#1 GlacierExpress entgleist von Andreas Beeck 23.07.2010 21:16

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Zitat von http://bazonline.ch/panorama/vermischtes.../story/16873556

Tödliches Zugsunglück: Hat der Temperatursturz die Gleise verformt?

Über 40 Menschen wurden bei dem Unfall eines GlacierExpress zwischen Fiesch und Lax verletzt, eine Person kam ums Leben. Auf der Strecke wurden jüngst Gleisarbeiten durchgeführt.

Zwischen Fiesch und Lax wird der Verkehr einspurig geführt. Eine Telefonhotline mit der Nummer 084 811 21 17 wurde für die Angehörigen der Zugpassagiere eingerichtet. Die Bahnlinie bleibt voraussichtlich bis Samstag, 24. Juli 2010, gesperrt.

Zum Unfall kam es am Freitag kurz nach 12 Uhr. Der «Glacier Express» verunglückte in der Nähe des Viadukts zwischen Lax VS und Fiesch VS. Er war von Brig in Richtung Oberwald unterwegs, als zwei Wagen aus den Schienen sprangen und ein dritter umkippte. Die beiden hintersten Wagen waren am schwersten betroffen. Sie waren vor allem mit japanischen Touristen besetzt. Im drittletzten Wagen, dem Speisewagen, traf es zumeist Dienstpersonal.

12 Passagiere wurden schwer-, 10 mittel- und 20 leichtverletzt. Eine Person verlor ihr Leben. Die Schwerverletzten wurden in die Spitäler in Lausanne, Genf und Bern geflogen. Weitere Opfer brachten die Rettungskräfte in die umliegenden Krankenhäuser Visp, Siders, Sitten.

Viele japanische Touristen betroffen

Laut einem Sprecher der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) waren 210 Personen im verunglückten Zug. Für die japanischen Touristen sei lange kein Dolmetscher gefunden worden, dies hätte die Bergungs- und Rettungsarbeiten erschwert.

Der MGB-Sprecher sprach den Betroffenen sein Beileid aus und zeigte sich schwer betroffen. Das Unglück sei auch ein grosser Schlag für sein Unternehmen. «Das ist ein trauriges Ereignis für Fiesch», sagte der Gemeindepräsident Klaus Russi an der Pressekonferenz.

Neues Rollmaterial

Über die Unglücksursache ist noch nichts bekannt. Die Ermittlungen wurden aufgenommen. Das Rollmaterial sei relativ neu, so der MGB-Sprecher. Auf der Strecke hätten jüngst Gleisarbeiten stattgefunden. Er konnte allerdings nicht sagen, ob das an dieser Stelle war.

Im Schweizer Fernsehen wurde spekuliert, ob grosse Temperaturunterschiede in den letzten Tagen die Gleise verformt haben könnten. Die Korrespondentin: «Im Wallis gab es einen Temperatursturz von 30 auf 20 Grad. Es könnte sein, dass dies die Gleise leicht ausgedehnt hat.» Dies sei aber nur eine Vermutung und nicht bestätigt.

Die Rettung der Passagiere war am Nachmittag um 15 Uhr abgeschlossen. «Die Wagen sind komplett evakuiert», so der Reporter von Radio Rottu. 15 Ärzte, 11 Krankenwagen und sieben Helikopter seien im Einsatz gestanden. Insgesamt standen mehrere Dutzend Rettungskräfte im Einsatz.

Mit Stahlseilen gesichert

Die Bergung der verunglückten Eisenbahnwagen ist noch im Gang. Diese gestaltet sich schwierig. Der Wagen, der über einer Böschung «hängt», wurde mit Stahlseilen gesichert. Die Ursache des Unglücks sei noch unklar.

Ein Reporter meldete, der Unfall habe sich am ungünstigsten Ort ereignet. Die Schwerverletzten mussten deshalb per Helikopter ausgeflogen werden. Für die Leichtverletzten war beim Feriendorf Fiesch eine Sammelstelle eingerichtet worden.



Quelle: http://bazonline.ch/panorama/vermischtes.../story/16873556

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