#1 Bonn - neue Rheinbrücke & Chance für die S-Bahn? von Andreas Beeck 14.08.2010 10:53

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Zitat von http://www.rhein-sieg-anzeiger.ksta.de/h...431613000.shtml

Visionen vom Brückenschlag

Um den zunehmenden Verkehr auffangen zu können, hat die IHK in Köln und Bonn den Bau einer Brücke zwischen Niederkassel und Wesseling vorgeschlagen. Bürgermeister Vehreschild bezweifelt die frühe Umsetzung.

Demnächst über eine neue Rheinbrücke zu erreichen? An den Evonik-Werken in Niederkassel könnte eine Brücke nach Wesseling auf dem anderen Rheinufer entstehen. ARCHIVBILD: RALF JOHNEN
Niederkassel - „Die Pläne sind weit mehr als 25 Jahre alt. Aber ihre Umsetzung werde ich allenfalls noch im Rentenalter erleben“, sagt Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild. Es geht um den Vorschlag der Kölner und Bonner Industrie- und Handelskammern (IHK), eine Autobrücke über den Rhein zwischen Wesseling und Niederkassel zu bauen.

Ulrich Soénius, Geschäftsführer der IHK in Köln, hatte jüngst von einer Lücke im Autobahnnetz gesprochen: zwischen der linksrheinischen Autobahn 555 und der A 59 beziehungsweise A 3 rechtsrheinisch. Die Brücke könne als Querachse den Verkehr rund um Köln entlasten.

Denn bis 2025, so ergänzt Michael Pieck von der Bonner IHK, würden fast alle Transit-Lastwagen durchs Rheinland rollen. Eine neue IHK-Untersuchung habe ergeben, dass der Güterverkehr im gleichen Zeitraum um 93 Prozent zunehme. Auftrieb hatte diese Idee auch erfahren, weil die Unesco jüngst überraschend ihre Bedenken gegen eine neue Mittelrheinbrücke bei Sankt Goar (bei Koblenz) aufgegeben hatte.

Im Niederkasseler Stadtrat wurde die Brücke zuletzt vor fünf Jahren diskutiert, damals mit großer Zustimmung der Mehrheitsfraktion CDU. Auch jetzt hält Bürgermeister Vehreschild diese Vision für eigentlich gut. „Man müsste verschiedene Verkehrsmittel miteinander verbinden, um mehrere Kostenträger zu beteiligen“, überlegt er, etwa die S-Bahn von Wahn aus verlängern, über die Brücke führen und linksrheinisch nach Bonn weiterlaufen lassen. Allerdings sei der Verlauf der Trasse völlig offen: Vom Wesselinger Rheinufer aus geht es nicht, hat die Stadt schon mitgeteilt. Große Teile des dortigen Rheinufers belegt die Shell-Raffinerie. Und weiter nördlich in Richtung Godorf, wie es die Wesselinger vorschlagen, ergebe die Brücke wenig Sinn. Vehreschild: „Sie würde dann in Langel enden, auf Höhe des neuen Retentionsbeckens.“ Ob so ein Hochwasser-Schutzbauwerk geeignet sei, von einer Brücke überbaut zu werden, stehe dahin. Außerdem läge der nächste Autobahn-Anschluss in weiter Ferne - in Libur oder Wahn. Über den Daumen gepeilt sieben Kilometer entfernt (Luftlinie).

Kosten: Vier Millionen Euro

Wenn schon eine Brücke, dann weiter südlich, überlegt Vehreschild: nördlich von Urfeld beginnend und in Niederkassel südlich des Evonik-Geländes an die Landstraße 269n anschließend. „Aber das wäre dann nur Landstraße ohne Autobahnanschluss - die würde unter dem Güterverkehr zusammenbrechen.“ Angesichts der schon vor fünf Jahren auf rund 400 Millionen Euro geschätzten Kosten hält Vehreschild das ganze letztlich für „reine Zukunftsmusik“.



Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

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