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auch Krefelds U-Bahn könnte vom Baupfusch betroffen sein
auch Krefelds U-Bahn könnte vom Baupfusch betroffen sein
in Niederrhein 02.03.2010 13:27von Andreas Beeck • Administrator |
Wer sich jetzt fragt: "U-Bahn in Krefeld???". Ja, es gibt sie auf 20 Metern Länge...
Zitat von http://www.rp-online.de/niederrheinsued/...aid_826709.html
Geheimer U-Bahn-Tunnel am Hauptbahnhof
Krefeld (RP)
Ein längst vergessenes Stück U-Bahn-Tunnel unter der Hansastraße in Krefeld wird wegen der aktuellen Ermittlungen gegen den Baukonzern Bilfinger Berger erneut kontrolliert.
Nach RP-Informationen prüft die Stadt derzeit, ob der Konzern am Bau eines rund 20 Meter langes Teilstück U-Bahn, welches ausgehend von der ehemaligen Bahnhofsunterführung in östliche Richtung verläuft, beteiligt war. In den siebziger Jahren plante der ehemalige Baudezernent Günther Kusch, die damalige K-Bahn (U 76) unterirdisch an einem Kopf-Bahnhof enden zu lassen.
U-Bahn ab Voltaplatz bis Ostwall
Der ehemalige Ratsherr und Planungspolitiker der CDU, Anton "Toni" Matura, bestätigte unserer Zeitung, dass damals eine U-Bahn in Krefeld geplant war. Ursprünglich sollte diese vom Voltaplatz südlich der Bahngleise bis zum Krefelder Hauptbahnhof verlaufen – "angedacht war im alten Flächennutzungsplan sogar eine U-Bahn unter dem Ostwall", sagt Matura.
Eine Serie von Qualitätsmängeln auf Baustellen von Bilfinger Berger kratzt am Image des Mannheimer Baukonzerns. Staatsanwaltschaften und öffentliche Verwaltungen prüfen, ob beim U-Bahn-Bau in Köln und Düsseldorf sowie beim Bau der ICE-Bahnstrecke zwischen München und Nürnberg gepfuscht wurde.
Die Rheinbahn hätte damals mit der Stadt beschlossen, dass parallel zum Bau einer Unterführung unter der Bahnhofskreuzung Ostwall/Hansastraße/Am Hauptbahnhof die K-Bahn unterirdisch starten sollte, um erst in Höhe des Voltaplatzes wieder ebenerdig zu fahren. Die unterirdische Baustelle war jedoch nicht sichtbar. Sie soll laut Matura vom Parkhaus Cinemaxx bis zur Bahnhofskreuzung verlaufen sein. "Es gab damals Gutachten über Gutachten, auch eine Endstation der K-Bahn im Bahnhof war angedacht. Letztlich wurde der Tunnel umsonst gebaut", sagt Matura.
Der Tunnel sei nicht zugeschüttet, sondern nur zugemauert worden. Auch die Unterführung am Bahnhof ist nie zugeschüttet worden, sondern nur durch Bodenplatten abgedeckt. Der ehemalige SPD-Ratsherr Gerd Staudacher war damals Vorsitzender des Bauausschusses. Auch er erinnert sich an das Teilstück, sagt aber: "Im Bauausschuss selbst ist darüber nie debattiert worden."
Ist bei diesem Tunnelbau, an dem der Baukonzern Bilfinger Berger nach Informationen unserer Zeitung beteiligt war, korrekt verfahren worden? Dies will die Bezirksregierung jetzt prüfen. Die Stadt kontrolliert derzeit alle Bauprojekte. Der städtische Planungsdezernent Thomas Visser wollte gestern kein konkretes Projekt nennen. "Es liegen uns noch keine abschließenden Aussagen vor, welche Planungen dazu gehören."
Die Stadt Krefeld wird wahrscheinlich schon heute bekannt geben, welche Bauprojekte der Konzern Bilfinger Berger in Krefeld realisiert hat.
Gruß aus Mönchengladbach, der einzigen Stadt mit 2 Hauptbahnhöfen, wünscht
Andreas Beeck (Admin)



RE: auch Krefelds U-Bahn könnte vom Baupfusch betroffen sein
in Niederrhein 06.03.2010 10:05von Alexander Schmitz • Moderator |
Zum Thema Krefelder U-Bahn:
Krefeld: Foto dokumentiert U-Bahn-Bau
Eine Aufnahme des Stadtarchivs aus dem Jahr 1970 zeigt die Bahnhofs-Baustelle. Hinter der Unterführung beginnt, von oben nicht einsehbar, der Bau des U-Bahntunnels. Es gibt Hinweise, dass Bilfinger Berger nicht beteiligt war.
Die Stadt untersucht weiter, ob das Unternehmen Bilfinger Berger am Bau eines 20 Meter langen U-Bahn-Teilstücks in Krefeld beteiligt war. Eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1970, bereitgestellt vom Krefelder Stadtarchiv, liefert erste Hinweise darauf, dass Bilfinger Berger nicht beteiligt war – die Beschriftung der Bauwagen zeigt nicht das Firmenzeichen von Blinfinger Berger, sondern das eines anderen großen Bauunternehmens.
Die Bezirksregierung hatte einen Prüfauftrag an Städte erteilt, in denen Bilfinger Berger möglicherweise U-Bahn-Trassen gebaut hat. Anlass dafür war der U-Bahn-Skandal in Köln. "Wir prüfen aber weiter, insbesondere werden alte Rechnungen kontrolliert, die Rechungsunterlagen aus dem alten Vorgang müssen noch gefunden werden", sagte Planungsdezernent Thomas Visser unserer Zeitung.
"Jede Menge Eisen verbaut"
Die damalige Baustelle wurde für die Unterführung eingerichtet, die ehemals den Hauptbahnhof mit der Innenstadt verband, heute befinden sich dort Bahnhofsvorplatz und die Kreuzung Hansastraße/Ostwall. In östliche Richtung, wo sich heute das Cinemaxx befindet, wurde ein 20 Meter langes U-Bahn-Teilstück gebaut, das auf dem Foto nur in Ansätzen zu sehen ist. Für Visser ist allerdings auf dem Foto ersichtlich, dass die Bauarbeiten damals sehr wohl mit Stahlmatten gesichert wurden. "Jede Menge Eisen ist verbaut worden." In Köln soll beim U-Bahn-Bau an einigen Baustellen vorgesehene Befestigungsspannen aus Eisen nicht oder falsch eingebaut werden sein. Das Eisen soll verkauft worden sein, die Bauprotokolle gefälscht. Ob diese Praxis auch beim U-Bahn-Bau vor 40 Jahren in Krefeld schon angewandt wurde, ist allerdings völlig offen.
Angedacht war damals vom städtischen Baudezernenten Günther Kusch, eine U-Bahn-Trasse vom Bereich Bahnhof bis zum Voltaplatz zu bauen – danach sollte die damalige K-Bahn (heute die U76) ebenerdig bis nach Düsseldorf fahren. Aus finanziellen Gründen ist die Planung nie weiterverfolgt worden.
Quelle und Foto: http://www.rp-online.de/niederrheinsued/...aid_827647.html
Grüße, Alexander

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