#1 PEG: Zugausfall mangels Personal von Marcel Hilgers 02.08.2010 07:06

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Zitat von http://www.westfaelische-nachrichten.de/...s_Personal.html
Gronau - Bahnfahrer, die von Gronau aus zum Beispiel Richtung Dortmund fahren wollen, müssen derzeit offenbar damit rechnen, dass die Züge nicht planmäßig fahren. Das zumindest lassen die Schilderungen eines Mannes vermuten, der am Donnerstagmorgen selbst vergeblich auf den Zug der Prignitzer Eisenbahn wartete (Name ist der Redaktion bekannt).

Er wollte die RB 51 um 7.07 Uhr nehmen, erklärte der Mann im Gespräch mit den WN. Die allerdings sei gar nicht erst aufgetaucht und offenbar auch nicht von Enschede aus losgefahren. Auf Nachfrage habe ihm ein Schaffner erklärt, dass ein Ersatzbus die potenziellen Fahrgäste nach Ahaus bringen werde. Was auch stimmte. Nur: Als der Bus in Ahaus ankam, sei der Zug, den es eigentlich zu erreichen galt, bereits abgefahren gewesen.

Der Mann kritisiert vor allem auch die mangelhaften Informationen am Bahnhof: So habe es keine Lautsprecherdurchsage gegeben, die auf den Ausfall hingewiesen hätte. Zwischenzeitlich sei ein handgeschriebener Zettel mit dem Hinweis auf den Ersatzbus aufgehängt worden, der allerdings rasch wieder entfernt worden sei, als eine Kundin ihn fotografiert habe.

Viele Fahrgäste indes seien auf dem Bahnsteig herumgelaufen „wie Falschgeld“, sagt der verärgerte Kunde. „Keiner wusste Bescheid.“ Er habe mit einem Fahrgast gesprochen, der in diesem Monat bereits drei Mal wegen Zugverspätungen oder -ausfällen zu spät zur Arbeit gekommen sei - wo er monatlich über 100 Euro für die Fahrkarte berappe. Er selbst habe bereits Mitarbeiter dort gesehen, die auf ihrer Kleidung als eine Art Leihlokführer gekennzeichnet waren. Sein Verdacht: Die Prignitzer Eisenbahn-Gesellschaft (PEG) habe argen Personalmangel bei den Lokführern.

Tatsächlich sind in den Führerständen der PEG-Loks viele Fahrer offenbar nicht mehr eigene Angestellte, sondern kommen von einer Fremdfirma: der Hamburger Lokführer Service GmbH. Das verrät die Dienstkleidung eines Lokführers, der gestern mit der RB 51 unterwegs war. „Hier ist doch keiner mehr von der Prignitzer“, verriet er auf Nachfrage.

Vom offensichtlichen Outsourcing im Führerstand wusste Gunnar Krampe, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) als Auftraggeber der PEG, auf Nachfrage nichts. Den Zugausfall allerdings konnte er bestätigen. Wenn auch erst einen Tag später, als die Meldung der PEG über den Ausfall beim ZVM aufschlug. Die Begründung darin fiel laut Krampe bescheiden aus: „Personal nicht vorhanden.“ Kein Einzelfall, wie der ZVM-Mann weiß: „Wir haben in der Vergangenheit schon festgestellt, dass bei der PEG Zugausfälle in anderen Bereichen zu verzeichnen waren, die auf Personalmangel zurückzuführen waren.“

Direkte Einflussmöglichkeiten auf den Betrieb habe der ZVM nicht, erklärte Krampe. „Es ist Sache der Prignitzer, für das notwendige Personal und Equipment zu sorgen.“ Ebenso wie für den Ersatzverkehr, sollte es zu Ausfällen kommen. Der ZVM könne lediglich „mit aller Vehemenz auf die Vertragserfüllung pochen“ und im Fall der Fälle auch Zahlungen an die PEG zurückhalten, so der stellvertretende Geschäftsführer.

Die PEG selbst sah sich trotz mehrfacher Nachfrage bis Freitagnachmittag nicht in der Lage, sich zu den Sachverhalten zu äußern.

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