#1 S-Bahn richtet Schaf-Massaker nahe Frankfurt an von Alexander Schmitz 26.09.2010 10:28

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Eine S-Bahn ist am Dienstagmittag bei Offenbach in eine Schafherde gefahren. 25 Tiere wurden getötet. Die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon, es kam bis zum Nachmittag zu Verkehrsbehinderungen.

Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizei hatte ein Schäfer seine aus rund 600 Tieren bestehende Schafherde über einen Bahnübergang rund zwei Kilometer vor Heusenstamm (Offenbach) getrieben. Als sich um kurz nach 13:30 Uhr die Schranken schlossen, befanden sich noch 25 Tiere auf den Gleisen. Dem Schäfer gelang es nicht, sie aus dem Gefahrenbereich zu treiben. Der Lokführer konnte die S-Bahn trotz Notbremsung nicht rechtzeitig zum Stehen bringen. 25 Schafe wurden erfasst und getötet.

S-Bahn-Strecke bis zum Nachmittag gesperrt

In der S-Bahn der Linie S2 saßen rund 200 Fahrgäste, von denen nach bisherigen Erkenntnissen niemand verletzt wurde. Die Reisenden mussten auf offener Strecke zwischen Offenbach-Bieber und Heusenstamm in einen anderen Zug umsteigen. Schäden an der S-Bahn wurden laut Bundespolizei nicht festgestellt.

Der Streckenabschnitt wurde für die Aufräumarbeiten zunächst komplett, später noch auf einem Gleis gesperrt. Gegen 16.40 Uhr waren alle toten Schafe von den Gleisen geborgen, und die Strecke wurde wieder komplett freigegeben. Mehrere S-Bahnen fielen teilweise aus, viele kamen zu spät. Gegen den 28 Jahre alten Schäfer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.

Schaf-Unfall am Landrückentunnel

Der Vorfall erinnert an das ICE-Unglück am Landrückentunnel. Am 26. April 2008 war in Osthessen ein ICE mit mehr als 200 km/h in eine Schafherde gerast. Der Zug war teilweise entgleist, 73 Fahrgäste waren verletzt worden. Mehr als zwei Jahre langen Ermittlungen kamen zu dem Schluss, dass weder die Bahn noch der Schäfer für den Unfall verantwortlich waren.

Quelle: Hessischer Rundfunk

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