#1 Bei Hannover: Schweres Busunglück - Justiz ermittelt von Alexander Schmitz 05.11.2008 12:01

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Hannover: 20 Senioren sterben im brennenden Bus

Bei einem Busunglück auf der A 2 bei Hannover sind am Dienstagabend 20 Menschen ums Leben gekommen. Inzwischen ermittelt die Justiz wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung, und die Gerichtsmediziner haben mit der Identifizierung begonnen. Bei dem Feuer am Dienstagabend waren die Opfer größtenteils noch in ihren Bussitzen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Die Identifizierung der Toten gestalte sich schwierig und sei längst noch nicht abgeschlossen, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. An der Untersuchung des Busses seien neben Rechtsmedizinern auch Beamte der Spurensicherung und Brandspezialisten beteiligt.

Noch keine Erkenntnisse

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Dabei gehe es um den Verdacht auf fahrlässige Tötung in 20 Fällen, teilte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums am Mittwoch mit. Erkenntnisse über die Unglücksursache gibt es noch keine. Dies sagte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Mittwoch in Hannover. Das Mitgefühl gelte den Angehörigen. Sie würden ebenso wie die Verletzten psychologisch betreut.

Auf Toilette geraucht?

Der Juniorchef des Busunternehmens Mommeyer, Oliver Prehn, sagte, er könne sich den Unfall nur so erklären, dass eine Person auf der Toilette geraucht habe und dabei eingeschlafen sei. In der Folge sei vermutlich ein Schwelbrand in der Toilette entstanden. Dabei hätten sich dann wohl Rauchgase angesammelt und beim Öffnen der Klotür explosionsartig entzündet. Prehn wies darauf hin, dass es sich um eine normale Wassertoilette handelte und nicht etwa ein defektes Chemieklo mit möglichen anderen Brandursachen.


Nach Polizeiangaben starben bei dem Unglück 20 Menschen, zwölf weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Bisherigen Informationen zufolge befand sich der Bus aus Hannover mit insgesamt 32 Fahrgästen auf der Rückreise von einem Tagesausflug der Firma Thomas Reisen nach Haltern zum Prickings Hof in Nordrhein-Westfalen.


Infobox

Reisebus Mercedes-Benz O 350

Der bei Hannover ausgebrannte Reisebus war ein etwa vier Jahre altes Modell der Serie O 350 SHD von Mercedes Benz. Der O 350 wurde in der betroffenen Version nach Herstellerangaben von 1994 bis 2006 in mehr als 12.000 Exemplaren gebaut. Das zwölf Meter lange Fahrzeug kann 40 bis 50 Passagiere aufnehmen. SHD steht für die Version "Superhochdach", die zusätzlichen Kofferraum unter der Fahrgastkabine bietet. Das mit bis zu 400 PS motorisierte Modell gehört laut Mercedes-Benz zu den am meisten verkauften Reisebussen auf dem deutschen Markt.

Quelle: http://www.heute.de
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