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Leverkusen
Tickets: Wupsi entschuldigt sich
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 24.02.2011
Leverkusen (RP) Ein Schüler hatte beklagt, trotz eines gültigen Tickets aus einem Bus geworfen worden zu sein. Andere wollen festgestellt haben, dass die Busfahrer sich inzwischen gar nicht mehr um die Gültigkeit der Fahrausweise kümmern.
Sebastian K. möchte nicht mit vollem Namen genannt werden. Er will nicht noch einmal Ärger bekommen, auch wenn er seine Geschichte gerne veröffentlicht sehen möchte. Denn was der Schüler nach eigener Aussage am Montag vergangener Woche erlebte, war schon ärgerlich genug.
An jenem Morgen wollte Sebastian K. wie üblich mit seinem Schülerticket im Bus der Linie 231 zum Landrat-Lucas-Gymnasium in Opladen fahren. Als er in den Wupsi-Bus einstieg, zeigte ihm die kurz zuvor eingeführte automatische Fahrkartenkontrolle jedoch "Rot" an –das Signal für einen ungültigen Fahrausweis.
Daraufhin, so berichtet der 19-Jährige, habe ihn der Fahrer kurzerhand aus dem Bus geworfen – und das nicht gerade freundlich. Auch K's Hinweis, in der Vorwoche habe das Ticket doch noch einwandfrei funktioniert und seine Eltern hätten auch stets die 27,65 Euro monatlich fürs Abo pünktlich überwiesen, nutzte demnach nichts. Der Fahrer habe lediglich darauf verwiesen, der nächste Bus komme ja in 20 Minuten.
"Als wäre er ein Betrüger"
Sebastian K. suchte das Fahrgastcenter der Wupsi auf, wo man ihm die Gültigkeit des Tickets bestätigte, ihm zur Sicherheit aber ein neues aushändigte, das "hundertprozentig" funktioniere. K. kam zu spät in die Schule. Was ihn und seine Eltern aber viel mehr ärgert, ist die Tatsache, dass er sich für etwas rechtfertigen musste, für das er nichts konnte. "Er ist behandelt worden, als wäre er ein Betrüger", beklagt sich die Mutter: "Seit der Anschaffung dieser neuen Geräte gibt es diese Probleme – und das nicht nur bei uns!"
Die Familie schrieb einen Protestbrief an die Wupsi, und bekam gestern einen Anruf, in dem sich das Unternehmen entschuldigte. "Wir werden jetzt auch den Fahrer ermitteln und mit ihm reden", kündigte eine Sprecherin an. Denn wenn sich wirklich alles so zugetragen habe, wie geschildert, "dann war das Verhalten nicht in Ordnung". Die Fahrer seien zwar gehalten, zu kontrollieren, was die Automatik anzeige, aber nicht, Fahrgäste sofort des Busses zu verweisen.
In den ersten Tagen nach Einführung des neuen Systems hatte es zahlreiche Beschwerden von Fahrgästen gegeben. Bei 265 E-Tickets hätten die Busrechner "ungültig" angezeigt, gab die Wupsi damals bekannt.
Inzwischen berichten Fahrgäste, sie beobachteten zunehmend, dass sich die Fahrer gar nicht mehr dafür interessierten, ob die Tickets nun gültig seien oder nicht. Das würde dem Sinn der Einführung des automatischen Kontrollsystems allerdings völlig zuwiderlaufen. Schließlich sollte die Anlage ja vor allem das Aufspüren von Schwarzfahrern erleichtern. Bei der Wupsi hieß es gestern dazu, die Fahrer seien nach wie vor dazu angehalten, die Gültigkeit der Fahrausweise zu überprüfen.