Seit zwölf Jahren gibt es die schnelle Busverbindung zwischen Bocholt und Münster. Vor allem Studenten nutzen die Linie in die Universitätsstadt.
Seit nun schon zwölf Jahren saust der Sprinterbus mit 100 Stundenkilometern durch das Westmünsterland. Unter dem Motto "In einem Jahr von Null auf 100" fand am Samstagabend das Jubiläum des Sprinterbusses im Borkener Hotel-Restaurant Lindenhof statt. Seit dem 4. September 1995 verbindet die Linie S 75, den meisten wohl eher als der Sprinterbus bekannt, die Städte Bocholt, Borken und Münster. Pro Jahr befördert der Bus über eine Viertel Million Menschen. So meinte Andree Bach, Geschäftsführer der Westfalen Bus GmbH, am Samstagabend beider Pressekonferenz treffend: "Wir fahren nicht nur warme Luft umher."
Wie gut die acht Mal pro Tag verkehrende Linie zwischen Bocholt und Münster von der Bevölkerung genutzt wird, zeigt auch die hohe Zahl der zusätzlichen Busse, die eingesetzt werden müssen, um den Andrang zu bewältigen. Insgesamt 1244 zusätzliche Fahrzeuge wurden beispielsweise im vergangenen Jahr eingesetzt.
Um diese Zahl einzudämmen, werden seit dieser Zeit zwei Doppeldeckerbusse mit je 85 Sitzplätzen eingesetzt. Der erhoffte Erfolg blieb bis jetzt jedoch aus. "Wir vermuten, dass sich die Attraktivität der Linie noch einmal durch die Einführung der Doppelstockbusse vergrößert hat. Aus diesem Grund konnten wir die Zahl der zusätzlichen Busse nicht gravierend senken", erklärte Bach.
Doch nicht nur die technischen Zahlen des Sprinterbusses kamen zur Sprache. Weiterhin wurde die Fahrgastbefragung der letzten Monate veröffentlicht. Mit 45 Prozent ist die Zahl der Studenten, die die schnelle Verbindung zum Universitätsplatz Münster nutzen, sehr hoch. Da diese Gruppe der Mitfahrer fast ausschließlich über ein stark verbilligtes Semesterticket verfügt, sind die Zuschüsse nicht außer acht zu lassen. "Diese liegen im Moment bei 170000 Euro", führte Landrat Gerd Wissmann an. Dr. Hermann Paßlick, beim Kreis Borken Dezernent für den Fachbereich Verkehr, brachte das Problem auf den Punkt: "Durch die stark verbilligten Semestertickets ist der Sprinterbus eine ,teure` Strecke."
Nichts desto trotz gebe es an der "Erfolgsstory Sprinterbus" (O-Ton Bach) nichts zu rütteln. "Durch die schnelle Verbindung zwischen Münster und Bocholt verzichten viele Studenten darauf, ihren Wohnsitz von Bocholt in die Universitätsstadt zu verlegen", erklärte Paßlick. "So werden Gelder bei uns in der Region gehalten", unterstrich er. Auch den Beitrag des Sprinterbusses zur Verkehrssicherheit hob Paßlick hervor. "Durch die Linie müssen weniger junge Menschen ihren Privatwagen benutzen", sagte er. Das die Altersstruktur der Fahrgäste von den jüngeren Bevölkerungsteilen bestimmt wird, verdeutlicht die Statistik. So sind 66 Prozent der 800 bis 1000 täglichen Fahrgäste unter 30 Jahre alt.
Quelle: http://www.bbv-net.de/public/article/regional/bocholt/164438