahn-Haltestellen von Kameras überwacht. Insgesamt sind an Haltestellen rund 300 Kameras im Einsatz. 15 gibt es derzeit in Straßenbahnen, bis Ende des Jahres sollen noch 40 Stück in den U-Bahnen dazukommen. Die Kameraausstattung der Busse und Bahnen allein kostet die Rheinbahn rund 4,5 Millionen Euro. Teilweise können die Fahrgäste schon jetzt per Knopfdruck die Leitstelle informieren, die sich dann über die Kameras in den Zug zuschaltet.

Zusätzlich sorgen an den U-Bahnhöfen 65 ausgebildete Sicherheits- und Servicekräfte für Ordnung. An einigen U-Bahn-Haltestellen gibt es zudem "Sicherheitsinseln", markierte Bereiche, auf den sich ein Fahrgast stellen und per Knopfdruck seine "Kamerabewachung" durch die Leitstelle beantragen kann.

In Bonn hat die SWB Bus und Bahn an ausgewählten Bahn-Haltestellen 310 Kameras installiert, deren Bildmaterial für 48 Stunden aufgezeichnet wird. Es gibt 85 Notrufsäulen. Aktiviert jemand den Notruf, wird die Zentrale auf die Kamera aufmerksam gemacht, die auf die betroffene Haltstelle gerichtet ist.

In Wesel haben Stadt, Deutsche Bahn und die Arge Kreis Wesel vor drei Jahren eine Ordnungspartnerschaft ins Leben gerufen: Zwölf Ein-Euro-Kräfte sind seitdem in Dreierteams zwischen 6 und 22 Uhr am Bahnhof unterwegs. Schulung und Dienstkleidung für die Mitarbeiter eingerechnet, gibt Wesel jährlich eine fünfstellige Summe für den Dienst aus. Das zahlt sich aus: "Wir hatten früher große Probleme mit Vandalismus, die Täter sehen wir inzwischen seltener", sagt Detlef Heinz, Teamleiter der Bahnhofsstaffel.

Auch unter den Heimkehrern von Fußballspielen gehe es ruhiger zu. Ähnlich hört sich die Bilanz aus Dinslaken an. Seitdem dort Ein-Euro-Kräfte im Einsatz sind, die zwischen acht und 18 Uhr ein Auge auf das Bahnhofsgelände haben, seien Rangeleien deutlich seltener geworden, so ein Stadtsprecher.

Wie stark die Zahl der Gewaltdelikte in NRW ohne Projekte wie diese angestiegen wäre, mag niemand zu sagen. Vandalen dagegen scheinen sie nachweislich abzuschrecken. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zum Beispiel zahlt pro Jahr rund 30 Millionen Euro, um Graffiti zu entfernen oder andere Beschädigungen an den Bahnen zu reparieren. Und diese Zahl, immerhin, stagniert.

Quelle: http://www.rp-online.de

#4 RE: München: S-Bahn-Fahrgast stirbt nach brutaler Attacke von Robin T. 11.07.2010 11:51

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Zitat
Den Tätern drohen langjährige Haftstrafen

Der Fall

* Der Tod von Dominik Brunner im September 2009 am S-Bahnhof in München-Solln sorgte bundesweit für einen Aufschrei. Tausende gingen auf die Straßen, in den Medien wurden erhitzte Debatten über Zivilcourage geführt. Brunner wurde zum "S-Bahn-Helden".

Der Prozess

* Die Täter, Markus S. und Sebastian L., müssen sich ab Dienstag vor dem Landgericht München I wegen Mordes verantworten. Der Prozess ist auf neun Tage angesetzt, es sind mehr als 50 Zeugen und Sachverständige geladen. Beiden droht eine langjährige Haftstrafe.

Die Stiftung

* Nach dem Tod von Dominik Brunner haben Freunde, Familie und Mitarbeiter der Erlus AG, bei der Brunner ihm Vorstand saß, die Dominik-Brunner-Stiftung gegründet. Sie setzt sich einerseits für Menschen ein, die wegen ihres selbstlosen Handelns in Not geraten sind. Andererseits unterstützt sie Projekte, die verhindern wollen, dass Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten. Spendenkonto: Dominik-Brunner-Stiftung, Sparkasse Landshut, Bankleitzahl: 743 500 00, Konto: 20 145 489, Internet: http://www.dominik-brunner-stiftung.de.



http://www.welt.de/die-welt/regionales/m...aftstrafen.html

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