#1 S-Bahn-Netz Nürnberg startet am Sonntag von Andreas Beeck 12.12.2010 08:33

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Zitat von http://www.nordbayern.de/nuernberger-zei...onntag-1.373975

Mitarbeiter und Geschäftsleitung von DBRegio Franken in Nürnberg sind nicht zu beneiden. Mindestens das ganze Jahr über hatten sie alle Hände voll zu tun, um das Ersatzprogramm für den Start der S-Bahn auf vier neuen Linien vorzubereiten. Dass sie es geschafft haben, ist sicher, wie gut die Umsetzung klappt, wird der Sonntag zeigen.

Mit dem Fahrplanwechsel stehen die Signale auf Fahrt für eine der größten und teuersten S-Bahn-Notlösungen, die wohl je bundesweit erarbeitet wurde. Die Nagelprobe fürs neue S-Bahn-Netz kommt aber erst am Montag mit Beginn des Berufsverkehrs.

S1-Ost NürnbergHbf–Hartmannshof: Gute Karten für einen problemlosen Start sollte diese über den bisherigen Endpunkt Lauf-links hinausführende Linie haben. Die Anpassung der zehn Bahnsteige auf der 17 Kilometer langen Altstrecke hat sechs Millionen Euro gekostet, der Neubau der 20 Kilometer langen Erweiterung mit Umbau sechs bestehender Stationen und dem neuen Halt Happurg 55 Millionen Euro. Werktags können zunächst nur zwei der später drei geplanten Züge je Richtung und Stunde eingesetzt werden. Im alten Bahnhof von Pommelsbrunn – die S-Bahn-Station wurde direkt ins Ortszentrum verlegt – sollen bis April 2011 noch stillgelegte Gleise und Weichen abgebaut und die Landschaft begrünt werden.

S2-neu: Altdorf–Nürnberg–Roth: Beide Altstrecken (bisher S2 Nürnberg–Altdorf und S3 Nürnberg–Roth) werden künftig neben der S1 (Hartmannshof–Bamberg) die zweite Durchmesserlinie sein, die in Nürnberg nicht unterbrochen wird. Auf der S2-neu werden auch nach Verfügbarkeit der neuen Triebzüge weiter die Altfahrzeuge rollen, weil dort aus Kostengründen auf ganzer Länge die alten Bahnsteige mit 96 Zentimeter Höhe erhalten bleiben müssen.

S3 Nürnberg–Neumarkt: Auf 36 Kilometer Strecke wurden zehn Stationen angepasst und jene in Feucht-Ost neu gebaut. Wie die Station Nürnberg-Fischbach – wie berichtet – auf der S2 kann auch Feucht-Ost frühestens im März 2011 komplett fertig gestellt werden. Größter Brocken der S3 war jedoch der Umbau fast des gesamten Bahnhofs Neumarkt/Opf., wozu die gesamte Strecke Nürnberg–Neumarkt in den Pfingstferien 2010 komplett gesperrt worden war. In Nürnberg Hbf wurde für die S3 auf Gleis1-Ostseite extra ein Bahnsteig mit der neuen Höhe 76 Zentimeter errichtet. Nicht fertig wurde – wie berichtet – das zweite Gleis zwischen Fischbach und Feucht. S2-Ost und S3 sind deshalb „betrieblich eine Herausforderung“, wie Michael Baufeld, Leiter Kommunikation Großprojekte, es sportlich formuliert.

S4 Nürnberg–Ansbach: Der mit 44 Kilometern längste S-Bahn-Ast machte den Neubau einer und den Umbau von 13 Stationen nötig. 92 Millionen Euro wurden investiert; in Nürnberg Hbf wurde extra ein 76cm hoher Bahnsteig gebaut. Sein Nachteil: Er ist von den übrigen völlig isoliert. Die Bauarbeiten auf der Strecke sind noch nicht beendet, 2011 soll der Neubau des geologisch problematisch gelegenen Haltepunkts Anwanden (Kreis Fürth) fertiggestellt werden. Auch an der Beseitigung der Bahnübergänge in Oberasbach (Kreis Fürth), Gottmansdorf und Petersaurach (beide Kreis Ansbach) wird noch gearbeitet.

S1-West Nürnberg–Fürth–Forchheim: Hier liegen die größten Probleme des gesamten S-Bahn-Ausbaus, die auch nicht so rasch behoben sein werden. Erst ab 18. Dezember kann die S1 zwischen Nürnberg und Fürth durchfahren. Weitere Einschränkungen und Bauarbeiten behindern – wie berichtet – noch Jahre lang den reibungslosen S-Bahn-Betrieb. Die Weiterführung der Gleise nach Erlangen und Forchheim hängt vom Streit um die „Verschwenk-Trasse“ im Knoblauchsland ebenso ab, wie vom Bau der ICE-Ausbaustrecke Fürth–Bamberg–Ebensfeld – jenseits 2017.



Quelle: Nürnberger Zeitung

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