Nach tödlichem Unfall: Diskussion um sichere Bahnübergänge entbrannt
Am Tag nach dem schweren Unfall mit drei Toten an einem halbbeschrankten Bahnübergang in Ibbenbüren gehen Experten von einem Fehlverhalten des Autofahrers aus. Unterdessen ist um die Sicherheit von Bahnübergängen erneut eine Diskussion entbrannt.
Der Bürgermeister von Ibbenbüren, Heinrich Steingröver, hat die Bahn aufgefordert, den Unglücks-Übergang sicherer zu gestalten. Das bestätigte gestern Gerhard Felser, Sprecher der Bahn. „Wir werden zum Ortstermin nach Ibbenbüren kommen“, sagte Felser. Bereits 2006 war laut Polizei an gleicher Stelle ein Radfahrer gestorben. Generell seien die Bahnübergänge in NRW aber sicherer geworden, sagte ADAC-Verkehrsexperte Günter Trunz. „Viele der kleineren Übergänge sind stillgelegt worden, an anderen Stellen hat die Bahn ordentlich nachgerüstet.“
Weniger Unfälle
Die Unfallzahlen sind rückläufig: Während es laut einer Bahnstatistik im Jahr 2000 bundesweit zu rund 450 Unfällen an Bahnübergängen kam, waren es im vergangenen Jahr 203. NRW-weit gab es laut Felser 34 Unfälle, im Jahr zuvor waren es 37.
„Wenn aber etwas passiert, dann wird es heftig“, sagt ADAC-Experte Trunz. Laut Werner Sauerhöfer vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat komme es auch eher auf dem Land zu den Unglücken, weil es dort mehr Bahnübergänge ohne Schranken oder mit Halbschranken gebe.
Fehlverhalten der Opfer
Die Ursache ist Trunz zufolge meistens ein Fehlverhalten der Unfallopfer – wie in Ibbenbüren: „Soweit ich das beurteilen kann, hat der Mann die Situation völlig falsch eingeschätzt“, sagt er. Er hat Warnblinklichter missachtet, ebenso wie die halbe Beschrankung. Dies bestätigen auch die Ermittlungen der Kreispolizeibehörde Steinfurt.
Bei dem Unfall starben der 57-jährige Fahrer des Autos, seine 45-jährige Ehefrau sowie ein zwölfjähriger Junge, der ein Verwandter des Ehepaares ist. Der Lokführer und ein Zugbegleiter wurden leicht verletzt.
Quelle: Ruhr-Nachrichten