#1 Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Andreas Beeck 14.12.2010 21:59

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Zitat von http://www.wiesbadener-kurier.de/region/...lle/9727142.htm

Manchen blieb nur der Stehplatz

FLIRT Die neue Rheingau-Linie bietet Vor- und Nachteile / Weniger und kürzere Züge auf der Strecke


Es ist kurz vor 9 Uhr, die Sonne scheint, der Himmel ist strahlendblau und es ist kalt auf dem Bahnsteig in Geisenheim, wo etwas mehr als ein Dutzend Fahrgäste gespannt auf den „Flirt“ warten. Für die meisten ist es die erste Fahrt im Elektrotriebwagen der Vias GmbH, die seit Sonntag die Rheingaustrecke bedient. Nahezu lautlos naht der Zug heran, pünktlich auf die Minute. Letzteres ist keine völlig neue Erfahrung für langjährige Bahnpendler - allen anderslautenden Gerüchten zum Trotz. Und am Premierentag lief, so ist zu hören, auch nicht alles ganz planmäßig. Im Vergleich zu den Zügen der Deutschen Bahn, die sich stets mit laut quietschenden Bremsen angekündigt hatten, kommt der Flirt jedoch wesentlich weniger lautstark zum Stehen. Niemand muss sich mehr am Bahnsteig die Ohren zuhalten.

Weniger Platz im Zug

Dafür gestaltet sich die Platzsuche schwieriger als zuvor. Der alte Zug war eben doch ein Eck länger als die „Rheingau-Linie“, ein Vierer-Platz für einen Fahrgast alleine um diese Uhrzeit eher die Regel. Die neuen Wagen verströmen Bus- oder U-Bahn-Atmosphäre, die Fahrgäste sitzen jetzt dicht an dicht, wenn sie nicht sogar stehen müssen. Ab Eltville werden die Plätze knapp, eine völlig neue Erfahrung für die „Neun-Uhr-Fahrer“.

Allerdings können sich die Fahrgäste jetzt den Frühsport sparen. Die Türen der Rheingau-Linie sind ohne Kraftanstrengung zu öffnen und ohne große Klimmzüge zu besteigen. In Wiesbaden führt der tiefergelegte Einstieg sogar dazu, dass die Fahrgäste beim Aussteigen eine Stufe nach oben gehen. Und noch etwas ist neu: Kein Schaffner mehr, der bei jedem Halt nach draußen eilt, um auf dem Bahnsteig nach dem Rechten zu sehen. „Der Zugführer kann den Bahnsteig per Video einsehen“, erklärt die Zugbegleiterin, während sie seelenruhig Fahrkarten kontrolliert oder welche ausstellt, auch das ist jetzt wieder möglich, wenn zum Beispiel der Automat kaputt ist, wie seit Tagen in Rüdesheim.

Im kurzen Hemd ist die Dame unterwegs. Es ist ja auch angenehm warm im ganzen Zug, der Ärger über die zahllosen Mitfahrer, die durch den Wagen laufen und die Tür offen lassen, Vergangenheit. Und trotzdem sitzen die meisten in Mantel oder Jacke im Zug. Wohin auch mit dem ganzen Zeug.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz (SPNV-Nord), die den Nahverkehr auf der rechten Rheinstrecke gemeinsam neu ausgeschrieben hatten, wollten „das Verkehrsangebot für die Fahrgäste bezahlbar halten und gleichzeitig die Qualität erhöhen“. Ein sportliches Ziel: Und so hat der Flirt neben Vor- eben auch Nachteile. Der größte ist in den Augen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) der, dass das Personal der Vias deutlich schlechter bezahlt wird, als die nun nicht mehr eingesetzten Mitarbeiter der Bahn. Tatsache ist auch, dass nach dem Fahrplanwechsel insgesamt weniger Züge fahren und sich die Fahrtzeit gegenüber dem schnellen Regionalexpress, der nur in Lorch, Rüdesheim, Geisenheim und Eltville hielt, um einige Minuten verlängert hat .

Wird aus dem Flirt die große Liebe? „Wir werden uns wohl an ihn gewöhnen müssen“, sagt Bahnfahrer Richard Hiltmann, der sich vor allem an der fehlenden Beinfreiheit stört. Aber so richtig wichtig ist ihm vor allein eins: Pünktlichkeit.



Quelle: Wiesbadener Kurier

#2 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Alexander Schmitz 15.12.2010 09:25

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Wie mans macht, macht mans falsch... Nörgler wird es wohl immer geben.

#3 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Marcel Hilgers 15.12.2010 09:33

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Joa...wobei es dort im Moment im Berufsverkehr schon recht voll sein soll, da noch Fahrzeuge fehlen...

#4 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Philip Jurke 15.12.2010 09:59

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Uiuiuiui, wie soll das erst am Samstag aussehen, wenn wir da mit 10 Mann aufkreuzen? Ich glaube, man sollte das bei VIAS mal anmelden^^...

#5 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Alexander Schmitz 15.12.2010 10:11

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Wenn wir denn dann wirklich 10 Leute sind...

