#1 Zugbremse brannte: 80 Reisende saßen fest von Andreas Beeck 01.12.2010 20:08

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Zugbremse brannte: 80 Reisende saßen fest

Engelskirchen – Im dichten Schneetreiben waren gestern Abend rund 80 Fahrgäste stundenlang in der Regionalbahn gefangen.
Schulklasse aus Nümbrecht wurde evakuiert. Zahlreiche Rettungskräfte in Alarmbereitschaft.

Zu einem Großeinsatz wurden gestern Abend gegen 19 Uhr die Feuerwehren der Gemeinde Engelskirchen gerufen. Der Zugführer der Regionalbahn 25 aus Köln nach Marienheide hatte eine Rauchentwicklung an seiner Maschine entdeckt. Da er davon ausgehen musste, dass sich das mögliche Feuer weiter ausbreiten könnte, stoppte er unmittelbar den Zug und bekämpfte den Brand an einer festsitzenden Bremse.

Als die ersten Einheiten am Unglücksort eintrafen, konnten diese direkt Entwarnung geben. Durch das schnelle Eingreifen war der Brand bereits gelöscht, sodass bis auf den Löschzug Engelskirchen alle weiteren Löschgruppen am Standort verbleiben konnten. Problematisch erwies sich jedoch die Position, in der der Zug in Höhe von der Ortschaft Hardt zum Stehen gekommen war. Im dichten Schneetreiben ließ sich die Bahn auf einem fünf Meter hohen Bahndamm nicht mehr bewegen. 80 Reisende saßen fest.

Vorsorglich waren neben der Engelskirchener Notärztin auch der Leitende Notarzt, Dr. Carsten Eisberg, sowie der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes, Michael Marx, an die Einsatzstelle gekommen, um mögliche Verletzte durch die Rauchentwicklung zu behandeln und die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Die 40 Feuerwehrleute kümmerten sich unter der Einsatzleitung von Thomas Krimmel derweil um die gestrandeten Bahnreisenden im Zug und versorgten sie mit warmen Getränken.

Eine 24-köpfige Schulklasse aus Nümbrecht wurde mittels Steckleiter und Seilen aus dem Zug evakuiert und von Feuerwehrkameraden aus Marienberghausen, die sich zufällig in der Nähe befanden, nach Hause gefahren.

Für die weiteren Reisenden endete der Abend jedoch nicht so frühzeitig. Nach längeren Überlegungen des Notfallmanagers der Deutschen Bahn, entschied man sich, die Bahn gegen 21 Uhr langsam zurück in den Engelskirchener Bahnhof rollen zu lassen. Dort sollten Taxen die Wartenden weiter zum Zielort fahren. Am Bahnhof waren zwischenzeitlich auch Landrat Hagen Jobi und Kreisdirektor Jochen Hagt eingetroffen. „Wir wurden darüber informiert, dass ein Zug brennen sollte und 80 Bahninsassen evakuiert werden mussten. Glücklicherweise stellte sich die Lage als doch weniger dramatisch da“, berichtete Jobi, der aus einer Ausschusssitzung zum Unglückort geeilt war.

„Bereits an der Haltestelle Trimbornstraße kurz hinter Köln hat der Zug merkwürdig geruckelt und es roch verbrannt. Teilweise dachten wir, dass wir es gar nicht mehr über die Bahnübergänge schaffen würden“, schilderte die Insassin Jutta Dörre aus Gummersbach das Erlebte. „Als dann auch noch Rauch aufstieg, haben wir den Notrufknopf gedrückt, wobei der erste defekt war und wir erst einen weiteren betätigen mussten.“ Bereits in Overath habe es eine Getriebestörung gegeben, die der Bahnführer behoben habe. Um 18:41 Uhr seien ihm die Probleme aufgefallen, acht Minuten später habe er seine Leitstelle über das Feuer informiert, fasste Bahnsprecher Gerd Felser die Situation gestern zusammen.

Der Bahnführer habe dann umgehend und vorbildlich reagiert und die Leute nicht nur aus dem betroffenen Zugabteil geführt, sondern auch die Brandbekämpfung vorgenommen, hieß es lobend vonseiten der Feuerwehreinsatzleitung. Zwei Reisende hatten den Rauch eingeatmet und wurden kurz von der Notärztin versorgt, weigerten sich aber im Krankenhaus weiter behandelt zu werden. Die Bahnstrecke war bis 21:30 Uhr für rund zweieinhalb Stunden gesperrt.

Die Tortur der Reisenden endete aber auch am Bahnhof nicht. Denn auf die zugesicherten Taxen warteten sie vergebens.



