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[KVB] Trotz Schnee und Eis, wir fuhren

in Kölner Bucht 28.12.2010 21:46
von Justus P.
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Trotz Schnee, Eis, Behinderungen: Bahnen und Busse fuhren auch unter schwierigsten Bedingungen

Ein Winter wie seit Jahrzehnten nicht bestimmt seit Anfang Dezember das öffentliche Leben in Köln. Den technischen Bereitschaften, dem KVB-Entstördienst, den Werkstatt-Arbeitern, der Betriebssteuerung und dem Fahrpersonal ist es unter ständigen hohen Anstrengungen gelungen, den Nahverkehr in der Domstadt aufrecht zu erhalten. Seit dem 26. November wurden bis heute rund 50 Schichteinsätze im Winterdienst geleistet. Während in weiten Landesteilen und anderen Großstädten der Nahverkehr teilweise zum Erliegen kam, wurde in Köln lediglich für fünf Stunden wegen extremem Glatteis aus Sicherheitsgründen der Busverkehr angehalten. Rund um die Uhr sorgten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralen Leitstelle und der Betriebsaufsicht unmittelbar für die Beseitigung auftretender Behinderungen.

Behebung von Störungen fast rund um die Uhr
In den letzten drei Wochen wurden 200 Tonnen Streusalz verteilt, entweder händisch aus Säcken auf Haltestellen, Weichen und Gleiskreuzungen oder über Silo-Streufahrzeuge auf den Fahrwegen der Omnibusse. Zur Sicherung der Befahrbarkeit von Gleisanlagen im straßenbündigen Pflaster wurden ca. 15 Kilometer Strecke abgeschoben.

Auch die Betriebshöfe mussten ständig geräumt werden, um Gleisanlagen für die Bahnen oder Verkehrswege für die Omnibusse freizuhalten und damit die täglichen morgendlichen Ausfahrten zu ermöglichen. Rund 1700 Kubikmeter Schnee wurden dabei zusammengeschoben, teilweise auf Lkw verladen und abtransportiert.

Mehrfach wurde die Kreuzung Aachener Straße/Gürtel - der sogenannte Aachener Stern - freigeräumt, ebenso der Barbarossaplatz, die wichtige Kreuzung Dürener Straße/Gürtel, die Stadionanlage und die Endstelle in Longerich. Der Entstördienst leistete weiterhin in zahlreichen Fällen Hilfe für liegengebliebene Omnibusse, kümmerte sich um vereiste Fahrleitungen und beseitigte Behinderungen durch falsch abgestellte Pkw.

Täglich wurden zwei Schichten gefahren, Einsatzdauer von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr und von 19:00 Uhr bis 5:00 Uhr in der Früh. Die Mannschaftsstärke pro Schicht erreichte bis zu 105 Mann, verstärkt durch freiwilliges Personal aus anderen Betriebsbereichen und durch angemietetes Personal vor allem von Gleisbaufirmen, die über die notwendige Sachkunde verfügen. Auch die sonst für die Reinigung eingesetzten Fremdfirmen leisteten in den letzten Wochen ihren Dienst zur Sicherung und Räumung von Bahnsteigen und Verkehrsanlagen.

Zum Einsatz kamen zwei Silo-Streufahrzeuge, eines davon mit Schneeschild , drei Radlader , sechs motorisierte Kehrbesen , vier Schneefräsen , 30 Handstreuwagen , 20 gasbetriebene Auftaugeräte sowie über 100 Handschneeschieber und Besen. Neben 200 Tonnen Streusalz , 50 Tonnen Split und Granulat wurden fast 1000 Kilo Propangas verbraucht.

Trotz Behinderungen: Stadtbahnverkehr mit hoher Verfügbarkeit

Behindert wurde der Stadtbahnverkehr nicht nur durch die direkten Einwirkungen des Wetters: Allein im Zeitraum vom 24. bis 27. Dezember hielten 17 Kraftwagen, die sich in Gleisbereiche verfahren hatten, den Schienenverkehr auf. Ein weiteres Problem stellten in den letzten Wochen die Falschparker dar, die wegen der Anhäufungen von geräumtem Schnee oft nicht weit genug in die Parklücken fuhren und damit in den Weg der Bahnen hineinragten. Feuerwehr- und Polizeieinsätze verursachten weitere Zwangsaufenthalte - innerhalb der angegebenen vier Tage wurde durch diese Ursachen der Bahnverkehr zwölfmal unterbrochen.