#6 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Andreas Beeck 16.12.2010 22:21

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Zitat von http://www.wiesbadener-tagblatt.de/regio...lle/9746450.htm

Stehplatz bis Frankfurt

FLIRT - Die ersten Bahnkunden wünschen sich alte Züge zurück / Kritik an Einstieg und Pünktlichkeit

Von großer Liebe keine Spur: Die ersten Bahnfahrer wünschen sich schon nach wenigen Tagen im Flirt die alten Züge der Deutschen Bahn zurück. Die Mutter von Gabriele Schroll zum Beispiel. Blaue Flecken habe sie von ihrer ersten und wahrscheinlich letzten Fahrt mit der Rheingau-Linie davongetragen, erklärt die Tochter. Das Problem ist ausgerechnet der Einstieg, von dem auch die 83-Jährige gedacht hatte, dass er jetzt viel leichter sei. Doch ihre Mutter habe regelrecht die Panik bekommen, als sie den Spalt sah, der zwischen Bahnsteigkante und Zug klafft. „Der Schaffner musste sie mehr oder weniger in den Zug reinschieben“, erzählt Gabriele Schroll. Nirgendwo habe sie sich festhalten können. Ein Trittbrett wird nur an Bahnhöfen bis zur Bahnsteigkante ausgefahren, auf denen das Niveau des Bahnsteigs niedriger liegt als der Einstieg. Das ist zum Beispiel in Rüdesheim oder in Hattenheim der Fall. Hier öffnen sich die Türen auch erst, wenn der Tritt ausgefahren ist. Auch das hat Bahnfahrer schon verunsichert.

Auch Uta Idstein denkt mit Wehmut an die alten Zeiten. „Dann lieber ein kurzes lautes Quietschen der Bremsen, als jeden Morgen 45 Minuten im überfüllten Zug stehen zu müssen“, erklärt die PR-Beraterin, die jeden Tag von Eltville nach Frankfurt fährt. „Da hilft es auch nichts, dass die Züge jetzt häufiger fahren, wenn Pendler zu Stoßzeiten wie die Ölsardinen befördert werden“, sagt sie. Tatsächlich fahren gar nicht mehr Züge am Tag, sondern fünf weniger als bisher. Das allerdings liegt nicht an dem Betreiber der Rheingau-Linie, der Vias GmbH, sondern am neuen Fahrplan und ist auch nicht für alle Bahnkunden ein Nachteil. Die 15 Schnellzüge, die bis zum Fahrplanwechsel täglich auf der Strecke Wiesbaden-Koblenz unterwegs waren, hielten nur in Eltville, Geisenheim, Rüdesheim und Lorch. Ein Vorteil dürfte für die meisten sein, dass die Fahrzeiten mit dem Stunden- und teilweise Halbstundentakt jetzt besser verteilt sind als früher.

Völlig inakzeptabel finden einige allerdings die mangelnde Pünktlichkeit. Bei insgesamt fünf Fahrten in zwei Tagen sei der Zug vier Mal mehr als fünf Minuten zu spät gewesen, berichtet ein Zugfahrer. Dreimal habe er deswegen den Anschluss verpasst. Am Montagabend habe er zudem 30 Minuten bei eisiger Kälte auf dem Höchster Bahnsteig auf den Flirt gewartet, ohne eine Durchsage oder einen Hinweis auf der Anzeigetafel. Auf Letzteren wartet der Fahrgast auch im Zug vergeblich. „Willkommen“ ist dort zu lesen, das Datum und die Uhrzeit aber leider nicht der nächste Halt.

„Herzliches Beileid“ für die Vias-Reisenden im Rheingau gibt es von einem unbekannten Kommentator aus dem Odenwald auf den Internetseiten des Wiesbadener Kurier. Dort könne man seit fünf Jahren ein „traurig Lied von total überfüllten Wagen und Ausfällen aller Art singen“. Einem anderen Kommentator fällt zu all der Kritik nur eins ein: „Verwöhnter Rheingauer“. Das kann man, was das Bahnfahren angeht, nun wirklich nicht sagen.



Quelle: Wiesbadener Tagblatt

#7 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Marcel Hilgers 16.12.2010 22:24

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Hey...ne neue Kategorie: VIAS-Bashing...wie wäre es denn, wenn man die Schuld für die fehlenden Kapazitäten mal beim Besteller sucht?

#8 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Andreas Beeck 16.12.2010 22:25

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Das rafft der Normal-Bahfahrer doch nicht, wer da was zu verantworten hat...^^

#9 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Alexander Schmitz 17.12.2010 06:24

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Und Zeitungs-Redakteure sind da auch nicht wirklich schlauer...

#10 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Marcel Hilgers 17.12.2010 07:19

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Richtig. Das Problem ist, dass sich auch bei VIAS die Zulassung bzw. Auslieferung der Fahrzeuge etwas verzögert hat und deswegen noch nicht die vollen Kapazitäten zur Verfügung stehen. Desweiteren machen Güterzüge regelmäßig dem Fahrplan einen Strich durch die Rechnung, die auf der rechten Rheinstrecke ja bevorzugt behandelt werden müssen.

Man sollte einfach mal abwarten, wie sich das in den nächsten Monaten entwickelt. Nach einer Woche kann man unmöglich schon eine entsprechende Beurteilung abgeben...

#11 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Andreas Beeck 17.12.2010 22:45

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Nunja, die Leute wollen aber immer gleich alles 100% perfekt haben...

#12 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Marcel Hilgers 17.12.2010 22:53

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Jopp...und auch Vias kocht nur mit Wasser...

#13 RE: Rheingau-Linie - Manchen blieb nur der Stehplatz von Alexander Schmitz 18.12.2010 01:34

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Wie? Die kochen nicht mit Wein? *enttäuscht bin*

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