#1 Ergebnis VRR-Qualitätsbericht: Licht und Schatten - Erste Auswertungen der Qualität auf der Schiene in 2010 von Alexander Schmitz 18.02.2011 18:31

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In den kommenden Tagen erscheint der SPNV-Qualitätsbericht 2010 vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Bereits zum fünften Mal dokumentiert der Verbund in seinem Jahresbericht die Ergebnisse zur Qualität auf der Schiene. Es zeigt sich: Einige Standards konnten wesentlich verbessert werden, andere Bereiche bergen weiterhin Optimierungspotenzial. Im Hinblick auf die Pünktlichkeit der Linien im VRR konnten im Vergleich zu 2009 leichte Verbesserungen erzielt werden. Die RE-Linien fuhren im Schnitt pünktlicher als im Vorjahr, sind jedoch nach wie vor die mit Abstand verspätungsanfälligste Produktgruppe. Die RB-Linien haben sich leicht verschlechtert, die S-Bahn-Linien erzielen insbesondere durch den Einsatz von Neufahrzeugen und das zum Fahrplanwechsel 2009/2010 umgesetzte S-Bahn-Konzept deutlich bessere Pünktlichkeitswerte. Der fertige Bericht wird Anfang März im Bürgerinformationssystem des VRR bereitgestellt.

Einen stark negativen Einfluss auf die Pünktlichkeit hatten die extremen Wetterlagen in 2010: heftige Wintereinbrüche im Januar sowie im Dezember 2010, zwei Orkane im Frühjahr und Sommer sowie eine überdurchschnittlich starke Schmierfilmproblematik im November. VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann resümiert: „Diese Ereignisse haben in den entsprechenden Zeiträumen die Betriebsstabilität deutlich beeinträchtigt und damit die Jahresdurchschnittswerte über die Maßen verschlechtert. Letztlich dürfen sie jedoch nicht als Entschuldigung für die Verfehlungen der letzten Jahre im Bereich des Infrastrukturerhalts dienen. Die DB Netz AG steht in der Pflicht, für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen ganzjährig befahrbare Schienenwege bereitzustellen. Wenn aus Spargründen die Vorsorge für die Infrastruktur zu kurz kommt, haben darunter alle Beteiligten – insbesondere natürlich die Fahrgäste – zu leiden.“

Verstärkt wurden die negativen Effekte, laut Husmann, durch die zum Teil mangelhaften Vorbereitungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen auf die Witterungsverhältnisse. „Auch hier wird deutlich, dass letztlich auf Kosten der Fahrgäste Personal zur ausreichenden Pflege der Fahrzeugflotten eingespart wird. Insbesondere im Bereich der RE-Linien, die durch DB Regio NRW betrieben werden, sehen wir hier noch großes Verbesserungspotenzial.“

„Positiv wirkten sich hingegen die Optimierung des Fahrplans im S-Bahn-Bereich und der Einsatz von nun insgesamt 84 neuen S-Bahn-Fahrzeugen aus“, stellt Martin Husmann fest. „Hier haben sich die erhofften Effekte eingestellt und die im Jahr 2010 erzielte Betriebsstabilität hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert“, so Husmann abschließend.

Bei der Zufriedenheit der Fahrgäste bestätigt sich der Eindruck der letzten Jahre: „Der vom Verbund eingeschlagene Weg, zunehmend Teilnetze im Wettbewerb zu vergeben, führt zu Qualitätssteigerungen auf der Schiene“, so Husmann. Weiter führt der VRR-Chef aus: „Für uns steht daher fest, dass wir diesen Wettbewerbskurs auch in Zukunft weiter verfolgen werden.“

Quelle: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Auszug aus dem Qualitätsbericht 2010 (PDF, 116 kB): http://www.vrr.de/imperia/md/content/pre...g_jahres-pk.pdf

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