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#1

Hoffnung für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen

in Euregio Maas-Rhein 11.01.2012 21:30
von Alexander SchmitzModerator |
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Es ist ein schöner Morgen im Jahr 2019. Zeit, zur Arbeit zu fahren. Nur noch das Auto - natürlich elektrisch, wer fährt heute schon noch mit Benzin? - aus der Garage in Walheim holen, und schon geht es los.

Bis Brand geht die erste Etappe. Da wird der Wagen abgestellt und an die E-Tankstelle gekoppelt, die auf dem Parkplatz steht. Schon ist auch die Campusbahn da, die hier losfährt. Stau- und abgasfrei geht es Richtung City und weiter bis zum Campus Melaten. Da ist noch mal umsteigen angesagt - auf das Elektrofahrrad, das man an der Haltestelle leihen kann.

Schnell per Handy ein Ticket buchen, Rad nehmen und bis zur nicht weit entfernten Arbeitsstelle rollen. Parkplatzsuche war einmal - und das Ganze hat nicht ein Gramm Kohlendioxid in die Aachener Luft gepustet. Schließlich kommt der Stawag-Strom für Bahn, Autos und Rad aus eigenen Windkraftanlagen in der Region.

Eine tolle Vision. Und diese Vision - Motto: «Ein innovatives Verkehrssystem elektrisiert die Stadt» - hat am 11. Januar 2012 erstmals ein detailliertes Gesicht erhalten. Gleich reihenweise hatten diejenigen neben OB Marcel Philipp im Ratssaal platzgenommen, die das Projekt Campusbahn, die eigentlich eine richtige neue Tram ist, nach vorne bringen wollen: da war Günther Schuh als Chef der Campus GmbH, Jürgen Drewes als Chef der IHK, Hans-Joachim Sistenich als Chef des AVV, Michael Carmincke als Chef der Aseag, Peter Asmuth als Chef der Stawag, und da waren noch viele mehr.

Adolf Müller-Hellmann vom Förderkreis des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen warf die Vision anschaulich an die Wand. Und nannte Zahlen. 170 Millionen Euro für Fahrweg und Betriebshof, zwischen 54 und 67,5 Millionen für die 20 bis 25 Züge. Zuschüsse bis zu 90 Prozent könnte es für die 170 Millionen vom Bund geben. Und für die Stadt stünden unter dem Strich Ausgaben von 4 bis 6,5 Millionen Euro pro Jahr. Dafür aber soll es ein Verkehrssystem geben, wie es so noch nie gebaut wurde.

Neben den beschriebenen Highlights würden sogar E-Busse die Oberleitungen mitnutzen, um ihre Batterien aufzuladen. Wobei es Oberleitungen nur abseits des Alleenrings geben würde, innerstädtisch würde nur mit Batterie gefahren. Die Kosten beziehen sich indes auf das «Einstiegskonzept», eine Linie von Klinikum bis Brand. Eine zweite Linie könnte irgendwann von Vaals bis Würselen fahren. Zunächst allerdings müssen die Förderanträge gestellt werden, was wiederum die Politik schon in wenigen Wochen entscheiden muss. Denn das Zeitfenster ist eng, bis 2019 muss die erste Strecke fertig sein, weil dann die Bundesförderung eingestellt wird. Bei der weiteren Planung soll es eine intensive Bürgerbeteiligung geben.

Glaubt man den Experten, ist das steigende Fahrgastaufkommen allein mit Bussen auf Dauer nicht zu bewältigen. Carmincke nannte als Beispiel die Haltestelle Scheibenstraße (Adalbertsteinweg). Dort werden 30.000 Fahrgäste pro Tag gezählt, laut Prognose soll die Zahl in einigen Jahren auf über 38.000 steigen. Aber ist das Ganze angesichts des maroden Etats bezahlbar? «Das wird natürlich Investitionsmittel binden», sagt der OB. Und fügt an: «Aber wenn man über die Kosten redet, muss man auch fragen: Was wäre die Alternative?» Ob zusätzliche Busse plus Personal preiswerter seien, müsse sich dann noch herausstellen.

Quelle: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/a...ktrisieren.html


Grüße, Alexander

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#2

RE: Hoffnung für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen

in Euregio Maas-Rhein 11.01.2012 21:44
von Christian K.
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Es wäre wirklich zu hoffen, dass die Tram in Aachen ihre Renaissance erleben würde. Ein Busnetz wird die Ströme nur sehr schwer aufnehmen können. Und wenn man sich mal auf einige Hauptachsen die Linenbündelungen der ASEAG anschaut, sind da auch nicht mehr so viele Kapazitäten.
Und mit viel Glück könnte doch ein alter Triebwagen aus MG für die Museumsabteilung der "neuen" Tram zuständig sein;-)

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#3

RE: Hoffnung für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen

in Euregio Maas-Rhein 11.01.2012 21:50
von Marcel HilgersAdministrator |
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Also wir (Andi und ich) haben da auch schon ein paar aktuelle Gerüchte zu gehört. Mit der Elektrifizierung der Euregiobahn sollen neue 2-System-Elektrotriebwagen angeschafft werden, die sowohl EBO- als auch BOStrab-tauglich sind. an möchte wohl irgendwann doch nach dem Karlsruher Modell greifen...


Mit freundlichen Grüßen
Marcel Hilgers
(Admin)

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#4

RE: Hoffnung für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen

in Euregio Maas-Rhein 11.01.2012 22:15
von Christian K.
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Interessant! Habe ein wenig das Gefühl, dass die genaue Konzeption (vor allem die Frage ob "klassische" Tram oder eine Art Regio-Stadtbahn) immer mal wieder wechselt. Wenn ich mich an einen Themenschwerpunkt in einer der letzten Ausgaben des Nachrichtenblatts erinnere, hatte ich den Eindruck es liefe doch eher auf eine klassischere Variante hinaus. Mal abwarten. 2-System-Elektrotriebwagen wären sicher sehr charmant. Dann bekäme die alte Diskussion um die Einbindung der Schienenstrecken der Euregiobahn eine neu Belebung und die alten Argumente gegen eine Art Karlsruher Modell würden einiges an Kraft verlieren.

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#5

RE: Hoffnung für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen

in Euregio Maas-Rhein 11.01.2012 22:46
von H. Konrad R.

Mein Profilbild zeigt den Bus 246 der Stadtwerke Mönchengladbach (heute NEW'), ein Büssing Senator 13 von 1963, in seinem letzten Dienstjahr 1975.

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#6

RE: Hoffnung für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen

in Euregio Maas-Rhein 12.01.2012 05:34
von Andreas BeeckAdministrator |
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Es soll wohl auf lange Sicht beides in Aachen geben; klassische Tram und Mehrsystembahn.
Aktuell werden die Pläne die Euregiobahn zum Bushof zu führen wieder konkreter, da die Ringbahn ja in den kommenden Jahren elektrifiziert werden soll.


Gruß aus Mönchengladbach, der einzigen Stadt mit 2 Hauptbahnhöfen, wünscht
Andreas Beeck (Admin)

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