Quelle: Oberberg-Aktuell

Link zum Bericht mit vieln Bildern und Video: http://goo.gl/xJXiO

#2 RE: Zugbremse brannte: 80 Reisende saßen fest von Andreas Beeck 01.12.2010 20:13

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Zitat von http://goo.gl/s9q2W

„Einfach stehengelassen“ – Scharfe Kritik am DB-Notfallmanagement

Engelskirchen – Nachdem die Zugreisenden stundenlang feststeckten, strandeten sie danach in einer Bahnhofskneipe. Von der Bahn zugesagte Taxen kamen nicht. Landrat Jobi über Krisenmanagement entsetzt.

Viele Reisende in der Regionalbahn 25 dachten gestern Abend, dass sie das Gröbste überstanden hätten, nachdem sich der Zug langsam wieder in Bewegung setzte. Von 18:40 Uhr an stand die Bahn in Richtung Marienheide still. Rauch zog in den Gastraum und die Insassen mussten das Abteil verlassen. Lange Zeit war unklar, ob und wie die Fahrt weitergeht. Draußen überlegten die Einsatzkräfte, die zwei Waggons zu entkoppeln und in entgegengesetzte Richtungen zu schicken oder die Passagiere zu evakuieren und in der Aula des Aggertal-Gymnasiums unterzubringen „Wir wurden vollkommen im Unklaren gelassen. Ich habe einen Feuerwehrmann in unserem Zugabteil gefragt, aber selbst der wusste nicht Bescheid“, berichtete eine Reisende.

Als nach zwei Stunden Zwangspause die Bahn wieder in Engelskirchen einfuhr, begannen die Probleme erst richtig. „Uns hatte der Zugführer versprochen, dass am Bahnhof ausreichend Taxen warten würden. Es stand kein einziges da“, beschwerte sich die Gummersbacherin Jutta Dörre. Auch die Beamten der Bundespolizei reagierten angesichts dieses katastrophalen Notfallmanagements gereizt. „Die mangelnde Informationspolitik ist wirklich unfassbar“, schüttelte auch Landrat Hagen Jobi den Kopf, der selbst nach Engelskirchen geeilt war, nachdem er von dem Unglück erfahren hatte.

Nur langsam wurde deutlich, dass die Deutsche Bahn sich nicht weiter um die Belange der gestrandeten Fahrgäste kümmerte. Immer wieder wurden diese vertröstet. Wer auf eigene Faust Richtung Heimat aufbrechen wollte, bekam zu hören, dass er auf den entstehenden Kosten dann möglicherweise sitzenbleiben würde. „Ich muss nach Drolshagen und weiß nicht, wie das heute noch gelingen soll“, äußerte sich eine ältere Dame entrüstet.

Als um kurz vor ein 22 Uhr tatsächlich das erste Taxi auf den Bahnhofvorplatz rollte, dann der nächste Schock: Der Fahrer weigerte sich, angesichts des Wetters weiter als nach Dieringhausen zu fahren. Letztendlich war es die Freiwillige Feuerwehr, die sich noch im nahen Gerätehaus befand und die Situation miterlebte. Dort entschied man sich, die Fahrgäste im Gummersbacher Raum nach Hause zu bringen.

Wie die Drolshagenerin heim gekommen ist, bleibt unklar. Die Reisenden kündigten an, gegen die Deutsche Bahn Anzeige zu erstatten und erhielten Rückendeckung vom Landrat. Von den Verantwortlichen hieß es am Nachmittag gegenüber Oberberg-Aktuell, dass zwar sowohl Taxen als auch Busse gerufen worden seien, diese jedoch wegen den Wetterverhältnissen nicht kommen konnten. „Wir bedauern diesen Zwischenfall sehr, können aber von unserer Seite kein Fehlverhalten feststellen“, erklärte Bahn-Pressesprecher Gerd Felser.



Quelle: Oberberg-Aktuell

#3 RE: Zugbremse brannte: 80 Reisende saßen fest von Lars Amberg 01.12.2010 20:28

Komisch das ich davon nix mitbekommen hab, da ich nur 5 km vom Ort des geschehens weg won sonst wär ich hin gefahren und hätte bilder gemacht so ein mist aber auch!!![14][14][50][50][32][32]

#4 RE: Zugbremse brannte: 80 Reisende saßen fest von Marcel Hilgers 01.12.2010 20:29

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Am Wetter kann auch die Bahn nix ändern...höhere Gewalt und damit Pech gehabt...

#5 RE: Zugbremse brannte: 80 Reisende saßen fest von Alexander Schmitz 01.12.2010 20:44

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Jop, ist halt furchtbar schade, aber eben bei einem extremen Wetter nicht immer vermeidbar.

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