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DB darf noch 2011 mit ICE-Zulassung im Eurotunnel rechnen
#1
von Andreas Beeck • Administrator |
DB darf noch 2011 mit ICE-Zulassung im Eurotunnel rechnen
in Fernverkehr 08.03.2011 20:00von Andreas Beeck • Administrator |
Zitat von http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu...chnen-1.1069015
Zu gern würde die Deutsche Bahn unter dem Ärmelkanal nach London fahren. Paris ist dagegen - doch der Chef des Eurotunnels verteidigt den Angreifer.
SZ: Monsieur Gounon, es gab viel Streit zwischen Deutschland und Frankreich darüber, ob die Deutsche Bahn mit Siemens-Zügen durch den Eurotunnel fahren darf oder nicht. Können Sie absehen, wann die Entscheidung fällt?
Gounon: Die Entscheidung liegt in den Händen der franko-britischen Kommission, die die Sicherheitsregeln für den Eurotunnel festlegt. So viel ich weiß, bereitet die Deutsche Bahn ihre Akten weiter vor.
SZ: Gibt es eine Frist, bis zu der die Kommission entscheiden muss?
Gounon: Nein, sie ist vollkommen frei, den Zeitpunkt ihrer Entscheidung zu bestimmen, sie zu verschieben oder zusätzliche Prüfungen zu verlangen. Aber meines Wissens nach sind die von der Deutschen Bahn eingereichten Unterlagen hieb- und stichfest. Die Evakuierungstests, die wir mit der Deutschen Bahn vorigen Oktober gemacht haben, waren hervorragend, die Passagiere würden im Notfall schnell genug aus den Siemens-Zügen kommen. Ich denke, die Deutsche Bahn darf damit rechnen, vor Anfang Sommer die Zulassung zu bekommen. Das würde darauf hinauslaufen, dass sie von Anfang 2013 an unter dem Ärmelkanal nach London fahren kann. Während der Olympischen Spiele 2012 in London werden aber voraussichtlich nur Testfahrten ohne Passagiere möglich sein.
SZ: Sie als Tunnelbetreiber unterstützen das Vorhaben?
Gounon: Wir haben die Verpflichtung und den Wunsch, allen die Durchfahrt zu ermöglichen, die sie beantragen und die Voraussetzungen dafür erfüllen. Unser oberstes Prinzip ist dabei die Sicherheit. Wir würden niemals neue Kunden auf Kosten der Sicherheit gewinnen wollen. Auf die Deutsche Bahn träfe das nicht zu. So solide Unterlagen zur Sicherheit habe ich selten gesehen.
SZ: Der Widerstand Frankreichs gegen Siemens-Züge der Deutschen Bahn im Tunnel ist Protektionismus. Der ist schlecht für Ihr Geschäft als Tunnelbetreiber, oder?
Gounon: Wir sind für ein funktionierendes Netz von Hochgeschwindigkeitszügen in Europa. Dazu gehört, dass man ohne Probleme von Deutschland nach London fahren kann. Auf der Hinfahrt setzen Sie sich in einen Zug der Deutschen Bahn und auf der Rückfahrt in einen Eurostar. Ich glaube, das ist es, was sich die Bürger in Europa wünschen. Und wir freuen uns, wenn wir unseren Teil dazu beitragen können, und zwar auf höchstem Sicherheitsniveau.
SZ: Ein paar Mal sind bereits Feuer im Eurotunnel ausgebrochen. Müssen Sie nicht noch mehr für die Sicherheit unter dem Ärmelkanal tun?
