#1 Fliegerbombe am Deutzer ICE-Gleis von Alexander Schmitz 04.07.2007 21:28

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Fliegerbombe am Deutzer ICE-Gleis
Eine knappe Viertelstunde brauchte Hellmut Bauer (57), dann hatte er die Bombe entschärft. Um 18.40 Uhr konnte die Polizei die gesperrten Straßen rund um den Deutzer Bahnhof wieder freigeben, Züge und KVB-Bahnen rollten wieder. „Es war kein großes Problem“, meinte der erfahrene Sprengmeister. „Der Zünder vom Typ M 113 war zwar in der Buchse eingerostet, aber beide zusammen kamen raus. Dann konnte ich den Zünder mit der Hand rausdrehen.“

Es war für ihn das Ende eines langen Nachmittags. Bereits gegen 14.40 Uhr hatten Bauarbeiter bei Gleisarbeiten an der ICE-Trasse zwischen Deutzer Bahnhof und Stadthaus eine Fünf-Zentner-Bombe amerikanischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Unmittelbar danach begannen 40 Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Stadt Köln, Kräfte der Polizei und des Kampfmittelräumdienstes mit der Evakuierung in einem Umkreis von 300 Metern. Wer im westlichen Teil des Stadthauses arbeitete, im LVR-Bürohaus, im Köln-Triangle oder den Constantinhöfen, der musste die Gebäude verlassen. Der Deutzer Bahnhof wurde bereits gegen 17 Uhr geräumt. Der Zugverkehr lief nach Angaben der Deutschen Bahn bis kurz vor der Entschärfung planmäßig, die Züge fuhren allerdings ohne Halt durch. Die Fahrgäste nahmen es relativ gelassen. „Es hilft ja nichts“, sagte Manfred Nehls, der eigentlich mit dem Zug nach Solingen wollte - und jetzt den Bus nehmen musste, „da bin ich zwei Stunden unterwegs“. Viele machten sich über die Hohenzollernbrücke zu Fuß auf den Weg zum Hauptbahnhof. Etwas verärgert war Jutta Rothe, die nach Koblenz wollte und lange Zeit hinter der Absperrung warten musste. „Ich verstehe nicht, warum der Bahnhof Deutz so früh evakuiert wurde.“

Unmittelbar vor der Entschärfung wurde der Bahnverkehr völlig eingestellt. Die Züge wurden derweil im Hauptbahnhof, in Mülheim und an der Haltestelle Trimbornstraße angehalten. Unterbrochen waren auch die Stadtbahnlinien 1, 3, 4 und 9 sowie die Buslinien 150 und 153. Obwohl auch etliche Straßenzüge gesperrt wurden, hielt sich das Verkehrschaos in Grenzen. Der Verkehr wurde schon am Messekreisel und am Auenweg umgeleitet. Auch der Stadthaus-Tunnel, die Urbanstraße und die Hermann-Pünder-Straße konnten nicht befahren werden.


Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1182933866142.shtml

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