#1 «Showdown» im Bahnverkehr - Mega-Streik droht von Andreas Beeck 17.03.2010 19:15

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Zitat von http://www.news-adhoc.com/showdown-im-ba...a2010031789459/

«Showdown» im Bahnverkehr

17. März 2010

«Showdown» im BahnverkehrBahnreisenden droht im Sommer und Herbst möglicherweise eine Streikwelle im deutschen Schienenverkehr. Die Bahn-Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL wollen einen Branchentarifvertrag durchsetzen und so das niedrige Lohnniveau vieler privater Konkurrenten der Deutschen Bahn anheben. «Es läuft auf einen großen Showdown im Sommer hinaus», kündigte der Vorsitzende der größten Bahngewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner, am Mittwoch in Berlin an. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) droht bereits offen mit Streiks ab August.

Zusammen mit der Verkehrsgewerkschaft GDBA will Transnet mit einem Forderungspaket im Gesamtvolumen von sechs Prozent in die bevorstehende Tarifrunde für rund 125 000 Beschäftigte bei der Deutschen Bahn gehen. Im Mittelpunkt stehe die Forderung nach einer realen Einkommenserhöhung. Hinzu kämen Verbesserungen bei Zulagen und Arbeitszeit. Wie hoch die lineare Gehaltserhöhung sein soll, bezifferten die Gewerkschaften nicht. «Einen Abschluss gibt es nur, wenn wir auch einen Branchentarifvertrag bekommen», machte Kirchner allerdings deutlich.

Hintergrund sind die deutlich geringeren Gehälter bei vielen privaten Konkurrenzunternehmen der Deutschen Bahn. Die GDL beziffert die Differenz auf bis zu 30 Prozent. Erst Anfang Februar waren die Gespräche mit den sogenannten nichtbundeseigenen Bahnunternehmen über einen Branchentarifvertrag abgebrochen worden. Sie hatten das «Tarifdiktat» der Gewerkschaften eines Gehaltsniveaus der Deutschen Bahn kritisiert. Diese Forderung gefährde Arbeitsplätze und den Wettbewerb.

Die Unternehmen Veolia, Abellio, Arriva, Benex und Keolis hätten die Aufnahme formaler Verhandlungen verweigert, hatten die Gewerkschaften damals kritisiert. Zwar drohten Transnet und GDBA im Gegensatz zum Februar am Dienstag nicht offen mit einem Arbeitskampf, doch machten sie deutlich, «Druck machen» zu wollen für einen Branchentarifvertrag, der im Volumen dem des Marktführers Deutsche Bahn entspricht.

Die Deutsche Bahn würde von höheren Gehaltsvorgaben für die Konkurrenten profitieren. Daher hatte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, bereits zu Jahresbeginn deutlich gemacht, gemeinsam mit den Gewerkschaften einen Branchentarifvertrag durchsetzen zu wollen. Am Dienstag wollte der Staatskonzern weder die Tarifforderung noch die Forderung der Gewerkschaften nach einem Branchentarifvertrag kommentieren. Bei den privaten Anbietern war ebenfalls niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die GDL droht bereits offen mit Streik. Wenn es bei den Verhandlungen über einen Flächentarifvertrag für die Branche bis zum Sommer kein Ergebnis gebe, «werden wir um schmerzhafte Arbeitskämpfe nicht herumkommen. Und zwar auch bei der Deutschen Bahn», sagte der Vorsitzende Claus Weselsky dem «Tagesspiegel» (Donnerstagausgabe). Beziehe man den Marktführer nicht ein, habe ein Streik sonst womöglich nicht die gewünschte Wirkung. Werde eine Privatbahn bestreikt, wichen die Kunden auf die Deutsche Bahn aus – «das macht unser Vorgehen weniger wirkungsvoll».

na/ddp

#2 RE: «Showdown» im Bahnverkehr - Mega-Streik droht von Alexander Schmitz 17.03.2010 19:22

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Selten kritisiere ich Streikvorhaben: Allerdings ist die Idee, auch die DB zu bestreiken, totaler Mist. Hier geht es wirklich nur darum, einen Streik auf dem Rücken der Fahrgäste durchzuführen. Ein Streik wäre auch ohne die Beteiligung der DB schon ziemlich wirkungsvoll, da eine Reihe von Strecken und Bahnhöfen entweder ausschließlich oder größtenteils von Privaten bedient werden.

#3 RE: «Showdown» im Bahnverkehr - Mega-Streik droht von Marcel Hilgers 17.03.2010 20:00

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Wenn man für einen Branchentarifvertrag kämpfen will, muss auch die DB zusammen mit den anderen EVUs an einen Tisch...und das das ohne Drohung bzw. Streik funktionieren wird, bezweifel ich...

#4 RE: «Showdown» im Bahnverkehr - Mega-Streik droht von Alexander Schmitz 17.03.2010 20:33

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Allerdings ist die DB ja schon mit dem Branchentarifvertrag einverstanden, da sie für sich bessere Chancen sieht, sich gegen die anderen privaten Mitbewerber durchsetzten zu können. Und wenn der Arbeitgeber von vornherein einem möglichen Streitpunkt zustimmt, ist ein Streik absolut unnötig.

#5 RE: «Showdown» im Bahnverkehr - Mega-Streik droht von Heiko F. 19.03.2010 01:06

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In Klartext könnte das wohl für das Ruhrgebiet bedeuten:

Ausfall RE 13 Hamm - MG, Ausfall RE 3 Hamm - Düsseldorf, Ausfall RB Essen-Hagen, Ausfall RE Essen - Siegen/ Iserlohn.

Wenn dann noch die S 8 oder S 2 bestreikt würde ... - dann wäre das schon fast "Geiselnahme" für die Fahrgäste. Wobei ich der Ansicht bin, das offenbar diese Lohndumpingspirale nach unten, seit der SPD Regierung Schröder politisch so gewollt zu sein scheint.

Würde man Mindestlöhne für Lokführer einführen, wäre das Problem auch gelöst. Gegen Mindestlöhne sperrt sich die Politik seit langem. Ausschreibungen werden auf Kosten der Löhne der Mitarbeiter ausgetragen. Ich verstehe die Gewerkschaften, frage mich allerdings, wo die Grenze zum in Deutschland nicht erlaubten politischen Streik liegt.

Leiharbeit für 7,37; 7,51; 7,87 pro Stunde lässt grüßen.

Prignitzer Eisenbahn müßte dann eigentlich 365 Tage bestreikt werden. Dort bot man vor einigen Jahren nur 1.600,00 Brutto + 100,00 Schichtzulage an. Damit sollte dann Nachtschicht+Wochenende abgegolten sein. Dem gegenüber dürfe Kelios Eurobahn ja noch anständig bezahlen. Vorausgesetzt die Zahlen stimmen so noch.

greetings Heiko

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