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Düsseldorf soll für einen harten Winter gerüstet sein

in Düsseldorf / Bedienungsgebiet Rheinbahn 15.10.2011 13:33
von Alexander SchmitzModerator |
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Diesmal will die Stadt gewappnet sein. Zwei Monate vor dem Winterbeginn steht das Konzept, um ein Schnee-Chaos wie in den vergangenen beiden Jahren zu vermeiden.

Das Umweltamt, die Stadtreinigung Awista und die Rheinbahn haben sich zusammengetan, um die Schwachstellen zu analysieren und auszumerzen. Die Mehrkosten könnten, abhängig vom Wintereinbruch, mehrere hunderttausend Euro betragen. Besonders heftige Schneefälle werden von der Stadt in Zukunft als „außergewöhnliches Ereignis“ eingestuft, das die sofortige Einberufung des städtischen Krisenstabes (SAE) durch die Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies nötig macht. So sollen die Kräfte vor Ort besser koordiniert und die nächsten Einsätze punktgenau festgelegt werden.

Nichts lief mehr

Gerade Weihnachten 2010 hat den Zuständigen vor Augen geführt, wie eine ganze Großstadt vor den weißen Massen kapitulieren musste. Der Flugverkehr wurde zeitweise lahmgelegt. Die Bahnen der Rheinbahn blieben tagelang in den Depots. Überall Schnee, Matsch und Eis. Die Nebenstraßen konnten selbst nach Wochen noch nicht geräumt werden. Viele ältere und gehbehinderte Bürger blieben tage-, gar wochenlang zu Hause, weil sie fürchteten, dass sie draußen ausrutschen und sich schwer verletzen könnten. Mitarbeiter von Behindertenwerkstätten blieben mit ihrem Rollstuhl auf dem Weg zur Arbeitsstätte im Schnee stecken und mussten von der Feuerwehr geborgen werden.

Das städtische Umweltdezernat drückt sich in seiner Bewertung noch vorsichtig aus: Die „heftigen Schnee- und Eis-Ereignisse“ in den beiden vergangenen Wintern hätten gezeigt, „dass die dabei für den Winterdienst vorgehaltenen Kapazitäten zeitweise vollständig ausgelastet beziehungsweise kurzfristig überlastet waren.“

Um den Gau auf den Straßen zu vermeiden, muss bei massivem Schneegestöber schnell und flächendeckend gehandelt, muss gleich am Anfang alles richtig gemacht werden, muss praktisch jeder Handgriff stimmen. Deshalb auch der Krisenstab.

Alleine schaffen das Stadt und Töchter nicht. Gegebenenfalls muss der Krisenstab Privatunternehmen mit schwerem Räumgerät anfordern. Das Wichtigste aber ist, dass der Awista nicht wieder das Streusalz ausgeht. Letztes Jahr waren die Lager fast vollständig geleert, als endlich der lang ersehnte Nachschub kam. Diesmal geht man auf Nummer sicher: Die Lager werden auf 3500 Tonnen Streusalz aufgestockt. Vor zwei Jahren waren es noch 2000 Tonnen.

Die Awista erhält außerdem noch vor Winterbeginn drei neue kleinere Räumfahrzeuge, die speziell in den Nebenstraßen eingesetzt werden können. So will man versuchen, die Wohnstraßen innerhalb von zwei Tagen zu räumen, bevor sich ein Eispanzer auf dem Asphalt bilden kann. Ob es gelingt, wird der Praxistest zeigen. Problematisch ist, dass der Schnee an den Rand geschoben und nicht abgeholt werden kann. Dann aber haben es Autofahrer schwer, mit ihrem Wagen aus der Parklücke zu kommen.

Und nicht nur die: Wenn die großen Räumschieber auf den Hauptverkehrsstraßen im Einsatz sind, türmen sich regelrechte Schneewälle am Straßenrand auf, die die Fahrgäste an den Haltestellen mühsam überwinden müssen, um überhaupt in den Bus oder in die Bahn steigen zu können. Für Mobilitätsbehinderte unmöglich. Deshalb werden künftig beauftragte Privatfirmen die rund 600 Haltestellen nach besonders starken Schneefällen zusätzlich kehren. Die grundsätzliche Räumpflicht der Anlieger bleibt aber bestehen.

Die geänderte Straßenreinigungssatzung, nach der die Grundstückseigentümer in den Fußgängerzonen nicht nur den Rand, sondern auch die Mitte der Straße kehren müssen, hat sich nicht bewährt. In Zukunft, so der Vorschlag der Verwaltung, soll die Awista gerufen werden, um für einen freien Mittelstreifen in den Fußgängerzonen der Altstadt und der Schadowstraße sowie in Gerresheim, Benrath und Garath zu sorgen.
Schneller informieren

Eine Sonderregelung wird für die Strecken zu den Behindertenwerkstätten eingeführt. Um den 1400 behinderten Beschäftigten selbst im strengsten Winter den Weg zur Arbeit zu ermöglichen, werden auf sieben Hauptrouten zwischen Werkstätten und Bahn-Haltestellen alle Schneehindernisse beseitigt.

Last not least will die Stadt die Bürger schneller und besser über die aktuelle Lage informieren. Für den Winterdienst wird auf der städtischen Homepage (www.düsseldorf.de) eine zentrale Seite angeboten. Beschwerden über ungeräumte Wege können an das „Infotelefon Stadtsauberkeit“ (892 50 50) gerichtet werden.

Das neue Winterdienst-Konzept wird heute im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen vorgestellt, beraten und beschlossen. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 15 Uhr im Rathaus am Marktplatz.

Quelle: Neue Rhein-Zeitung


Grüße, Alexander

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