So, erstmal der Reihe nach:
1. Stromsysteme
Hier gibt es wie schon geschrieben Gleichstrom (kurz DC) und Wechselstrom (kurz AC).
Bei Gleichstrom geht "+" über eine Schiene, "-" über die andere (wie in Spur N). Mit dem Trafo regelt man die Spannung, die Fahrtrichtung ändert man durch das "Tauschen" der Pole (quasi eine Richtungsänderung des Stroms).
Bei Wechselstrom geht "+" über die sogenannten Mittelleiter, einer Reihe von Punktkontakten in der Mitte der Gleise. "-" geht dabei über beide Gleise. Zur Fahrtrichtungsänderung muss man im Gegensatz zum Gleichstrom bei Analogbetrieb einen Impuls auf das Gleis geben, der in der Lok die Fahrtrichtung umschaltet.
Beide Systeme haben Vorteile (DC: Sieht besser aus, günstiger, mehr Fahrzeugauswahl, keine direkte Herstellerbindung/AC: Betriebssicherheit, Kehrschleifen ohne Zusatz möglich) und Nachteile (DC: Gleise müssen sauber gehalten werden/AC: Die Fahrzeuge sind meist nur verkürzt erhältlich, man ist ziemlich an Märklin gebunden, die Gleise wirken durch die Punktkontakte "fremd"). Ich empfehle aus eigener Erfahrung Gleichstrom.
2. Digitalbetrieb
Der Digitalbetrieb im DCC-Format ist meist sehr einfach möglich. Die Loks werden teilweise mit Decodern ab Werk angeboten (besonders Soundmodelle), ansonsten ist entweder eine Schnittstelle (ein kleiner Steckplatz auf der Platine) vorhanden. Es gibt generell 3 geläufige Normen für Schnittstellen: 8-polige, 21-polige und einen neuen Standard "Plux". Zum "Einbau" eines Decoders wird je nach Lok das Gehäuse abgenommen und der Decoder einfach eingesteckt. Mittels der Digitalzentrale (bei Roco die Lokmaus aus der Startpackung) kann der Decoder dann auf eine Adresse programmiert werden (bei DCC zwischen 0001 und 9999) und weitere Funktionen wie Anfahr- und Bremsverzögerungen können eingestellt werden. Als Decoder empfehle ich von ESU den aktuellen LokPilot (kurz "LoPi") und zum nachträglichen Sound-Einbau den "LokSound" von ESU. Genauere Infos über das Programmieren in sogenannten "CV"-Werten findest du generell in den Anleitungen der Decoder oder Fahrzeuge. Ein Mehrzugbetrieb ist Digital natürlich ohne weiteres möglich, auch wenn die Loks unterschiedliche Hersteller haben. Die Schnittstellen und Ansteuerungen sind dafür genormt.
Auch ein Einbau in Loks ohne Schnittstellen ist möglich, sollte nach Möglichkeit aber durch einen entsprechenden Händler erledigt werden.
3. Soundeinbau
Generell ist der Einbau von Sounddecodern möglich, sofern genügend Platz in den Loks vorhanden ist. Bei kleineren Loks (z.B. V60 oder V100) passt es meistens nicht, ich habe auch bei meiner 143 das Problem. Es kommt ganz auf die Lok an. Es gibt Loks, die aus Traktionsgründen viel Gewicht brauchen und entsprechend gehäuse-ausfüllende Metallgewichte verbaut haben, andererseits auch Loks mit vorbereiteten Löchern für Lautsprecher.
Zum Einbau wird der Decoder einfach an die Schnittstelle angeschlossen und der Lautsprecher mit der sogenannten "Schallkapsel" (quasi das Gehäuse des Lautsprechers) in oder an der Lok platziert.
4. Steuerwagen
Wie bereits von Thomas beschrieben haben Steuerwagen mittlerweile in der Regel Schleppschalter eingebaut, die je nach Fahrtrichtung den Lichtwechsel schalten. Bei älteren Modellen oder Modellen mit zusätzlichen Funktionen (z.B. Fernlicht, Zugzielanzeigen) können auch Schnittstellen eingebaut sein. Weiterhin ist auch der "manuelle" Einbau möglich, wenn keine Schnittstelle vorhanden ist. Als kleiner Tipp: Man kann die Steuerwagen auch zum Schalten von Innenbeleuchtung im Zug nutzen, wenn man stromführende Kupplungen benutzt. Weiterhin kann ein Steuerwagen die gleiche Adresse wie die angehängte Lok haben (bei festen Zugverbänden wie z.B. ICE 2 oder 143 + x-Wagen sinnvoll).
Ansonsten bekommen die Steuerwagen eine extra Adresse.
5. Preise
Sicherlich nicht uninteressant sind die Preise:
LokPilot V3.0 von ESU: ca. 30 € (für Loks)
LokPilot Fx V3.0 von ESU: ca. 15 € (für Steuerwagen)
LokSound V3.5 von ESU: ca. 105 € (mit Lautsprecher)
Ich habe persönlich mehrere Modelle mit Sound (jaja, Geld zu viel) und auch ein paar ohne. Die Soundloks hören sich natürlich nicht so "brutal" wie das Original an (der Lautsprecher ist ja nur knapp über 2 cm groß), aber es ist trotzdem eine feine Sache. Die Sounddecoder haben neben den Fahrgeräuschen natürlich auch Zusatzsounds (z.B. Luftspresser, Federspeicherbremse, Türen) die teilweise automatisch alle paar Minuten ablaufen (Luftpresser beispielsweise). Weiterhin ist mit einem Lokprogrammer bzw. beim Fachhändler das bespielen mit eigenen oder anderen Sounds möglich...
So. Bei weitere Fragen stehe ich zur Verfügung... ![[18]](http://www.bilder-hochladen.net/files/2se3-w8.gif)