Die Düsseldorfer Verkehrspolitiker haben am Mittwoch ihre Kritik am Landesjustizministerium verschärft, zugleich aber eine Lösung entwickelt, um das neue Gefängnis in Ratingen vernünftig mit dem bestehenden Nahverkehrsnetz zu verbinden.
Der Kompromiss-Vorschlag: Die Düsseldorfer Verwaltung spricht mit dem Ministerium, dass für die Angestellten der Justizvollzugsanstalt (JVA) "Jobtickets" der Rheinbahn gekauft werden. Im Gegenzug garantiert die Rheinbahn, dass ein Bus in einem vernünftigen Takt zum Gefängnis fährt. "Es ist dennoch nicht hinnehmbar, dass der Minister ablehnt, sich an den Kosten für den Bus zu beteiligen", sagte Andreas Hartnigk (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses.
701 soll verlängert werden
Der Streit zwischen Stadt und Land dreht sich um 15 000 Euro. Dies entspricht der Hälfte der Kosten für den Bus zur JVA und wäre der Anteil des NRW-Justizministeriums. So haben es die Städte Düsseldorf und Ratingen in Schreiben an das Ministerium vorgeschlagen. Düsseldorfs Verkehrsdezernent Stephan Keller erklärte gestern, bisher keine Antwort aus dem Ministerium erhalten zu haben.
Der Bus, über den beide Seiten streiten, gilt als Übergangslösung, bis die Straßenbahn-Linie 701, die Bus-Linie 757 und die geplante Linie U 71 bis zum ISS Dome verlängert sind und dadurch das Gefängnis an der Stadtgrenze vernünftig angebunden wäre. Bei 701 und U 71 gehen die Beteiligten aktuell von den Jahren 2014 und 2015 aus. Die 775 kann zumindest nicht bis zum Eröffnungstermin des Gefängnisses (3. Februar 2012) verlängert werden. Dafür müsse erst das Busnetz in Ratingen umfassend angepasst werden, teilte das Düsseldorfer Verkehrsamt mit.
Deshalb soll ein Shuttle-Bus fahren, der aus der Linie 775 abgeleitet wird. Zwischen dem S-Bahnhof im Stadtteil Rath und der JVA soll er in den Kernzeiten im 20- bis 30-Minuten-Takt unterwegs sein. Geplanter Starttag für den Shuttle-Bus ist der 6. Februar.
All dies gilt bei den Beteiligten in der Landeshauptstadt als eine wirtschaftlich vernünftige Lösung – in der Landesregierung anscheinend nicht.
Quelle: Rheinische Post