#1 Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Andreas Beeck 12.05.2010 08:26

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Unerwarteter Rückenwind für die Gegner von Stuttgart 21; keine Baufirma hat sich auf die Ausschreibung der Bahn zum Bau der Tunnelanlagen beworben.
Offenbar hat die Bahn das Riskio auf unerwartete Bodenprobleme und Mehrkosten auf die Baufirmen abwälzen wollen und erntet dafür nun eine Pleite.

Zitat aus der Stuttgarter Zeitung dazu:
"Bei einer der jüngsten Ausschreibungen sollte nach Informationen aus der Branche das Baugrundrisiko auf die Firmen abgewälzt werden. Der Fall drang bis zur Spitze des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. Die Unternehmen reagierten. "Die Bahn hat getobt, weil sich um diese Ausschreibung keine einzige Firma beworben hat", sagt ein Verbandsvertreter."

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht mit diesem Geldvernichtungsprojekt.

Den ganzen Zeitungsartikel gbt es hier.

#2 RE: Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Marcel Hilgers 12.05.2010 08:35

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Am besten gar nicht mehr...also weitergehen...

#3 RE: Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Alexander Schmitz 12.05.2010 09:58

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Wow, es könnte also nochmal richtig spannend werden...

#4 RE: Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Andreas Beeck 04.07.2010 21:32

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Zitat von http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2...eite-ferne.html

Baubeginn rückt in weite Ferne

Stuttgart - Der Zeitplan für das Milliardenprojekt Stuttgart 21 gerät aus den Fugen. Das Kommunikationsbüro des Bahnprojekts Stuttgart - Ulm hat nun auf StZ-Anfrage eingeräumt, dass die wichtige Ausschreibung für den Neubau des dreiröhrigen Nesenbach-Abwasserkanals im Schlossgarten erst einmal geplatzt ist. "Nach Prüfung und Aufklärung der Angebote wurde das Verhandlungsverfahren eingestellt", teilte die Bahn mit. Es wird also vorerst nichts mit dem großen Graben. Dazu befragt, wollte die Bahn sich wegen der gebotenen Vertraulichkeit nicht äußern. Nur so viel: es wird mit "den Angeboten der Bieter begründet".

Der Bauherr scheint sich mit dem Unternehmen also nicht auf einen Preis geeinigt zu haben. Mutmaßungen, die Firma hätte für mögliche Folgen beim Tieferlegen nicht haften wollen, wies der Projektsprecher zurück. Das Baugrundrisiko trage der Auftraggeber. Dies habe man erst kürzlich in einem Schreiben an die Bauverbände bestätigt. In der bis Mitte Februar währenden Ausschreibung (Angebotsöffnung war am 24. März) war als Beginn der Auftragsausführung der 12. Mai dieses Jahres genannt worden; der Auftrag sollte bis zum 6. August 2013 erledigt werden. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Die Bahn sieht sich aber außerstande, Angaben zur weiteren Termingestaltung zu machen. Die neuen Termine würden mit der Neuausschreibung festgelegt. Wann diese erfolge? "Zu einem späteren Zeitpunkt", so das Büro Drexler.

Vorbereitende Arbeiten werden später abgeschlossen
Die gescheiterte Ausschreibung ist bereits der zweite Fall in kurzer Zeit, der eine Verzögerung von Stuttgart21 auslöst. Nach StZ-Informationen werden die vorbereitenden Arbeiten im Gleisvorfeld wegen zu geringer Planungskapazitäten später abgeschlossen als geplant. Ingenieure gehen - wie berichtet - von bis zu einem Jahr aus.

Die Tieferlegung des parallel zu den Gleisen verlaufenden Nesenbach-Abwasserkanals im Bereich zwischen dem Königin-Katharina-Stift an der Schillerstraße und dem Planetarium auf einer Länge von 260 Metern um etwa 20 Meter ist überaus wichtig: Ohne diese Maßnahme kann nicht mit dem Bau des Trogs für die neue Bahnhofshalle begonnen werden.

Dies hat wohl zur Folge, dass auch die 282 zur Fällung vorgesehenen Bäume länger stehen bleiben können als geplant. Die neuen Fernbahn- und Stadtbahntunnels machen es nötig, dass der in Teilen fast 100 Jahre alte Abwasserkanal mit der Anmutung eines Gewölbekellers mit 15 bis 20 Quadratmetern Durchmesser fast im rechten Winkel nach unten geführt wird, dann unter den Bahntunnels verläuft, um dann hinter dem Hindernis in Richtung Neckar wieder sanft nach oben zu streben. Zudem müssen die Mischwasserkanäle aus westlicher und östlicher Richtung tiefer gelegt werden. Diese Projekte sind aber nicht Teil der gescheiterten Ausschreibung gewesen.

Der Leiter der Abteilung Entwässerung der Stadt, Ekkehardt Schäfer, sagt, abwassertechnisch habe die Verzögerung keine Auswirkungen auf den Gebührenzahler. Erst wenn der Düker, der wie ein großer Siphon funktioniert, fertig sei, würde der Kanal an die neuen Schächte angedockt und das alte Kanalstück entfernt. Für eine gewisse Zeit würde Regen- und Schmutzwasser umgeleitet. Die Stadt stehe in keinem Vertragsverhältnis mit der Bahn oder zum Auftragnehmer, natürlich würden die Pläne stets mit dem städtischen Abwasserbetrieb SES abgestimmt, so Schäfer. Die Nachricht von der Einstellung des Verhandlungsverfahrens hat ihn allerdings überrascht. "Ich bin gespannt, wie es weitergeht", sagte er.



Quelle: http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2...eite-ferne.html

#5 RE: Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Marcel Hilgers 04.07.2010 21:54

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Besser so...am besten solange in die Schubladen stecken, wie's nur geht...

#6 RE: Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Lars N. 05.07.2010 17:55

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Ja uns nein Marcel!

Einerseits mag ich den Stuttgarter Hbf und fände es schade, wenn er verschwindet, aber auf der anderen Seite muss man mal ganz klar überlegen was man möchte. Man kann kein Hochgeschwindigkeitsverkehr auf die Beine Stellen, wenn man überall ausgebremst wird und ein Kopfbahnhof ist nunmal ein echtes Hinderniss.

#7 RE: Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Andreas Beeck 05.07.2010 19:11

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Nunja, Stuttgart 21 alleine bringt dem Hochgeschwindigkeitsverkehr kaum eine Zeitersparnis. Der Unterschied zwischen Kopfmachen und Umweg via Fildertunnel dürfte eher gering sein.
Der Nutzen für den Schnellverkehr aus Stuttgart 21 wäre ja die anschließende Schnellstrecke nach Ulm, die man aber auch an einen optimierten Kopfbahnhof anschließen und nutzen könnte...

#8 RE: Stuttgart 21 liegt im Sterben - keine Baufirma will den Tunnel bauen von Marcel Hilgers 05.07.2010 20:03

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Das Gleisvorfeld des Bahnhofs kann mit weitaus weniger Mitteln entflochten und für den HGV bereit gemacht werden, als durch den Durchgangsbahnhof. Das Ganze ist einfach nur eine riesige Verschwendung von Steuergeldern. Wenn man mit dem HGV nicht mehr in Kopfbahnhöfen halten möchte, kann man das ja wie in Frankfurt lösen...

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