Der Rat hat in seiner Sitzung am Montag beschlossen, den Beginn des Nachtnetzes der Stoag mit Inkrafttreten des Sommerfahrplans wieder auf 23 Uhr zu verlegen. Derzeit kommt der ausgedünnte Takt bereits um 21 Uhr zum Tragen.
SPD und Grüne setzen mit der Änderung eine Vereinbarung aus ihrem Koalitionsvereinbarung um. Die Linke Liste nannte die Entscheidung eine „Nebelkerze“ kurz vor der Landtagswahl und warnte vor den finanziellen Folgen.
Die Rücknahme der Sparmaßnahme kostet die Stoag pro Jahr 440 000 Euro (die NRZ berichtete). „Das wird mit Einsparungen an anderer Stelle erkauft, nämlich bei Personal und Qualität“, prophezeite Rainer Schucker (Linke).
Auch die CDU stimmte gegen das Vorhaben. Zwar sei man grundsätzlich dafür, den Start des Nachtnetzes zu verlegen, so Wilhelm Hausmann, aber: „Wie soll sich das berechnen? Das ist ein ungedeckter Scheck.“ Die Verantwortlichen wollten dem Bürger etwas Gutes tun, „das führt jedoch zu negativen Effekten.“ Zumal nicht abzuschätzen sei, ob sich die Rahmenbedingungen im VRR möglicherweise verändern. „Wer jetzt nicht erklären kann, wie er die Einsparungen darstellt, sollte Farbe bekennen.“
Für die SPD entgegnete Karl-Heinz Emmerich, es handele sich wohl um ein „Missverständnis“. Die Verkehrsbetriebe erreichten das Sparziel trotz der neuen Pläne. „Die Stoag bleibt in der Haushaltskonsolidierung auf Linie und übertrifft sie sogar“, so Volker Wilke von den Grünen. Für das laufende Jahr etwa seien 1,27 Millionen vorgegeben, selbst mit dem neuen, kundenfreundlicheren Fahrplan komme die Stoag 2010 noch auf Einsparungen von 1,5 Millionen.
Quelle: NRZ