Gounon: Wir verbessern unser Sicherheitssystem ständig, obwohl unter dem Ärmelkanal noch nie jemand schwer verletzt worden ist. Bis Ende des Jahres werden wir ein so sicheres Sicherheitssystem eingeführt haben, wie es dies sonst in keinem Eisenbahntunnel der Welt gibt. Übrigens mit Hilfe der Technik des deutschen Unternehmens Fogtec, das ein riesiges Wassernebel-Löschsystem entwickelt hat. An insgesamt vier Stellen im Tunnel werden Löschbereiche eingerichtet, in denen Zugbrände schnell bekämpft werden können. Jede Stelle ist 870 Meter lang, also länger als die Züge. So ist der gesamte Tunnel abgedeckt, und ein Zug muss höchstens 17 Kilometer weit fahren, um eine dieser Stellen zu erreichen. Sobald er die Stelle erreicht hat, wird der Zug von dem feinen Wassernebel gekühlt.
SZ: Seit 2008 ist die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs Ihr größter Aktionär. Bleibt das so?
Gounon: Wir haben einen sehr stabilen Aktionärskreis. Es ist aber richtig, dass sich neuerdings amerikanische Investoren intensiver für uns interessieren. Das hängt sicher damit zusammen, dass die Deutsche Bahn durch den Eurotunnel fahren will. Da müssen wir uns bei ihr bedanken.
Quelle: Süddeutsche
Gruß aus Mönchengladbach, der einzigen Stadt mit 2 Hauptbahnhöfen, wünscht
Andreas Beeck (Admin)


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#2
von Andreas Beeck • Administrator |
RE: DB darf noch 2011 mit ICE-Zulassung im Eurotunnel rechnen
in Fernverkehr 22.03.2011 07:45von Andreas Beeck • Administrator |
Zitat von http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...,752336,00.html
Streit mit Frankreich
Bahnaufsicht lässt Siemens in den Eurotunnel
Neue Schlappe für den französischen Zughersteller Alstom: Die europäische Bahnaufsicht hat prinzipiell keine Einwände dagegen, dass Züge von Siemens durch den Eurotunnel fahren. Alstom berufe sich auf Vorschriften, die "weder etabliert noch transparent" seien.
München - Gute Nachricht für Siemens: Im Streit um den Auftrag für Züge im Eurotunnel stärkt die Europäische Bahnaufsichtsbehörde (ERA) dem Konzern den Rücken. Dem Einsatz der Siemens-Technik stehe grundsätzlich nichts im Wege, heißt es in einer am Montag veröffentlichten technischen Einschätzung der ERA. Zugleich rüffelte die Behörde die Tunnelaufsicht IGC. "Die bestehende Voraussetzungen für die Fahrzeugzulassung sind weder etabliert noch transparent noch voll gemeldet." Die IGC müsse das Zulassungsverfahren für Züge dem EU-Recht anpassen.
Die Entscheidung bedeutet einen erneuten Rückschlag für den französischen Siemens-Rivalen Alstom. Dieser versucht mit Verweis auf die IGC-Vorschriften, die Vergabe eines 600 Millionen Euro schweren Zugauftrags an Siemens zu verhindern. Der Tunnelbetreiber Eurostar hatte im Oktober 2010 entschieden, seine neuen Hochgeschwindigkeitszüge bei Siemens statt wie bislang bei Alstom zu ordern. Gegen diese Entscheidung protestierte außer Alstom auch die französische Regierung, die sich deshalb Protektionismus vorwerfen lassen musste. Frankreich ist über die Staatsbahn SNCF zu 55 Prozent an Eurostar beteiligt.
Alstom hatte argumentiert, die deutsche Technik sei für die Unterseeverbindung nicht zugelassen. Die Münchner hatten entgegnet, ihre Technik habe es bei der Formulierung der Sicherheitsvorschriften für das Bauwerk noch gar nicht gegeben. Darin werden sie nun von der ERA unterstützt: "Die Bedingungen dürfen nicht eine spezielle Konstruktionslösung vorschreiben und sollen sich nur an der Kompatibilität mit der Infrastruktur des Tunnels orientieren."
Für Alstom ist die Entscheidung der ERA die zweite Schlappe nach einer Niederlage vor einem britischen Gericht Ende Oktober. Die Franzosen gehen allerdings noch vor der EU-Kommission gegen die Niederlage bei der Zug-Ausschreibung vor.
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...,752336,00.html
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