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Heiligenhaus: Bürgerbus-Idee wird konkret

in Bergisches Land 17.02.2011 14:13
von Alexander SchmitzModerator |
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Rolf Watty und seine Mitstreiter sind die Strecke mehrfach abgefahren: 12,6 Kilometer lang soll der Rundkurs sein, der von der Ladestraße als Start- und Zielpunkt zu den beiden Friedhöfen und in den Ortsteil Nonnenbruch führen würde – die Bürgerbus-Idee wird immer konkreter. Fest eingeplant ist auch ein Halt am Altenheim Rheinlandstraße.

Noch in diesem Halbjahr will sich vor Ort ein Bürgerbus-Verein gründen und intensiv mit der Rheinbahn verhandeln. Denn ohne einen Verkehrsbetrieb als Konzessionsträger geht es nicht. Und auch nicht ganz ohne die Politik.

ÖPNV-Komitee unterstützt die Vereinsgründung

Am Dienstagabend stellte Rolf Watty den Streckenplan im Komitee für ÖPNV, Fußgänger und Radfahrer vor und bat um Unterstützung. Denn die brauchen die Bürgerbus-Initiatoren, damit ihr Projekt bei der anstehenden Überarbeitung des Nahverkehrsplans im Kreis Mettmann nicht unter die Räder kommt – etwa wenn die Politik ganz andere Ideen für die geplante Bürgerbus-Strecke hätte. Hat sie aber nicht. Zumindest keine, die mehrheitsfähig wären. Zwar schlug die WAHL im ÖPNV-Komitee für die Andienung des Nonnenbruchs alternativ die Einrichtung einer Taxi-Bus-Linie vor, dieser Antrag wurde aber abgelehnt.

Mit dem Rückhalt aus der Lokalpolitik will Rolf Watty jetzt „Druck machen“: Sobald der Bürgerbus-Verein gegründet ist, sollen Verhandlungen mit der Rheinbahn folgen. Erste Gespräche hatte es bereits Ende 2009 gegeben, im Kern blieben sie allerdings ohne konkretes Ergebnis. „Der Sachstand ist Stillstand“, erklärte Rolf Watty am Dienstag. Mit Gründung des Vereins sollen nun auch die rechtlichen Grundlagen zu ernsthaften Verhandlungen geschaffen werden. Dass die mit der Rheinbahn sicher nicht ganz einfach werden, zeichnete sich schon in dem Vortrag eines Rheinbahn-Vertreters bei der Komitee-Sitzung im November ab: Das Verkehrsunternehmen sieht die Umsetzung der Bürgerbus-Idee kritisch, vor allem was die Zahl und Qualifikation der benötigten ehrenamtlichen Fahrer betrifft.

Gut vorbereitet geht’s in die Gespräche mit der Rheinbahn

Die Heiligenhauser Initiatoren bleiben aber optimistisch. Und sie wollen gut vorbereitet in die nächsten Gespräche gehen. Dazu gehört auch, dass sie sich genauestens in Erkrath informieren. Dort fährt seit 2010 ein Bürgerbus – der erste mit der Rheinbahn als Partner.

In Heiligenhaus reift die Bürgerbus-Idee schon seit Anfang 2008. Damals wurde ein eigener Arbeitskreis des Stadtmarketings „Kultur und Gesellschaft“ gegründet. „Von fünf Routen, die wir zur Diskussion gestellt hatten, bleiben im Ergebnis zwei Varianten übrig“, sagt Rolf Watty. Dass man nun dem Nonnenbruch vor Isenbügel den Vorzug gibt, liegt auch daran, dass man für diese Bürgerbus-Strecke auf mehr ehrenamtliche Unterstützer hofft. Isenbügel könnte stattdessen einen Taxi-Bus erhalten.

Sechs Tage in der Woche

In Heiligenhaus soll der Bürgerbus von 9 bis 19 Uhr an sechs Tagen in der Woche fahren (sonntags wäre Ruhetag). 42 Minuten würden für den beschriebenen Rundkurs benötigt, auf dem 24 Haltepunkte angefahren werden sollen – und hier kommt die Stadt ins Spiel: Sie müsste die Einrichtung der Haltestellen übernehmen. Außerdem müsste die Kommune eine Patronatserklärung abgeben und – im schlimmsten Fall – für etwaige Schulden des Bürgerbus-Vereins einstehen. Bisher haben die Fraktionen keinerlei Bedenken angemeldet.

Quelle: Westdeutsche Zeitung


Grüße, Alexander

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