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SBB: Konzerngewinn wächst um 24,9% auf 165,9 Mio CHF/ SBB leiden am eigenen Erfolg

in Ausland 01.09.2010 15:46
von Alexander SchmitzModerator |
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Die SBB haben im ersten Halbjahr 2010 erneut mehr Fahrgäste befördert und dank den guten Ergebnissen im Personenverkehr und im Immobilienbereich einen Gewinn von 165,9 Millionen Franken erreicht.

Die SBB sind Opfer ihres eigenen Erfolges – so lassen sich die Zahlen und Aussagen für das erste Halbjahr 2010 interpretieren. Die Zahl der beförderten Fahrgäste steigt stetig an, die Pünktlichkeit nimmt laut eigener Statistik zu, aber die Verschuldung steigt trotz eines höheren Konzernergebnisses weiter und nimmt «besorgniserregende» Ausmasse an.

Gut verdient haben die SBB in zwei Bereichen, mit dem Personenverkehr und den Immobilien. Nach wie vor unbefriedigend ist hingegen das Ergebnis von SBB Cargo, das mit 49,5 Mio. Franken unter dem des Vorjahres bleibt.

Vom Vulkanausbruch profitiert

Dass die Schweizer ein Volk von Bahnfahrern sind, belegen die jüngsten Zahlen der SBB eindrücklich. Die Zahl der Reisenden stieg um 3% auf 166,3 Millionen. Das heisst, dass täglich 910'000 Kunden das Angebot mit rund 7000 Zügen im Personenverkehr nutzten. Im Gegensatz zu den Fluggesellschaften konnte die Bahn vom Vulkanausbruch in Island profitieren, da zahlreiche Reisende im internationalen Verkehr vom Flugzeug auf die Bahn wechselten.

Während die Inlandnachfrage stabil blieb, konnte im internationalen Reiseverkehr ein starker Anstieg verzeichnet werden. Zudem befanden sich Ende Juni 405'000 Generalabonnemente und 2,3 Millionen Halbtaxabos im Umlauf. In der Erfolgsrechnung schlägt das Segment Personenverkehr mit einem Gewinn von 155,6 Mio. Franken zu Buche, 10,3% mehr als im Vorjahr.

Dagegen sieht es im Güterverkehr trotz gestiegener Nachfrage weiterhin düster aus. Im ersten Halbjahr 2010 verzeichnete der Güterverkehr einen Verlust von 49,5 Mio. Franken, vor einem Jahr waren es 25,2 Mio. Franken. Das unbefriedigende Ergebnis begründen die SBB vor allem mit dem schwachen Euro-Kurs und Mehrkosten für den Unterhalt des Rollmaterials.

Hohe Kosten für den Unterhalt

Da die Infrastruktur immer mehr genutzt wird – täglich verkehren rund 9000 Züge auf dem SBB-Netz – steigen die Kosten entsprechend an. Die SBB selbst bezifferten unlängst die Zusatzkosten für den Schienenunterhalt auf mindestens eine halbe Milliarde jährlich. Bisher bewilligt sind für 2011/2012 vom Bund im Rahmen der Leistungsvereinbarung 160 Mio. Franken.

Die vom Verband öffentlicher Verkehr und SBB geplanten Tariferhöhungen sind vom Preisüberwacher nur teilweise und unter Auflagen bewilligt worden. Für eine nachhaltige ÖV-Finanzierung seien die bewilligten Mehreinnahmen unzureichend, warnen die SBB. Weitere Investitionen in neues Rollmaterial seien nur mit Preisanpassungen in den kommenden Jahren möglich.

Verschuldung steigt weiter

Die Verschuldung der Bahn hat vor allem wegen der Sanierung der Pensionskasse der SBB weiter zugenommen. Da die Erträge aus dem operativen Geschäft bei weitem nicht den Investitionsbedarf der SBB decken, rechnet die Bahn bis 2013 mit einer Zunahme der Verschuldung um weitere 1,5 Mrd. Franken auf rund 9,7 Milliarden Franken.

Quelle: Neue Züricher Zeitung


Grüße, Alexander

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