Technisches Versagen durch vereiste Türen oder durch eingefrorene Weichen wie in früheren Jahren trat dagegen nicht auf. Hier machten sich die hohen Investitionen positiv bemerkbar, die in der Vergangenheit zu einem serienweiten Wechsel von pneumatischen Türantrieben auf elektrische führten sowie zu einer wesentlichen Vermehrung elektrisch beheizter Weichen - über 240 im gesamten Netz. Dennoch wurde über 20-mal ein Erhitzen von Rillenschienen oder Weichen notwendig, um das Eis zu lösen, das vom Kraftverkehr in die Gleisanlagen getrieben wurde. Die Mischung aus massivem Eis und Schmutzeintrag führte in einigen wenigen Fällen sogar zu Entgleisungen bei Langsamfahrt.

Beeinträchtigt durch den Schmutzeintrag wurde auch die Funktion von Fahrtreppen und Aufzügen: Innerhalb der letzten vier Tage mussten 67 Fahrtreppenstörungen sowie 14 Aufzugsstörungen kurzfristig beseitigt werden. Auch hier aber eine gute Betriebslage: Alle Aufzüge sind funktionsfähig und in Betrieb, auch die Fahrtreppenstörungen sind bis auf einige ernstere Schäden behoben.

Aufgrund der Witterungslage wurde den Fahrern der KVB AG im Oberflächenverkehr ein Maximum an Einsatzwillen abverlangt. Da hier auf Sicht gefahren wird, hat der Fahrer die Weichenlage aber auch die Befahrbarkeit der Gleisanlage, insbesondere im Rillengleis, im Auge zu behalten. Das geht nur mit einem Höchstmaß an Umsicht, Besonnenheit und Verantwortungsbewusstsein. Wer als Autofahrer acht Stunden unter den derzeitigen Bedingungen mit dem PKW unterwegs war, kann nachvollziehen, unter welchem Druck die Fahrer der KVB ihren Dienst verrichtet haben. An den Feiertagen waren jeweils bis zu 260 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz.

Auch die Mitarbeiter der Werkstätten waren in diesen Tagen besonders gefordert, da sie neben der technischen Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge auch noch die Abstellanlagen befahrbar halten mussten. Viele Mitarbeiter aus den Werkstätten aber auch aus dem Fahrdienst meldeten sich auch über die Festtage freiwillig für Sondereinsätze an der Schneeschaufel. Nur durch diese besondere Leistungsbereitschaft war es möglich, den Verkehr planmäßig durchzuführen. Zu keinem Zeitpunkt musste erwogen werden, den Betrieb einzustellen.

Alle packen an: Hohe Motivation auch im Busbereich
Im Busbereich war der Betrieb vor allem in den kalten Morgenstunden durch Schneeglätte und Eis beeinträchtigt. Dabei kam es in der letzten Woche zu insgesamt 47 Unfällen, die jedoch mit Ausnahme von zwei Unfällen sämtlich ohne Verletzte blieben. Die hohe Motivation im Fahrpersonal ist daran ablesbar, dass - von seltenen Ausnahmefällen abgesehen - niemand zu spät zum Dienst erschien. Um morgens aus dem Betriebshof ausfahren zu können, haben alle Mitarbeiter angepackt und Schnee geschaufelt, wenn ein Fahrzeug feststeckte. Hier - so der Eindruck bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - war erneut der Teamgeist zu spüren, der vor Jahren die Leistung des Busbetriebs am Weltjugendtag ermöglichte.

Ausblick
Bei weiterem Neuschnee und tiefen Temperaturen können auch künftig Behinderungen nicht ausgeschlossen werden - vor allem dann, wenn die Nachlieferung von Streusalz weiter auf sich warten lassen sollte. Durch festgetretene und vereiste Schneeplatten wird insbesondere die Räumung von Bahnsteigflächen und Überwegen sehr erschwert, der in dieser Woche die vorrangige Aufmerksamkeit gilt. Die hohe Motivation und die Leistungsbereitschaft der KVB-Beschäftigten in den letzten Wochen hat es bei allen Widrigkeiten ermöglicht, den Fahrbetrieb aufrechtzuerhalten - für die Fahrgäste in Köln eine unverzichtbare Dienstleistung, wie das hohe Fahrgastaufkommen in den vergangenen drei Wochen gezeigt hat. Dies gibt uns die Zuversicht, auch in den kommenden Wochen unsere Verkehrsleistung weiterhin anbieten zu können.


Quelle: Kölner- Verkehrsbetriebe




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zuletzt bearbeitet 28.12.2010 21:47 | nach oben scrollen

#2

RE: [KVB] Trotz Schnee und Eis, wir fuhren

in Kölner Bucht 29.12.2010 00:56
von Fabian K.
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Heißt ja eigentlich "Eigenlob stinkt..." :D

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